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	<title>Standpunkte</title>
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	<description>Analysen, Meinungen und Film</description>
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		<title>Im Schatten der Platanen: Das Lied vom Zweifel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Matthias Elbert]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Sep 2025 17:30:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Degenhardt]]></category>
		<category><![CDATA[Franz Josef Degenhardt]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Mann sitzt an einem Dorfplatz im Midi, trinkt Pastis – und zweifelt. Freilich nicht an der Welt, sondern an sich selbst. Vielleicht beginnt linkes Denken genau hier: bei jenem Zweifel, um den der Song Tango du Midi des Liedermachers Franz Josef Degenhardt kreist. Degenhardts Selbstkritik ist nicht abstrakt formuliert, sondern konkretisiert sich im Wandel [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://matthias-elbert.de/politik/im-schatten-der-platanen/">Im Schatten der Platanen: Das Lied vom Zweifel</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthias-elbert.de">Standpunkte</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;" data-start="192" data-end="472">Ein Mann sitzt an einem Dorfplatz im Midi, trinkt Pastis – und zweifelt. Freilich nicht an der Welt, sondern an sich selbst. Vielleicht beginnt linkes Denken genau hier: bei jenem Zweifel, um den der <a href="https://www.youtube.com/watch?v=XRaUVWJ0B9c&amp;list=RDXRaUVWJ0B9c&amp;start_radio=1">Song <em data-start="261" data-end="276">Tango du Midi</em></a> des Liedermachers Franz Josef Degenhardt kreist. Degenhardts Selbstkritik ist nicht abstrakt formuliert, sondern konkretisiert sich im Wandel der Wahrnehmung des lyrischen Ichs. Der mediterrane Dorfplatz scheint zunächst ein Ort des einfachen, gegenwärtigen Glücks zu sein – bis sich die Gedenkmauer und eine deutsche Touristenladung dazwischenschiebt. Vergangenheit und Gegenwart geraten merklich in Konflikt. Mithin verändert sich die Stimmung des Erzählers von Strophe zu Strophe: aus teilnahmsloser Betrachtung wird sarkastische Distanz, sodann wütende Empörung, schließlich nachdenkliche Irritation.<span id="more-3055"></span></p>
<p style="text-align: justify;" data-start="192" data-end="472">Das Lied verzichtet auf Gewissheit: Statt moralisierender Hybris macht es Widersprüche sichtbar. Die Witwe erscheint zunächst als Erbin der Schuld, wird später zur Hüterin des Gedenkens. Degenhardt vollzieht eine dialektische Bewegung im weiteren Sinne: keine Auflösung, keine Synthese, dennoch Fortschritt durch Widerspruch. Der Zweifel am eigenen Vorurteil erweist sich dabei als Ausdruck einer Haltung, nicht als Schwäche.</p>
<p style="text-align: justify;" data-start="192" data-end="472">Die Haltung der dörflichen Gemeinschaft indes bleibt uneindeutig: abgeklärt, abgestumpft oder schlicht resigniert? Diese offene Ambivalenz ist die politische Essenz des Liedes. Sie entzieht sich einer Gegenwart, die auf rasche Zuschreibungen, identitäre Distinktion und Polarisierung angewiesen ist. Degenhardt besteht auf dem Widerspruch – als Gestus einer Linken, die nicht Recht haben will, sondern verstehen. Genügt das? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=XRaUVWJ0B9c&amp;list=RDXRaUVWJ0B9c&amp;start_radio=1">À la vôtre – avec un Pastis!</a></p>
<p style="text-align: center;">Die Place im Dorf um Mittag mitten im Midi:<br />
Das Licht gesprenkelt unter den Platanen,<br />
und der Brunnen plätschert,<br />
und die Kugeln klacken beim Pétanque.<br />
Das ist ein Film, der ist uralt,<br />
und der läuft immer noch.<br />
Noch immer hocken sie an Tischen vor der Bar:<br />
der Bäcker, Schäfer, Lehrer, Garagist,<br />
und alle reden übers Wetter<br />
und den Wein für dieses Jahr<br />
und dass sich auch seit Mitterrand noch nichts geändert hat.<br />
Die Alte, krumm gebuckelt,<br />
unterm Arm ihr täglich Brot,<br />
schleicht in ihr Haus.<br />
Um sie herum fahren die Kinder Tour de France.<br />
Der fou du village läuft immer lachend hinterher.</p>
<p style="text-align: center;">Und ich, ich sitz<br />
beim zweiten Glas Pastis.</p>
<p style="text-align: center;">Die Flöte aus dem Weinberg bläst mein Bruder Pan.<br />
Zur Sonnenhymne fallen die Zikaden ein.<br />
Die Zeit bewegt sich langsam seitwärts und nicht mehr nach vorn.<br />
So wird es sein, wenn die Geschichte mal zu Ende ist.<br />
Bis dahin lies die fünfzehn Namen an der Wand.<br />
Der Mauerwand, die vor dem Oleander steht.<br />
Die Wand, vor vierzig Jahren war die vollgespritzt mit Blut,<br />
als die SS hier fünfzehn Männer des Maquis erschoss.<br />
Ob Zeit die Wunden heilt, auch wenn sie steht, fragt hier kein Mensch.<br />
Und alle schauen auf den Bus aus meinem Land, der plötzlich hält.<br />
Auf einmal geht sie wieder los, die alte Zeit.</p>
<p style="text-align: center;">Und ich trink schnell<br />
ein drittes Glas Pastis.</p>
<p style="text-align: center;">Die Place im Dorf um Mittag mitten im Midi wird voll.<br />
Der Reiseleiter gibt nur zehn Minuten für das Knipsen.<br />
„Dies hier,“, sagt er, „typisch, sehen wir noch oft.“<br />
Man ist diskret und ist gepflegt und ist was Besseres:<br />
ein Kunstverein, der sucht Romanik mitten im Midi.<br />
„Die Kirche hier im Dorf soll karolingisch sein.“<br />
Die Witwe sagt es streng und sieht dann über mich hinweg,<br />
und ich denk, sie ist ganz genau der Nazi-Witwe-Typ.<br />
Die reisen auf den Spuren ihrer Männer,<br />
die die Welt in Scherben schlugen.<br />
Dafür kriegen sie Pensionen.<br />
Warum macht bloß die Geschichte, fragst du,<br />
diesen schlechten Witz?</p>
<p style="text-align: center;">Und ich trink wütend<br />
noch ein Glas Pastis.</p>
<p style="text-align: center;">Die Place im Dorf um Mittag mitten im Midi wird leer.<br />
Der Kunstverein besichtigt diese Kirche,<br />
und die Leute aus dem Dorf begeben sich zu Ihrem Mahl.<br />
Der Lehrer bleibt und trinkt<br />
und gähnt über der Humanité.<br />
Und über diesen leeren Platz<br />
kommt sie allein, die Witwe,<br />
in den Händen rote Rosen.<br />
Es sind fünfzehn,<br />
und sie legt die Rosen einzeln an die Wand,<br />
die Wand, an der untereinander fünfzehn Namen stehn.<br />
Die Stille hat ein Echo,<br />
wenn Zikaden plötzlich schweigen,<br />
und die Flöte aus dem Weinberg<br />
bläst auf einmal einen Tango,<br />
diesen wundersamen Tango du Midi.</p>
<p style="text-align: center;">Und ich trink irritiert<br />
noch ein Pastis.</p>
<p>P.S.: Ein sehenswerter Auftritt von Franz Josef Degenhardt – inklusive kurzem Prolog und einer Interpretation seines Liedes <em data-start="234" data-end="249">Tango du Midi</em> – ist in der Kultursendung <em data-start="271" data-end="281">Karussel</em> des Schweizer Fernsehens vom 24. Oktober 1984 zu sehen. Die Folge ist in der <a href="https://www.srf.ch/play/tv/karussell/video/franz-josef-degenhart?urn=urn:srf:video:f52caa12-f5e2-4842-b417-3fa91d80c3f7">Mediathek des SRF abrufbar</a>.</p>
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		<title>Der Staat als Fetisch – Ideologie und Realität der liberalen Demokratie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Matthias Elbert]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 May 2025 13:47:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Philosophen lieben den Staat – zumindest als Idee. Daniel-Pascal Zorn macht da keine Ausnahme. In seiner Kolumne „Die Idee des Staates und die Freiheit“ bemüht sich der Philosoph um eine ideengeschichtliche Verteidigung der liberalen Demokratie. Der Text ist rhetorisch gewandt, historisch belesen und argumentativ durchdacht. Und doch bleibt ein schaler Beigeschmack. Denn was auf den [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://matthias-elbert.de/politik/der-staat-als-fetisch/">Der Staat als Fetisch – Ideologie und Realität der liberalen Demokratie</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthias-elbert.de">Standpunkte</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Philosophen lieben den Staat – zumindest als Idee. Daniel-Pascal Zorn macht da keine Ausnahme. In seiner <a href="https://politischeoekonomie.com/die-idee-des-staates-und-die-freiheit/">Kolumne „Die Idee des Staates und die Freiheit“</a> bemüht sich der Philosoph um eine ideengeschichtliche Verteidigung der liberalen Demokratie. Der Text ist rhetorisch gewandt, historisch belesen und argumentativ durchdacht. Und doch bleibt ein schaler Beigeschmack. Denn was auf den ersten Blick wie eine wohltuend differenzierte Rehabilitierung staatlicher Ordnung erscheint, erweist sich bei näherer Betrachtung als normative Affirmation eines Staatsbegriffs, der die politisch-ökonomischen Realitäten spätkapitalistischer Gesellschaften weitgehend ausblendet. Zorn verteidigt die liberale Demokratie als jene staatliche Form, die Freiheit nicht beschränkt, sondern erst ermöglicht – und setzt damit implizit die Idee von Staatlichkeit mit der Bedingung der Freiheit gleich. Diese Sichtweise ist historisch plausibel, insbesondere mit Blick auf die Errungenschaften des modernen Rechtsstaats. Gleichwohl bleibt offen, ob die liberale Demokratie über den Schutz individueller Rechte hinaus auch als Instrument gesellschaftlicher Transformation in einem kapitalistisch strukturierten System dienen kann.<span id="more-3015"></span></p>
<h3 style="text-align: justify;">Ideengeschichte ohne Materialismus</h3>
<p style="text-align: justify;">Zorn zieht einen weiten ideengeschichtlichen Bogen – von Platon über Hobbes und Rousseau bis zu Hegel<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_1');" onkeypress="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_1');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_3015_4_1" class="footnote_plugin_tooltip_text">1</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_1" class="footnote_tooltip">Georg W. F. Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts (1821), 1999, S. 207 f.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_3015_4_1').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_1', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> und Ernst-Wolfgang Böckenförde –, um zu zeigen, wie der moderne Staat als Rechtsordnung entstand, die individuelles Handeln durch gesetzlich gesicherte Verfahren vermittelt. Freiheit, so seine These, sei nicht vorstaatlich, sondern das Resultat historischer Institutionalisierung. Zutreffend weist Zorn auch darauf hin, dass auch linke Bewegungen historisch Teil eines politischen Liberalismus waren, der sich gegen autokratische Herrschaft und für demokratische Emanzipation wandte.<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_2');" onkeypress="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_2');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_3015_4_2" class="footnote_plugin_tooltip_text">2</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_2" class="footnote_tooltip">Vgl. Jürgen Habermas, Strukturwandel der Öffentlichkeit, 1962; Habermas zeigt, dass die bürgerliche Öffentlichkeit und die daraus erwachsenen emanzipatorischen Bewegungen historisch gegen autokratische Herrschaftsstrukturen gerichtet waren.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_3015_4_2').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_2', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> Diese Argumentation besitzt Tiefe – doch ihre idealistische Verengung blendet die materiellen Bedingungen dieser Entwicklung aus. Der Staat erscheint bei Zorn als Produkt politischer Vernunft – nicht als Form, in der sich ökonomische Herrschaft institutionell verfestigt.</p>
<p style="text-align: justify;">Die sozialen Klassenverhältnisse, aus denen moderne Staatlichkeit hervorging, streift Zorn zwar – etwa mit Blick auf Adel, Bürgertum und Arbeiterklasse –, doch bleibt seine Darstellung historisierend und oberflächlich. Stattdessen beschreibt er die Entwicklung moderner Staatlichkeit vor allem als Herausbildung einer „Technokratie der Effizienz“ – ein Begriff, der strukturelle Herrschaftsverhältnisse depolitisiert und in funktionale Verwaltungslogik überführt. Die Einsicht, dass der Staat nicht neutral über den Klassen steht, sondern deren Gegensätze organisiert und verschleiert, bleibt unberücksichtigt.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Materialistische Perspektiven auf den Staat</h3>
<p style="text-align: justify;">Materialistische Staatstheorien setzen genau an diesem Punkt an: Sie begreifen den Staat nicht als neutralen Schiedsrichter über gesellschaftliche Interessen, sondern als Ausdruck und Organisation bestehender Machtverhältnisse.<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_3');" onkeypress="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_3');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_3015_4_3" class="footnote_plugin_tooltip_text">3</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_3" class="footnote_tooltip">Vgl. Wolfgang Abendroth, Zum Begriff des demokratischen und sozialen Rechtsstaates im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, in: Alfred Hermann (Hrsg.), Aus Geschichte und Politik. Festschrift zum 70. Geburtstag von Ludwig Bergsträsser, 1954, S. 279, 289.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_3015_4_3').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_3', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> Auch Karl Marx sieht im Staat kein moralisches Fortschrittsinstrument, sondern ein Mittel zur Stabilisierung kapitalistischer Produktionsverhältnisse – eine Institution, die die politischen Bedingungen zur Sicherung der ökonomischen Ausbeutung schafft.<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_4');" onkeypress="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_4');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_3015_4_4" class="footnote_plugin_tooltip_text">4</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_4" class="footnote_tooltip">MEW 3, S. 62.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_3015_4_4').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_4', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> Der bürgerliche Staat ist für ihn kein überparteilicher Akteur, sondern ein Apparat zur Wahrung der Eigentumsverhältnisse – unabhängig davon, ob er sich monarchisch oder republikanisch organisiert. Die Auflösung ständischer Ordnungen, die Mobilisierung der Arbeitskraft, die Durchsetzung wirtschaftsliberaler Prinzipien: All das lässt sich als Ausdruck eines Staates lesen, der weniger ein ideelles Gesamtinteresse verkörpert als vielmehr die politischen Rahmenbedingungen einer kapitalistischen Ordnung mitträgt und stabilisiert.</p>
<p style="text-align: justify;">Diese Perspektive blendet Zorn aus, wenn er linke Staatskritik als „seltsam anachronistisch“ bezeichnet und mithin suggeriert, dass jede kritische Haltung gegenüber dem liberal-demokratischen Staat notwendigerweise rückwärtsgewandt oder verschwörungsideologisch sei. Doch Zorn verfehlt hier den Kern materialistischer Kritik – und begeht, im philosophischen Sinne, einen Kategorienfehler<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_5');" onkeypress="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_5');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_3015_4_5" class="footnote_plugin_tooltip_text">5</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_5" class="footnote_tooltip">Der Begriff des Kategorienfehlers geht zurück auf Gilbert Ryle und bezeichnet den fehlerhaften Versuch, Begriffe aus einem bestimmten Bedeutungszusammenhang auf ein völlig anders gelagertes Phänomen anzuwenden – etwa, wenn man von der äußeren Form demokratischer Verfahren auf ihre emanzipatorische Funktion schließt, ohne die gesellschaftliche Struktur zu berücksichtigen, in der sie operieren.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_3015_4_5').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_5', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script>: Er antwortet auf eine Analyse gesellschaftlicher Funktionszusammenhänge mit einer Beschreibung institutioneller Form. Dabei verwechselt er die normative Verfasstheit demokratischer Verfahren mit der strukturellen Rolle des Staates in der Reproduktion gesellschaftlicher Machtverhältnisse. Der Begriff der liberalen Demokratie wird so als Legitimitätsform absolut gesetzt, während deren materielle Voraussetzungen ausgeblendet bleiben. Doch strukturelle Herrschaft lässt sich nicht durch formale Gleichheit auflösen – sie reproduziert sich in anderer Form: nicht mehr primär durch Repression, sondern durch Konsens, Partizipation und jene ideologische Gleichsetzung von Recht und Gerechtigkeit, die gesellschaftliche Machtverhältnisse verschleiert. Materialistische Kritik richtet sich daher nicht gegen das Prinzip der Demokratie, sondern gegen deren Einbettung in ein kapitalistisch organisiertes Gesellschaftssystem. Sie fragt nicht, ob der Staat formal legitimiert ist, sondern wem seine Funktionsweise dient – und auf wessen Kosten.</p>
<p style="text-align: justify;">Nicos Poulantzas entwickelt diese Einsicht weiter, indem er den Staat nicht als bloßes Instrument der herrschenden Klasse, sondern als materielle Verdichtung gesellschaftlicher Kräfteverhältnisse versteht. Er kritisiert sowohl die idealistische Vorstellung eines neutralen Staates als auch den vulgärmarxistischen Reduktionismus, der ihn als einheitliches Werkzeug der Bourgeoisie fasst. Für Poulantzas ist der Staat ein strategisches Feld: umkämpft, widersprüchlich, durchzogen von Auseinandersetzungen zwischen Klassen und Klassenfraktionen – und damit gerade kein monolithischer Block, sondern ein Ort strukturell organisierter Konflikte.<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_6');" onkeypress="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_6');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_3015_4_6" class="footnote_plugin_tooltip_text">6</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_6" class="footnote_tooltip">Nicos Poulantzas, Staatstheorie. Politischer Überbau, Ideologie, autoritärer Etatismus, 2002, S. 158, 170.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_3015_4_6').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_6', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> Er ist nicht bloß Bühne, sondern ein <em>champ stratégique</em>, auf dem gesellschaftliche Kräfte real organisiert, materialisiert und durchgesetzt werden. Seine demokratische Verfasstheit verdeckt die sozialen Widersprüche nicht – sie ist vielmehr deren institutionalisierter Ausdruck: Politische Gleichheit vor dem Gesetz koexistiert mit struktureller sozialer Ungleichheit – und dient häufig zu deren Legitimation.</p>
<h3>Demokratische Form und kapitalistische Realität</h3>
<p style="text-align: justify;">Demokratische Institutionen erscheinen als allgemeinverbindlich, während sie faktisch jene Interessen stabilisieren, die über ökonomische Ressourcen und strukturellen Einfluss verfügen – auch wenn dieser Prozess keineswegs einheitlich oder widerspruchsfrei verläuft.<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_7');" onkeypress="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_7');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_3015_4_7" class="footnote_plugin_tooltip_text">7</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_7" class="footnote_tooltip">Vgl. Joseph Vogl, Der Souveränitätseffekt, 2015, S. 20 ff.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_3015_4_7').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_7', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> Der Staat schützt Grundrechte – und doch akzeptiert er im Namen des neoliberalen Status quo sozialen Schaden: durch Agenda-Politik, verfehlte Wohnraumpolitik, unzureichende Klimamaßnahmen oder die wachsende soziale Ungleichheit. In diesem Lichte ist es kaum verwunderlich, dass das Sozialstaatsprinzip im Grundgesetz<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_8');" onkeypress="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_8');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_3015_4_8" class="footnote_plugin_tooltip_text">8</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_8" class="footnote_tooltip">Vgl. Art. 20 Abs. 1, 28 Abs. 1 GG</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_3015_4_8').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_8', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> vergleichsweise schwach ausgeprägt ist – als bloße Staatszielbestimmung, nicht als subjektives Recht.</p>
<p style="text-align: justify;">Exemplarisch für die Entkopplung staatlicher Entscheidungsmacht von demokratischer Rückbindung zeigt sich – trotz interner Widersprüche und <a href="https://bsw-bt.de/aufruestungspaket-ist-ein-faktischer-dauerauftrag-des-deutschen-steuerzahlers-an-die-aufruestung-der-ukraine/">politischer Gegenkräfte</a> – die Einrichtung eines „Sondervermögens“ zur Aufrüstung der Bundeswehr.<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_9');" onkeypress="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_9');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_3015_4_9" class="footnote_plugin_tooltip_text">9</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_9" class="footnote_tooltip">Vgl. Art. 115 Abs. 2 Satz 4 GG.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_3015_4_9').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_9', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> Selbst als sich bereits eine gesellschaftliche Mehrheit skeptisch zeigte, wurde diese Maßnahme durch ein formal legitimes, <a href="https://verfassungsblog.de/sondervermogen-bundestag-grundgesetzanderung/">demokratietheoretisch jedoch fragwürdiges Verfahren</a> beschlossen – von einem Bundestag, dessen rechtliche Handlungsfähigkeit zwar fortbestand, dessen politische Legitimation durch die bereits erfolgte Abwahl jedoch erheblich geschwächt war. Die Zusammensetzung des neuen Bundestags – mit veränderten Mehrheiten – stand bereits fest, was eine solche Entscheidung erheblich erschwert hätte. Eine weitreichende Richtungsentscheidung wurde somit gegen den erkennbaren politischen Stimmungsumschwung getroffen – in Spannung zu demokratischen Prinzipien von Responsivität und Legitimation.</p>
<p style="text-align: justify;">Demokratische Verfahren (Input) erscheinen intakt, doch der Staat versagt zunehmend im Hinblick auf seine Problemlösungskapazität (Output). In der Demokratietheorie ist diese Diskrepanz als Differenz zwischen Input- und Output-Legitimität bekannt.<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_10');" onkeypress="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_10');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_3015_4_10" class="footnote_plugin_tooltip_text">10</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_10" class="footnote_tooltip">Fritz W. Scharpf, Governing in Europe. Effective and Democratic?, 1999, S. 6 ff.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_3015_4_10').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_10', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> Das Verfahren mag demokratisch sein – seine Ergebnisse verlieren jedoch an Akzeptanz, wenn strukturelle Probleme ungelöst bleiben. In ähnlicher Weise beschreibt Colin Crouch die gegenwärtige Entwicklung westlicher Demokratien mit dem Begriff der Postdemokratie: Zwar seien die Institutionen formal weiterhin funktionsfähig, doch werde der politische Entscheidungsprozess zunehmend von wirtschaftlichen Eliten und Lobbygruppen dominiert, während die öffentliche Debatte zu einem professionell inszenierten Spektakel verkomme.<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_11');" onkeypress="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_11');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_3015_4_11" class="footnote_plugin_tooltip_text">11</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_11" class="footnote_tooltip">Colin Crouch, Postdemokratie, 2008, S. 10 ff.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_3015_4_11').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_11', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> Diese Entwicklung verschärft die Diskrepanz zwischen prozeduraler Legitimität und sozialer Effektivität – ein Spannungsverhältnis, das in Zorns Text weitgehend unberücksichtigt bleibt. Zwar betont er die normative Bedeutung demokratischer Verfahren, deren materielle Voraussetzungen bleiben gleichwohl im Dunkeln. Eine Verteidigung des demokratischen Staates, die seine strukturellen Schwächen systematisch ausklammert, läuft indes Gefahr, zur Leerformel zu werden.<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_12');" onkeypress="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_12');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_3015_4_12" class="footnote_plugin_tooltip_text">12</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_12" class="footnote_tooltip">Vgl. dazu Theodor W. Adorno, Negative Dialektik, 1966, S. 279 f.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_3015_4_12').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_12', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script></p>
<h3 style="text-align: justify;">Pazifismus unter Verdacht</h3>
<p style="text-align: justify;">Noch problematischer wird es, wenn diese Verteidigung sich gegen jene richtet, die den Staat – oder einzelne staatliche Entscheidungen – aus emanzipatorischer Perspektive kritisieren. Genau das zeigt sich in Zorns polemischer Auseinandersetzung mit Ole Nymoen – nicht in der Kolumne selbst, sondern in einem <a href="https://x.com/Fionnindy/status/1909631451521331392">begleitenden Thread auf X</a>. Dort unterstellt er Nymoen, der sich öffentlich zur Kriegsdienstverweigerung bekannte,<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_13');" onkeypress="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_13');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_3015_4_13" class="footnote_plugin_tooltip_text">13</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_13" class="footnote_tooltip">Ole Nymoen, Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde. Gegen die Kriegstüchtigkeit, 2025.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_3015_4_13').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_13', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> moralischen Egoismus, eine ideologische Instrumentalisierung des Themas und sogar eine Nähe zu rechtspopulistischen Kommunikationsstrategien. Diese Entgrenzung des Verdachts – gegen einen erklärten Linken – verwischt politische Differenzen und befördert ein Demokratieverständnis, in dem abweichende Positionen als illegitim erscheinen. Wer nicht bereit ist, den Staat notfalls mit der Waffe zu verteidigen – einen Staat, der in zentralen Bereichen versagt –, wird so unter den Generalverdacht der Demokratieskepsis gestellt.</p>
<p style="text-align: justify;">Dabei offenbart sich ein tiefgreifender Widerspruch liberaler Staatlichkeit: Ein System, das sich der Unantastbarkeit individueller Rechte verschreibt, erhebt im Ernstfall den Anspruch, genau dieses Individuum zur Verteidigung mit der Waffe zu verpflichten – notfalls unter Zwang. Freiwilligkeit mag diesem Akt Würde verleihen; der Zwang jedoch entblößt das paradoxe Verhältnis von Rechtschutz und Selbstaufgabe. Es ist, als verlange die liberale Demokratie die Aufopferung des Individuums, um den Individualismus zu bewahren. Wer dies ablehnt – wie Nymoen –, stellt nicht zwangsläufig die Demokratie infrage, sondern rückt vielmehr deren blinden Fleck ins Zentrum. Zugleich nähert sich Zorns Argumentation der Logik der Extremismustheorie – jener Perspektive, die linke und rechte Systemkritik als gleichermaßen bedrohlich für die politische Ordnung begreift. Übersehen wird dabei, dass linke Kritik häufig aus einem demokratisch-egalitären Impuls hervorgeht: dem Wunsch nach sozialer Gleichheit, Teilhabe und Gerechtigkeit. Wer diesen Impuls delegitimiert, verwechselt Gesellschaftskritik mit Verfassungsfeindlichkeit. Doch was bedeutet Verteidigung überhaupt, wenn die Kluft zwischen staatlichem Anspruch und gesellschaftlicher Realität immer größer wird? Gerade diese Frage müsste ins Zentrum des demokratischen Selbstverständnisses rücken.</p>
<h3>Freiheit, die sie meinen</h3>
<p style="text-align: justify;">Natürlich lässt sich materialistische Kritik generell als „Vulgärmarxismus“ diskreditieren – ein in akademischen Debatten oft reflexhaft eingesetzter Abwehrbegriff. Doch diese Abwehr verdeckt den entscheidenden Punkt: Die Kluft zwischen demokratischen Institutionen und den Lebensrealitäten breiter Bevölkerungsschichten lässt sich nicht ideengeschichtlich erklären. Sie verlangt die Auseinandersetzung mit konkreten sozialen Fragen – von Löhnen über Mieten bis zur Arbeitszeit. Nicht die Kritik ist verkürzt, sondern ihre vorschnelle Zurückweisung. Der neoliberale Staat hat sich in den letzten Jahrzehnten zunehmend als Instrument zur Stabilisierung ökonomischer Machtverhältnisse etabliert. Wendy Brown hat in diesem Zusammenhang gezeigt, dass der neoliberale Staat nicht nur wirtschaftspolitisch agiert, sondern das demokratische Denken selbst marktkonform umformt.<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_14');" onkeypress="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_14');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_3015_4_14" class="footnote_plugin_tooltip_text">14</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_14" class="footnote_tooltip">Wendy Brown, Die schleichende Revolution. Wie der Neoliberalismus die Demokratie zerstört, 2015, S. 32</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_3015_4_14').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_14', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> Seine Funktion reicht über Rechtswahrung hinaus: Er wird durch Kapitalinteressen geformt und verliert angesichts globaler Märkte zugleich an steuernder Wirksamkeit. Was bleibt vom Rousseau’schen Gesellschaftsvertrag, wenn die materiellen Grundlagen demokratischer Selbstbestimmung erodieren?</p>
<p style="text-align: justify;">Die Rede von Freiheit bleibt unkonkret, solange nicht klar ist, unter welchen sozialen Bedingungen sie tatsächlich eingelöst werden kann. Eine Verteidigung demokratischer Institutionen, die sich allein auf normative Verfahren stützt, ignoriert diese Bedingungen – und verkennt damit den Zusammenhang von politischer Teilhabe und ökonomischer Struktur. Freiheit, so scheint es, meint in vielen Verteidigungen der liberalen Ordnung nicht die Freiheit zur Veränderung, sondern die Freiheit, sich nicht verändern zu müssen – <a href="https://www.youtube.com/watch?v=_6VQxVd0s_0">es ist jene Freiheit, die sie wohl meinen</a>.<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_15');" onkeypress="footnote_moveToReference_3015_4('footnote_plugin_reference_3015_4_15');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_3015_4_15" class="footnote_plugin_tooltip_text">15</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_15" class="footnote_tooltip">Der Liedermacher Franz Josef Degenhardt hat diese Spannung in seinem Lied „Der anachronistische Zug oder: Freiheit, die sie meinen<em>“</em> (1977) literarisch zugespitzt – in bewusster Anlehnung an Bertolt Brechts Gedicht „Der anachronistische Zug oder: Freiheit und Democracy“ (1947).</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_3015_4_15').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_3015_4_15', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> Vielleicht bedarf es heute einer Neubewertung des Staates als Instrument sozialen Wandels – über seine liberale Schutzfunktion hinaus. Eine solche Perspektive müsste den Staat nicht nur als ordnende Macht, sondern als aktiven Akteur gesellschaftlicher Entwicklung denken: durch gerechte Steuerpolitik, öffentliche Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Klima, ergänzt durch eine progressive Vermögensbesteuerung. In einer globalisierten Welt stellt sich zudem die Frage, wie demokratische Souveränität gegenüber ökonomischer Fremdbestimmung wiedergewonnen werden kann.</p>
<p style="text-align: justify;">Zorns Verteidigung des Staates als Garant von Freiheit ist in diesem Sinn nicht falsch – aber sie greift zu kurz. Aus demokratisch-sozialistischer Perspektive ist der Staat nicht neutral, sondern tief in die bestehende Ordnung eingebunden. Wer Demokratie erneuern will, darf sich nicht mit ihrer Form zufriedengeben, sondern muss ihre materiellen Voraussetzungen in den Blick nehmen. Und wer verstehen will, was Staatlichkeit im 21. Jahrhundert bedeutet, muss nicht nur Platon, Kant und Hegel lesen, sondern auch Marx, Poulantzas, Brown – und vor allem: die Nachrichten. Denn Staatlichkeit ist kein philosophisches Rätsel – sondern ein gesellschaftliches Problem mit historischen Ursachen und materiellen Folgen.</p>
<div class="speaker-mute footnotes_reference_container"> <div class="footnote_container_prepare"><p><span role="button" tabindex="0" class="footnote_reference_container_label pointer" onclick="footnote_expand_collapse_reference_container_3015_4();">Referenzen</span><span role="button" tabindex="0" class="footnote_reference_container_collapse_button" style="" onclick="footnote_expand_collapse_reference_container_3015_4();">[<a id="footnote_reference_container_collapse_button_3015_4">+</a>]</span></p></div> <div id="footnote_references_container_3015_4" style="display: none;"><table class="footnotes_table footnote-reference-container"><caption class="accessibility">Referenzen</caption> <tbody> 

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_3015_4('footnote_plugin_tooltip_3015_4_1');"><a id="footnote_plugin_reference_3015_4_1" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>1</a></th> <td class="footnote_plugin_text">Georg W. F. Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts (1821), 1999, S. 207 f.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_3015_4('footnote_plugin_tooltip_3015_4_2');"><a id="footnote_plugin_reference_3015_4_2" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>2</a></th> <td class="footnote_plugin_text">Vgl. Jürgen Habermas, Strukturwandel der Öffentlichkeit, 1962; Habermas zeigt, dass die bürgerliche Öffentlichkeit und die daraus erwachsenen emanzipatorischen Bewegungen historisch gegen autokratische Herrschaftsstrukturen gerichtet waren.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_3015_4('footnote_plugin_tooltip_3015_4_3');"><a id="footnote_plugin_reference_3015_4_3" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>3</a></th> <td class="footnote_plugin_text">Vgl. Wolfgang Abendroth, Zum Begriff des demokratischen und sozialen Rechtsstaates im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, in: Alfred Hermann (Hrsg.), Aus Geschichte und Politik. Festschrift zum 70. Geburtstag von Ludwig Bergsträsser, 1954, S. 279, 289.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_3015_4('footnote_plugin_tooltip_3015_4_4');"><a id="footnote_plugin_reference_3015_4_4" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>4</a></th> <td class="footnote_plugin_text">MEW 3, S. 62.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_3015_4('footnote_plugin_tooltip_3015_4_5');"><a id="footnote_plugin_reference_3015_4_5" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>5</a></th> <td class="footnote_plugin_text">Der Begriff des Kategorienfehlers geht zurück auf Gilbert Ryle und bezeichnet den fehlerhaften Versuch, Begriffe aus einem bestimmten Bedeutungszusammenhang auf ein völlig anders gelagertes Phänomen anzuwenden – etwa, wenn man von der äußeren Form demokratischer Verfahren auf ihre emanzipatorische Funktion schließt, ohne die gesellschaftliche Struktur zu berücksichtigen, in der sie operieren.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_3015_4('footnote_plugin_tooltip_3015_4_6');"><a id="footnote_plugin_reference_3015_4_6" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>6</a></th> <td class="footnote_plugin_text">Nicos Poulantzas, Staatstheorie. Politischer Überbau, Ideologie, autoritärer Etatismus, 2002, S. 158, 170.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_3015_4('footnote_plugin_tooltip_3015_4_7');"><a id="footnote_plugin_reference_3015_4_7" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>7</a></th> <td class="footnote_plugin_text">Vgl. Joseph Vogl, Der Souveränitätseffekt, 2015, S. 20 ff.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_3015_4('footnote_plugin_tooltip_3015_4_8');"><a id="footnote_plugin_reference_3015_4_8" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>8</a></th> <td class="footnote_plugin_text">Vgl. Art. 20 Abs. 1, 28 Abs. 1 GG</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_3015_4('footnote_plugin_tooltip_3015_4_9');"><a id="footnote_plugin_reference_3015_4_9" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>9</a></th> <td class="footnote_plugin_text">Vgl. Art. 115 Abs. 2 Satz 4 GG.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_3015_4('footnote_plugin_tooltip_3015_4_10');"><a id="footnote_plugin_reference_3015_4_10" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>10</a></th> <td class="footnote_plugin_text">Fritz W. Scharpf, Governing in Europe. Effective and Democratic?, 1999, S. 6 ff.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_3015_4('footnote_plugin_tooltip_3015_4_11');"><a id="footnote_plugin_reference_3015_4_11" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>11</a></th> <td class="footnote_plugin_text">Colin Crouch, Postdemokratie, 2008, S. 10 ff.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_3015_4('footnote_plugin_tooltip_3015_4_12');"><a id="footnote_plugin_reference_3015_4_12" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>12</a></th> <td class="footnote_plugin_text">Vgl. dazu Theodor W. Adorno, Negative Dialektik, 1966, S. 279 f.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_3015_4('footnote_plugin_tooltip_3015_4_13');"><a id="footnote_plugin_reference_3015_4_13" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>13</a></th> <td class="footnote_plugin_text">Ole Nymoen, Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde. Gegen die Kriegstüchtigkeit, 2025.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_3015_4('footnote_plugin_tooltip_3015_4_14');"><a id="footnote_plugin_reference_3015_4_14" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>14</a></th> <td class="footnote_plugin_text">Wendy Brown, Die schleichende Revolution. Wie der Neoliberalismus die Demokratie zerstört, 2015, S. 32</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_3015_4('footnote_plugin_tooltip_3015_4_15');"><a id="footnote_plugin_reference_3015_4_15" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>15</a></th> <td class="footnote_plugin_text">Der Liedermacher Franz Josef Degenhardt hat diese Spannung in seinem Lied „Der anachronistische Zug oder: Freiheit, die sie meinen<em>“</em> (1977) literarisch zugespitzt – in bewusster Anlehnung an Bertolt Brechts Gedicht „Der anachronistische Zug oder: Freiheit und Democracy“ (1947).</td></tr>

 </tbody> </table> </div></div><script type="text/javascript"> function footnote_expand_reference_container_3015_4() { jQuery('#footnote_references_container_3015_4').show(); jQuery('#footnote_reference_container_collapse_button_3015_4').text('−'); } function footnote_collapse_reference_container_3015_4() { jQuery('#footnote_references_container_3015_4').hide(); jQuery('#footnote_reference_container_collapse_button_3015_4').text('+'); } function footnote_expand_collapse_reference_container_3015_4() { if (jQuery('#footnote_references_container_3015_4').is(':hidden')) { footnote_expand_reference_container_3015_4(); } else { footnote_collapse_reference_container_3015_4(); } } function footnote_moveToReference_3015_4(p_str_TargetID) { footnote_expand_reference_container_3015_4(); var l_obj_Target = jQuery('#' + p_str_TargetID); if (l_obj_Target.length) { jQuery( 'html, body' ).delay( 0 ); jQuery('html, body').animate({ scrollTop: l_obj_Target.offset().top - window.innerHeight * 0.2 }, 380); } } function footnote_moveToAnchor_3015_4(p_str_TargetID) { footnote_expand_reference_container_3015_4(); var l_obj_Target = jQuery('#' + p_str_TargetID); if (l_obj_Target.length) { jQuery( 'html, body' ).delay( 0 ); jQuery('html, body').animate({ scrollTop: l_obj_Target.offset().top - window.innerHeight * 0.2 }, 380); } }</script><p>Der Beitrag <a href="https://matthias-elbert.de/politik/der-staat-als-fetisch/">Der Staat als Fetisch – Ideologie und Realität der liberalen Demokratie</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthias-elbert.de">Standpunkte</a>.</p>
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		<title>Jenseits des Banalen: Meine Filme des Jahres 2024</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Matthias Elbert]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Dec 2024 14:00:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>2024 ist ein enttäuschendes Jahr für das Kino: Die Postmoderne prägt eine Filmkultur, die sich in leeren Zitaten, monotonen Wiederholungen und witzlosen Selbstreferenzen verliert. Selbst ambitionierte Projekte wie Francis Ford Coppolas Megalopolis, das der Regisseur größtenteils selbst finanzierte, können diesem Trend nicht entkommen. Anstelle eines visionären Werkes präsentierte Coppola einen visuell sterilen und erzählerisch banalen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">2024 ist ein enttäuschendes Jahr für das Kino: Die Postmoderne prägt eine Filmkultur, die sich in leeren Zitaten, monotonen Wiederholungen und witzlosen Selbstreferenzen verliert. Selbst ambitionierte Projekte wie Francis Ford Coppolas <a href="https://www.youtube.com/watch?v=pq6mvHZU0fc">Megalopolis</a>, das der Regisseur größtenteils selbst finanzierte, können diesem Trend nicht entkommen. Anstelle eines visionären Werkes präsentierte Coppola einen visuell sterilen und erzählerisch banalen Film – wohl als Shakespeare-Reminiszenz gedacht, jedoch mit ernüchterndem Resultat. Ähnlich uninspiriert zeigt sich Ridley Scotts <a href="https://www.youtube.com/watch?v=4rgYUipGJNo">Gladiator II</a>: Obwohl visuell beeindruckend, bleibt der Film sogar bis in die Arenakämpfe hinein ein lebloses Reenactment seines Vorgängers. Auch Produktionen, die von Anfang an als sichere Blockbuster konzipiert waren, wie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=_OKAwz2MsJs">Joker: Folie à Deux</a> von Todd Phillips, spiegeln die Leere und Vorhersehbarkeit des Mainstream-Kinos. Gemein ist diesen drei Filmen ein erzählerisch belangloser Plot, der kaum voranschreitet – selbst erstklassige Darsteller wie Adam Driver, Paul Mescal und Joaquin Phoenix vermögen daran nichts zu ändern.<span id="more-2929"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Darüber hinaus wird die Leinwand weiterhin von seelenlosen Fortsetzungen (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=XtFI7SNtVpY">Planet der Affen: New Kingdom</a>, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=ZTQyMmz-cQE">Bad Boys: Ride or Die</a>, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=KoxhkE_U3Ww">Beverly Hills Cop: Axel F</a>) und Franchise-Filmen (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=s_76M4c4LTo">Madame Web</a>, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=73_1biulkYk">Deadpool &amp; Wolverine</a>, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=__2bjWbetsA">Venom: The Last Dance</a>) überflutet, die einzig darauf abzielen, durch bewährte Muster einen sicheren Erfolg an der Kinokasse zu garantieren. <a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/kinokrise-der-ticketverkauf-faellt-auf-historisches-tief-100.html">Dennoch sanken die Ticketverkäufe in Deutschland im Jahr 2024 auf nur 90 Millionen</a> – der niedrigste Stand seit 30 Jahren und ein Rückgang um fast 30 Prozent im Vergleich zu den 120 Millionen Tickets von 2019. Die Auswirkungen dieser Entwicklungen sind auch in München spürbar: Das traditionsreiche Filmtheater am Sendlinger Tor, vor 110 Jahren von Kinopionier Carl Gabriel gegründet, schließt zum 15. Januar 2025. Als Ursachen für das Kinosterben werden gestiegene Preise, veränderte Mediengewohnheiten und die Nachwirkungen des Hollywood-Streiks genannt. Doch auch die <a href="https://matthias-elbert.de/kultur/entfremdung-des-kinos-die-besten-filme-2023/">fortschreitende kapitalistische Verwertung des Films</a> dürfte ihren Anteil daran haben: Es scheint einzig darum zu gehen, die jeweilige Marke am Leben zu erhalten und die vermeintlichen Erwartungen eines konsumorientierten Publikums zu erfüllen. Filme verkommen zur bloßen Ware, während der Zuschauer zum unkritischen Konsumenten degradiert wird, dessen Begeisterung allein durch Nostalgie und aufwändige CGI-Effekte geweckt werden soll. Das Kino wandelt sich dadurch in einen Marktplatz des Unspektakulären, dessen reaktionäre Ausrichtung kaum mehr Raum für Neues lässt.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch trotz dieser allgegenwärtigen Konformität gab es auch 2024 Werke, die sich diesem Sog widersetzten – Filme, die den Mut bewiesen, die Grenzen des Erzählens neu auszuloten, und eindrucksvoll zeigten, dass die Kunst des Kinos noch immer lebendig ist. Zwölf dieser Werke, die den Status quo infrage stellten, stehen im Mittelpunkt dieses Rückblicks.</p>
<h3>Im letzten Sommer</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=BwCE18N4koM"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft wp-image-2946" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Im-letzten-Sommer_Filmposter.jpg?resize=240%2C339&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="339" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Im-letzten-Sommer_Filmposter.jpg?w=495&amp;ssl=1 495w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Im-letzten-Sommer_Filmposter.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Im-letzten-Sommer_Filmposter.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w" sizes="(max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignnone wp-image-1012" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597-300x73.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?resize=300%2C73&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="(max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Drama<br />
Kino-Start:  11. Januar 2024<br />
Regie: Catherine Breillat<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Anne (Léa Drucker) ist eine brilliante Anwältin, die sich um minderjährige Missbrauchsopfer und Jugendliche in Schwierigkeiten kümmert. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Pierre (Olivier Rabourdin) und den beiden adoptierten Töchtern führt sie ein harmonisches Familienleben in einer Villa am Pariser Stadtrand. Doch als Théo (Samuel Kircher), Pierres 17-jähriger Sohn aus einer früheren Ehe, bei ihnen einzieht, gerät das Idyll schnell ins Wanken. Denn Anne fühlt sich zu dem rebellischen Teenager angezogen – obwohl sie weiß, dass das nicht sein darf. Schon nach kurzer Zeit entspinnt sich eine leidenschaftliche Affäre, die nicht nur ihre Familie, sondern auch ihre Karriere fundamental gefährdet&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>„Im letzten Sommer“ ist eine intensive Analyse von Macht, Begehren und gesellschaftlichen Zwängen. Mit unerbittlicher Präzision dekonstruiert Catherine Breillat die Fassade bourgeoiser Werte und entlarvt die brüchige Moral einer bigotten Gesellschaft, die Freiheit predigt, aber letztlich doch nur Konformität einfordert: Kompromisslos folgt die Rechtsanwältin Anne ihrer Leidenschaft, nur um später ebenso unbeirrbar wie entschlossen ihre bürgerliche Existenz zu bewahren. Breillat inszeniert mit kühler Strenge und lenkt den Blick unbarmherzig auf das Wesentliche. Ihre Hauptfigur lässt sich dabei gleichermaßen bewundern wie verurteilen – eine faszinierende Gratwanderung. Sehenswert!<strong><br />
</strong></p>
<h3>Des Teufels Bad</h3>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=vtmo7fplVWo"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignright wp-image-2930" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Des-Teufels-Bad_Filmposter.jpg?resize=240%2C339&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="339" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Des-Teufels-Bad_Filmposter.jpg?resize=724%2C1024&amp;ssl=1 724w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Des-Teufels-Bad_Filmposter.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Des-Teufels-Bad_Filmposter.jpg?resize=768%2C1086&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Des-Teufels-Bad_Filmposter.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Des-Teufels-Bad_Filmposter.jpg?w=990&amp;ssl=1 990w" sizes="(max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1014" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Horror | Drama<br />
Kino-Start:  20. Februar 2024<br />
Regie: Severin Fiala &amp; Veronika Franz</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Im Oberösterreich des 18. Jahrhundert lebt die junge, verheiratete Agnes (Anja Plaschg) in einer von Isolation und strengem Katholizismus geprägten Welt. Ihre Ehe mit ihrem Mann Wolf (David Scheid), der keinen Platz für sie in seinem Leben hat, lässt sie zunehmend in Einsamkeit verfallen. Für ihre Schwiegermutter (Maria Hofstätter), die Agnes in ihrer Rolle als Hausfrau nicht akzeptiert, ist sie eine Enttäuschung, die weder in der Familie noch in der Gesellschaft ihren Platz zu finden scheint. Für Agnes, die in ihrer eigenen Verzweiflung gefangen ist, scheint der Mord an einem Kind der einzige Ausweg aus ihrem unerträglichen Leben zu sein. Denn während ein Kindsmord lediglich mit dem Tode bestraft wird, folgt auf Selbstmord im katholischen Glauben die ewige Verdammnis…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Selten fühlt sich Kino so beklemmend an wie in „Des Teufels Bad“ des Regie-Duos Severin Fiala und Veronika Franz. Hinter dem Titel – ein Verweis auf die Melancholie als „Bad des Teufels“ – verbirgt sich eine düstere Charakterstudie, die sich langsam wie eine nicht heilende Wunde offenbart. Doch der Film betreibt keine Effekthascherei, ist kein klassischer Horror: „Des Teufels Bad“ verzichtet auf Schockmomente, arbeitet vielmehr mit einer ruhigen, beinahe dokumentarischen Nüchternheit. Die wahre Bedrohung liegt in einer Ideologie, deren Strenge keinen Ausweg zulässt, und wie ein unsichtbares Netz jede individuelle Freiheit erstickt. Dieses langsame, kriechende Unbehagen ist erschreckender als jede Fiktion – und zugleich unfassbar real. Ein Film, der sich nicht konsumieren lässt, sondern in die Knochen fährt.</p>
<h3> The Zone of Interest</h3>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=r-vfg3KkV54"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-2932" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/The-Zone-of-Interest_Filmposter.jpg?resize=240%2C360&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="360" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/The-Zone-of-Interest_Filmposter.jpg?resize=682%2C1024&amp;ssl=1 682w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/The-Zone-of-Interest_Filmposter.jpg?resize=200%2C300&amp;ssl=1 200w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/The-Zone-of-Interest_Filmposter.jpg?resize=768%2C1153&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/The-Zone-of-Interest_Filmposter.jpg?resize=1023%2C1536&amp;ssl=1 1023w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/The-Zone-of-Interest_Filmposter.jpg?resize=314%2C471&amp;ssl=1 314w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/The-Zone-of-Interest_Filmposter.jpg?resize=1024%2C1537&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/The-Zone-of-Interest_Filmposter.jpg?w=1066&amp;ssl=1 1066w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1014" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Drama<br />
Kino-Start:  29. Februar 2024<br />
Regie: Jonathan Glazer</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Hedwig Höß (Sandra Hüller) empfängt ihre Mutter in der stuckverzierten Villa, die sie mit ihrem Mann Rudolf (Christian Friedel) und den gemeinsamen Kindern bewohnt. Alles scheint harmonisch: Die Sonne scheint auf den sorgfältig gepflegten Garten, in dem Blumen blühen, Kräuter gedeihen und die Kinder ausgelassen im Wasser spielen. Der Hund streift friedlich durch das Grün, und die übermannshohen Sonnenblumen rahmen die Szene ein. Doch die Villa liegt direkt am Rand des Vernichtungslagers Auschwitz. Jenseits der Mauern entfaltet sich das Grauen, während Rudolf Höß, SS-Obersturmbannführer und Lagerkommandant, unbeeindruckt von den Schrecken seiner Taten, ein scheinbar normales Familienleben führt…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>„Die traurige Wahrheit ist, dass das Schlimmste von den Menschen begangen wird, die sich niemals dazu entscheiden, gut oder böse zu sein.“ Unmissverständlich zeigt „The Zone of Interest“ wie sich Normalität im Schrecken einrichtet. Der Titel, entlehnt dem von den Nationalsozialisten geprägten Begriff „Interessengebiet“ für das Gebiet um das KZ Auschwitz, verweist auf die verstörende Nähe zwischen der Vernichtung menschlicher Existenz und der Normalität des täglichen Lebens. Doch statt das Grauen direkt zu inszenieren – der Zuschauer nimmt dieses lediglich als Geräusche war: Schüsse, Schreie und dumpfe Echos aus dem Vernichtungslager –, richtet Jonathan Glazer seinen Blick auf das Alltagsleben einer Familie, die ihre Scheinidylle trotzig aufrechterhält – unbeteiligt gegenüber dem Unfassbaren neben der Mauer. Es ist dieser kühle, distanzierte Blick des Films, der das Unbehagen unerbittlich steigert. Der Horror ist nicht explizit, sondern steckt in der stillen Akzeptanz, in der Banalität des Bösen. „The Zone of Interest“ ist nicht nur Illustration, sondern stille Anklage – gegen die Fähigkeit des Menschen, sich an alles zu gewöhnen, und die totalitäre Gefahr, die darin liegt&#8230;<strong><br />
</strong></p>
<h3>Dune: Part Two</h3>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=Way9Dexny3w"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-2941" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Dune-Part-Two_Filmposter-1.jpg?resize=240%2C355&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="355" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Dune-Part-Two_Filmposter-1.jpg?w=473&amp;ssl=1 473w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Dune-Part-Two_Filmposter-1.jpg?resize=203%2C300&amp;ssl=1 203w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Dune-Part-Two_Filmposter-1.jpg?resize=318%2C471&amp;ssl=1 318w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1013" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Science Fiction<br />
Kino-Start:  29. Februar 2024<br />
Regie: Denis Villeneuve<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Paul Atreides (Timothée Chalamet) setzt mithilfe von Chani (Zendaya) und den Fremen seinen erbitterten Kampf gegen die Mächte fort, die seine Familie zerstört und das Universum ins Chaos gestürzt haben. Auf Arrakis, dem Wüstenplaneten, schärft er nicht nur seine Fähigkeiten als Anführer, sondern entwickelt sich auch zunehmend zu einem mystischen Propheten, den die Fremen als ihren Erlöser sehen. Während Paul den Widerstand organisiert und Bündnisse schmiedet, wird ihm bewusst, dass sein Weg mit immensen Opfern verbunden sein wird. Dunkle Visionen einer Zukunft voller Tod und Zerstörung treiben ihn an. Der Druck wächst, bis Paul vor einer folgenschweren Wahl steht: Wird er sich der Liebe zu Chani hingeben oder sein persönliches Glück opfern, um seine Rolle als Retter des Universums zu erfüllen?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>„Dune: Part Two“ führt seine Zuschauer erneut in die staubige Wüste von Arrakis – doch dieses Mal wird der Wüstensand zur Reflexionsfläche für die unbarmherzigen Mechanismen von Macht und Kolonialismus. Was im ersten Teil als hoffnungsvoller Aufbruch begann, wird nun zum erschütternden Coming-of-Age eines Mannes, der vom idealistischen Erben zum machtbewussten Herrscher wird. Der Freiheitskampf der Fremen dient Villeneuve als Allegorie auf die globalen Konflikte unserer Zeit – von den unaufhörlichen Kriegen im Nahen Osten bis zu den imperialen Auseinandersetzungen in der Ukraine. Pauls Aufstieg und Fall veranschaulichen nicht nur die zerstörerische Gewalt des Kolonialismus, sondern auch die zermürbende Entfremdung, die mit dem Streben nach absoluter Kontrolle einhergeht. „Dune: Part Two“ ist ein audiovisuelles Meisterwerk, das in den verworrenen Strukturen unserer Welt widerhallt und daher zu den brillantesten Science Fiction-Filmen der letzten Jahre zählt.</p>
<h3>Civil War</h3>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=aDyQxtg0V2w"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-2948" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Civil-War_Filmposter2.jpg?resize=240%2C339&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="339" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Civil-War_Filmposter2.jpg?w=495&amp;ssl=1 495w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Civil-War_Filmposter2.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Civil-War_Filmposter2.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1013" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Anti-Kriegsfilm<br />
Kino-Start:  18. April 2024<br />
Regie: Alex Garland<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;">In einer dystopischen, aber doch nahen Zukunft tobt in den USA ein Bürgerkrieg, der das Land in zwei Lager spaltet. Während im Weißen Haus der US-Präsident (Nick Offerman) seine dritte Amtszeit angetreten hat, lehnen sich im Westen des Landes Texas, Kalifornien und 17 weitere Bundesstaaten gegen die Regierung auf. Obwohl diese, ohne Rücksicht auf Verluste, mit Luftangriffen auf die Aufstände reagiert, bewegen sich die westlichen Kräfte auf Washington zu. Ihr Ziel ist es, das Weiße Haus bis zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli unter ihre Kontrolle zu bringen. So wie die aufständischen Einheiten versucht auch eine Fotojournalistin (Kirsten Dunst) gemeinsamen mit ihrem Kollegen (Wagner Moura) und zwei Zivilisten (Stephen McKinley Henderson, Cailee Spaeny) das Kriegsgebiet zu passieren, um zur Hauptstadt zu gelangen. Doch wem können sie inmitten eines Bürgerkriegs vertrauen?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>„Civil War“ ist weniger ein Roadmovie durch dystopische Landschaften als ein vielschichtiger Kommentar zur kriegstüchtigen Gesellschaft. Regisseur Alex Garland nutzt intensive Bilder, um dem Publikum die Grausamkeit des Krieges nahezubringen – eine Grausamkeit, die nicht nur auf dem Schlachtfeld, sondern tief in den Köpfen sämtlicher Protagonisten wütet. Der Film taucht in die moralischen und psychologischen Grauzonen des Krieges ein und zeigt, wie diese unsägliche Gewalt die Menschen an ihre physischen und psychischen Grenzen treibt. Das Leitmotiv des Films, die vermeintlich einfache Frage „Auf welcher Seite stehst du?“, entpuppt sich als gefährliche Illusion. Die Journalisten, die diese Frage stellen, müssen erkennen, dass die Trennung zwischen „Freund“ und „Feind“ nicht nur zunehmend verschwimmt, sondern auch letztlich bedeutungslos wird. In dieser Hinsicht ist es der Verdienst des Films, die klassische Freund-Feind-Dichotomie nach Carl Schmitt schonungslos zu dekonstruieren. Neben dieser philosophischen Dimension liefert <em>„Civil War“</em> auch eine prägnante Medienkritik: Die Journalisten sind stets auf der Jagd nach dem „money shot“ – dem dramatischsten Moment für ihre Berichterstattung. Dabei wird der Krieg nicht nur dokumentiert, sondern auch ästhetisiert und inszeniert. So wird der Film nicht nur zu einer schonungslosen Reflexion über den Krieg, sondern auch über die Rolle und Verantwortung der Medien in einer zerrissenen, von Konflikten geprägten Welt.</p>
<h3>Challengers – Rivalen</h3>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=AXEK7y1BuNQ"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-2936" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Challengers-Rivalen_Filmposter.jpg?resize=240%2C355&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="355" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Challengers-Rivalen_Filmposter.jpg?w=473&amp;ssl=1 473w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Challengers-Rivalen_Filmposter.jpg?resize=203%2C300&amp;ssl=1 203w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Challengers-Rivalen_Filmposter.jpg?resize=318%2C471&amp;ssl=1 318w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1014" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Drama | Liebesfilm<br />
Kino-Start:  25. April 2024<br />
Regie: Luca Guadagnino<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Tashi Duncan (Zendaya) brachte es in jungen Jahren mit ihren herausragenden Tenniskünsten zu weltweitem Erfolg, ist aufgrund einer Verletzung jedoch inzwischen als Trainerin tätig. Auch ihren Ehemann Art (Mike Faist) coacht die ehrgeizige Powerfrau zum Tennis-Champion. Um sein Formtief zu überwinden, versucht Tashi nun, den Grand-Slam-Sieger zur Teilnahme an einem unterklassigen Turnier zu überreden. Hier soll Art zu alter Stärke zurückfinden. Doch das Comeback nimmt eine überraschende Wendung, als Art gegen Patrick (Josh O’Connor) antreten muss, der nach einem Burnout auf der Tennisweltrangliste abrutschte. Bei Patrick handelt es sich nicht nur um Arts ehemals besten Freund, sondern auch um Tashis früheren Lebensgefährten. Während gegenwärtig alte Gefühle und Rivalitäten hochkochen, muss sich Tashi die alles entscheidende Frage stellen: Wie weit kann sie gehen, um zu gewinnen?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>„Challengers“ ist kein konventioneller Sportfilm, sondern eine mehrdimensionale Studie über Macht, in der das monotone Hin und Her der Ballwechsel als Echo der emotionalen Dynamik seiner Protagonisten dient. Sayombhu Mukdeeproms innovative Kamera, die sich mal am fliegenden Ball orientiert, mal direkt auf den Tennisschlägern zu haften scheint, inszeniert den Wettkampf zwischen den Rivalen äußerst packend. Doch der sportliche Wettbewerb steht hier nicht für sich; er wird zum Vehikel, das die Mechanismen von Dominanz und Ausbeutung offenlegt – Prinzipien, die im neoliberalen Kapitalismus glorifiziert werden und hier in den zwischenmenschlichen Beziehungen explosiv zutage treten. Auch die physische Anziehung zwischen den Figuren ist mehr als bloße Leidenschaft: Sex wird zum Ausdruck des Strebens nach Kontrolle, und „Challengers“ entfaltet sich besonders in den Momenten, in denen die drei Protagonisten ihre sexuell aufgeladenen Konflikte aufbrechen. Dabei ist besonders bemerkenswert, dass die Frau nicht als passives Objekt, sondern als manipulierendes Subjekt auftritt, das die Dynamik zwischen den beiden Männern bestimmt. Innovativ gefilmt, intelligent erzählt und stellenweise brillant gespielt, entwickelt sich „Challengers“ zu einem emotional aufgeladenen Machtspiel, das weit über den Center Court hinausreicht.</p>
<h3>May December</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=_2wg45bRRF8"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-2945" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/may-december-natalie.jpg?resize=240%2C339&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="339" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/may-december-natalie.jpg?w=495&amp;ssl=1 495w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/may-december-natalie.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/may-december-natalie.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1013" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Thriller<br />
Kino-Start:  30. Mai 2024<br />
Regie: Todd Haynes<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;">In den 90er Jahren war die Affäre der damals 36-jährigen Gracie (Julianne Moore) und des 13-jährigen Joe (Charles Melton) ein handfester Skandal und ein gefundenes Fressen für die Boulevardpresse. Mehr als 20 Jahre später führen die beiden ein scheinbar perfektes Vorstadtleben mit netter Nachbarschaft, gepflegtem Garten und drei fast erwachsenen Kindern. Doch ihr häusliches Glück wird gestört, als die berühmte Hollywood-Schauspielerin Elizabeth (Nathalie Portman) eintrifft, um vor Ort für ihre bevorstehende Hauptrolle in einem Film über Gracie zu recherchieren. Während Elizabeth sich in das Alltagsleben von Gracie und Joe einschleicht, kommen die schmerzlichen Fakten der damaligen Ereignisse ans Licht und lassen verschüttete Gefühle wieder aufleben&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>„Insecure people are very dangerous, aren&#8217;t they? I&#8217;m secure. Make sure you put that in there.“ Inspiriert von einem wahren Fall, entfaltet „May December“ von Todd Haynes ein komplexes Psycho-Duell, in dem zwei Frauen mit den Untiefen von Liebe, Kontrolle und Wahrheit konfrontiert werden. Was zunächst als beginnt als scheinbar objektive Beobachtung beginnt, entpuppt sich schnell als manipulatives Spiel mit der Wahrheit. Die Schauspielerin Elizabeth wird zur Antagonistin, die nicht nur Gracies Vergangenheit erforscht, sondern auch eigene dunklen Motive offenbart. In diesem Spannungsfeld verschwimmen die Grenzen zwischen Wahrheit und Lüge; die Auseinandersetzung zwischen den beiden wird zum Spiegelbild eines größeren Kampfes – dem der medialen Öffentlichkeit um die Deutungshoheit eines Narrativs. So wirft der Film einen kritischen Blick auf die manipulative Rolle moderner Medien, die mit Doku-Soaps, Reality-TV und Infotainment die Grenze zwischen authentischer Berichterstattung und inszenierter Fiktion immer weiter verwischen.</p>
<h3>The Bikeriders</h3>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=-OAywYNvbMo"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-2934" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/The-Bikeriders_Filmposter.jpg?resize=240%2C339&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="339" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/The-Bikeriders_Filmposter.jpg?w=495&amp;ssl=1 495w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/The-Bikeriders_Filmposter.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/The-Bikeriders_Filmposter.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignnone wp-image-1012" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597-300x73.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?resize=300%2C73&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="(max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Drama<br />
Kino-Start:  20. Juni 2024<br />
Regie: Jeff Nichols<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Das Leben von Benny Cross (Austin Butler) dreht sich Mitte der 1960er-Jahre um genau zwei Dinge: die Leidenschaft für den Motorrad-Club „Vandals“ unter dem Anführer Johnny (Tom Hardy) und die Liebe zu seiner Frau Kathy (Jodie Comer), die ihn vom ersten Moment an als den unzähmbaren Rebellen akzeptiert, in dem sie sich Hals über Kopf verliebt hat. Doch ihre hingebungsvolle Beziehung wird im Laufe der Jahre zunehmend auf die Probe gestellt, denn Benny hat sowohl dem charismatischen Johnny als auch seiner Frau die Treue geschworen. Schon bald werden die Vandals nicht nur immer größer, sondern auch gefährlicher. Benny muss sich entscheiden zwischen seiner Loyalität zu Johnny und seiner Liebe zu Kathy…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Das Drama „The Bikeriders“ erzählt die fiktive, teils romantisierte Geschichte einer Bikergang, inspiriert von dem gleichnamigen Fotoband des Fotographen Danny Lyon – der selbst Teil des legendären <em>Outlaws Motorcycle Club</em> war. Regisseur Jeff Nichols blickt dabei nicht verklärend auf die Vergangenheit, sondern zeichnet ein vielschichtiges Porträt vom Aufbegehren gegen bürgerliche Enge und der Sehnsucht nach Freiheit, getragen von großartigen Darstellern. Der Film entfaltet im Kern den Widerspruch zwischen Rebellentum und bürgerlicher Existenz. Besonders hervorzuheben ist dabei, dass Jodie Comers Figur der jungen Biker-Ehefrau Kathy, zugleich Erzählerin, einen wirkungsvollen Kontrast zur rauen Männerwelt setzt. In atmosphärisch dichten Bildern fängt Nichols den Geist eines untergehenden Amerikas ein, in der die Grenzen zwischen Romantik und Gewalt, Gemeinschaft und Individualismus zunehmend verschwimmen.</p>
<h3>Ein Mann seiner Klasse</h3>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=bIe14q1dHRg"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-2937" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Ein-Mann-seiner-Klasse_Filmposter.jpg?resize=240%2C339&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="339" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Ein-Mann-seiner-Klasse_Filmposter.jpg?w=708&amp;ssl=1 708w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Ein-Mann-seiner-Klasse_Filmposter.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Ein-Mann-seiner-Klasse_Filmposter.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1013" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Drama<br />
Kino-Start:  02. Juli 2024<br />
Regie: Marc Brummund<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Kaiserslautern im Sommer 1994: Zusammen mit seinen Geschwistern wächst der zehnjährige Christian (Camille Loup Moltzen) in armen Verhältnissen auf. Sein Vater Ottes (Leonard Kunz) verdient mit harter Arbeit den Lebensunterhalt der Familie, doch sein Alkoholkonsum und seine aggressive Art belasten das Familienleben zunehmend. Nach dem plötzlichen Tod von Christians Mutter Mira (Mercedes Müller) droht die Familie endgültig auseinanderzubrechen. Christians Tante Juli (Svenja Jung) nimmt ihn und seine Geschwister zu sich, trotz des Widerstands des Vaters, und setzt mit großem Engagement durch, dass Christian das Gymnasium besuchen kann. Doch der Weg in eine bessere Zukunft ist steinig. In der Schule wird Christian aufgrund seiner Herkunft mit Vorurteilen konfrontiert und auch die neuen Lebenssituation bringt Herausforderungen mit sich. Halt findet er in seiner Leidenschaft für Fußball – besonders dem 1. FC Kaiserslautern – und der Musik von Freddie Mercury, die ihm Mut und Hoffnung geben…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>„Die Leute denken immer, die versaufen ihr Geld, deshalb haben sie keines. Aber es ist genau andersrum. Das Geld reicht nicht mehr, deshalb fangen sie an zu saufen.“ Basierend auf dem gleichnamigen autobiographischen Roman von Christian Baron erzählt „Ein Mann seiner Klasse“ die Geschichte eines Zehnjährigen, der den unaufhaltsamen Verfall seines Vaters in der kapitalistischen Klassengesellschaft miterlebt: Ottes ist in einem Teufelskreis aus Klassenstolz, Alkoholismus und häuslicher Gewalt gefangen. Und doch ist der Film mehr als eine nüchterne Milieustudie. Inmitten der brutalen, tragischen Realität entfaltet sich eine Liebeserklärung an einen Mann, der trotz allem nie aufhörte, für seine Familie zu kämpfen und so eine leise Hoffnung auf seinen Sohn überträgt. Wenn der Junge schließlich seinen eigenen Weg findet, wirkt das wie ein Triumph – ein Kontrast zu den intensiven, oft verstörenden Bildern zuvor. „Ein Mann seiner Klasse“ fühlt sich an, als würde der Boden unter den Füßen plötzlich wegbrechen. Kein Film, der eine gute Stimmung macht – aber einer, der lange nachhallt!</p>
<h3>I.S.S.</h3>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=i48f4AvS-Pk"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-2938" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/I.S.S._Filmposter.jpg?resize=240%2C339&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="339" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/I.S.S._Filmposter.jpg?w=495&amp;ssl=1 495w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/I.S.S._Filmposter.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/I.S.S._Filmposter.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignnone wp-image-1012" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597-300x73.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?resize=300%2C73&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="(max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Science Fiction | Thriller<br />
Kino-Start:  18. Juli 2024<br />
Regie: Gabriela Cowperthwaite<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;">An Bord der Internationalen Raumstation forschen zwei Gruppen von Astronauten – eine aus den Vereinigten Staaten, die andere aus Russland – in den Diensten der Wissenschaft und zum Wohle der Menschheit. Doch ihre Mission gerät in Gefahr, als Dr. Kira Foster (Adriana DeBose) erschüttert erfährt, dass auf der Erde ein verheerender Krieg ausgebrochen ist. Der Kontakt zur Erde reißt ab und die Besatzungen stehen zunächst gemeinsam vor einem Rätsel. Die Situation spitzt sich zu, als die US-amerikanischen Astronauten den Befehl erhalten, die Kontrolle über die Module der Raumstation zu übernehmen. Kurz darauf erreichen auch die russischen Kosmonauten ähnlichen Anweisungen. Das fragile Gleichgewicht zwischen den Gruppen beginnt zu bröckeln und aus Misstrauen wird offene Feindseligkeit. Kann inmitten von Konflikten und Verrat ein Ausweg gefunden werden – oder wird der Krieg auf der Erde auch die letzte Bastion des internationalen Friedens zerstören?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Der Sci-Fi-Thriller „I.S.S.“, bereits 2021 gedreht und daher nicht direkt mit den aktuellen geopolitischen Konflikten verknüpft, bietet dennoch eine scharfsinnige Allegorie auf den zerstörerischen Einfluss des Nationalismus. In der klaustrophobischen Enge der Raumstation entlarvt Regisseurin Cowperthwaite die Fragilität menschlicher Kooperation: Sobald das Subjekt nationalistisch angerufen wird, wandelt sich Solidarität in Misstrauen, Freund wird zu Feind. Trotz der vielversprechenden Prämisse und der packenden Ausgangslage entfaltet der Film sein Potenzial jedoch nicht vollständig – die Inszenierung hätte raffinierter und kammerspielartiger ausfallen können, um die psychologischen Spannungen und Thriller-Elemente stärker herauszuarbeiten. Doch die bittere Wahrheit bleibt: Nicht das Weltall selbst, sondern der Mensch – in seiner Verblendung und Bereitschaft zur Gewalt – stellt die eigentliche lebensfeindliche Kraft dar.</p>
<h3>Verbrannte Erde</h3>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=hlK6stwUOKQ"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-2939" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Verbrannte-Erde_Filmposter.jpg?resize=240%2C339&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="339" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Verbrannte-Erde_Filmposter.jpg?w=495&amp;ssl=1 495w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Verbrannte-Erde_Filmposter.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Verbrannte-Erde_Filmposter.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1014" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Krimi | Thriller<br />
Kino-Start:  18. Juli 2024<br />
Regie: Thomas Arslan<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nach seiner Flucht aus Berlin kehrt Trojan (Mišel Matičević) zurück, auf der Suche nach neuen Aufträgen, da er in finanzielle Not geraten ist. Doch Berlin hat sich in der Zwischenzeit verändert, und seine einstigen Kontakte erweisen sich als weniger ergiebig. Trojan, der sich auf Bargeld-Jobs spezialisiert hat, erkennt schnell, dass dies in einer immer stärker digitalisierten Welt zunehmend schwieriger wird. Schließlich wird ihm von einer Vermittlerin (Anja Schneider) ein verlockendes Angebot unterbreitet: der Diebstahl des Gemäldes „Frau vor der untergehenden Sonne“ von Caspar David Friedrich aus einem renommierten Museum. Für diese heikle Aufgabe schließt er sich der Fluchtfahrerin Diana (Marie Leuenberger), seinem alten Weggefährten Luca (Tim Seyfi) und dem jungen Chris (Bilge Bingul) an. Anfangs läuft der Plan vielversprechend, doch der geheimnisvolle Victor (Alexander Fehling), Handlanger des Auftraggebers, verfolgt eigene Ziele mit dem Gemälde. Bald schon wird der Coup nicht nur zur Frage des Geldes, sondern vor allem zum Überlebenskampf…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>„Wenn ich nicht arbeite, mach&#8216; ich eigentlich nicht viel: Hör&#8216; mich um, sitze in Cafés, Restaurants, seh&#8216; mir die Leute an. Und ich lese Architekturzeitschriften.“ Und so zieht es Trojan vierzehn Jahre nach dem Vorgängerfilm „Im Schatten“ zurück nach Berlin – in eine Stadt, die wie eine unmenschliche Bühne wirkt, verbrannte Erde im wörtlichen wie übertragenen Sinne. Mit formaler Strenge realisiert Regisseur Arslan einen Gangsterfilm, der seine Inspiration deutlich bei Jean-Pierre Melville sucht, dem französischen Großmeister unterkühlter Charakterskizzen. Arslan gelingt es, den Geist von Melvilles Klassikern wie „Der eiskalte Engel“ oder „Vier im roten Kreis“ einzufangen, ohne dass sein Film wie eine bloße Hommage wirkt. Vielmehr greift „Verbrannte Erde“ deren reduzierten Stil auf und führt ihn konsequent weiter: Ein Film der Blicke und Gesten, in dem Dialoge auf das Wesentliche reduziert und die Handlung schnörkellos elegant ist. Im Jahr des Caspar David Friedrich-Jubiläums stellt der Film eine zentrale Frage: Wie viel Romantik steht einem Berufsverbrecher in der Gegenwart überhaupt noch zu? Trojan verkörpert diese Spannung auf eindringliche Weise – als Archetyp des modernen Einzelgängers, dessen Leben von pragmatischer Kälte und einem Hauch unerfüllter Sehnsucht geprägt ist. „Verbrannte Erde“ ist ein eindrucksvoller zweiter Teil der Trojan-Trilogie und beweist, dass sich deutschsprachiges Genrekino nicht verstecken muss. Wir können gespannt sein, wohin Trojans Weg ihn als Nächstes führen wird&#8230;</p>
<h3>Rebel Ridge</h3>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=gF3gZicntIw"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-2940" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Rebel-Ridge_Filmposter.jpg?resize=240%2C300&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="300" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Rebel-Ridge_Filmposter.jpg?resize=819%2C1024&amp;ssl=1 819w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Rebel-Ridge_Filmposter.jpg?resize=240%2C300&amp;ssl=1 240w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Rebel-Ridge_Filmposter.jpg?resize=768%2C960&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Rebel-Ridge_Filmposter.jpg?resize=377%2C471&amp;ssl=1 377w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Rebel-Ridge_Filmposter.jpg?resize=1024%2C1280&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/12/Rebel-Ridge_Filmposter.jpg?w=1080&amp;ssl=1 1080w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignnone wp-image-1012" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597-300x73.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?resize=300%2C73&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="(max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Action<br />
Kino-Start:  06. September 2024<br />
Regie: Jeremy Saulnier<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Als sein Cousin Mike (C.J. LeBlanc) in der US-Kleinstadt Shelby Springs unter mysteriösen Umständen verhaftet wird, reist Terry Richmond (Aaron Pierre) dorthin, um eine Kaution für ihn zu hinterlegen. Doch bald gerät er mit dem aufbrausenden Polizeichef Sandy Burnne (Don Johnson) und seinen korrupten Beamten aneinander, wird enteignet und aus der Stadt verbannt. Doch Terry gibt nicht auf: Mit Hilfe der Gerichtsdienerin Summer McBride (Anna Sophia Robb) beginnt er, tiefgründige Nachforschungen anzustellen. Dabei stößt er auf ein Nest aus Korruption, das bis in die höchsten Kreise reicht. Während seine Gegner davon ausgehen, mit den beiden leichtes Spiel zu haben, unterschätzen sie Terrys Vergangenheit als ehemaliger Marine-Soldat. Mit seinem unerschütterlichen Willen wird Terry zur Bedrohung für die Mächtigen der Stadt – und der Kampf um die Wahrheit nimmt eine gefährliche Wendung…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Subversiv unterläuft Regisseur Jeremy Saulnier die Konventionen des Actionfilms: Der Ex-Marine, der in einem anderen Kontext zur Killermaschine mutieren könnte, wird hier zu einem Deeskalationsexperten, der sich mit fast schon pazifistischen Mitteln der gewalttätigen Logik eines korrupten Systems widersetzt. Der Film stellt eine klare Absage an Gewalt als Lösung dar und verweigert sich der Bestätigung herrschender Strukturen. Vor dem düsteren Hintergrund realer Polizeigewalt gegen schwarze Menschen in den USA entfaltet „Rebel Ridge“ eine beklemmende Latenz. Im zweiten Teil des Films kommt es leider zu einigen erzählerischen Längen, die den innovativen Spannungsaufbau bremsen, ohne jedoch den Gesamteindruck nachhaltig zu beeinträchtigen.</p>
<hr />
<h3>Honorable Mentions:</h3>
<p>Stella. Ein Leben, Poor Things, The Palace, The Holdovers, Last Stop in Yuma County, Rickerl – Musik is höchstens a Hobby, All of Us Strangers, Love Lies Bleeding, Ferrari, Andrea lässt sich scheiden, Ein Glücksfall, Die drei Musketiere – Milady, King&#8217;s Land, Joshua Kimmich – Anführer und Antreiber, Konklave</p>
<hr />
<h3>Filme, die ich 2024 außerdem gesehen habe:</h3>
<p>Argylle, Night Swim, Madame Web, The Book of Clarence, Drive-Away Dolls, Club Zero, The Fall Guy, Planet der Affen: New Kingdom, Bad Director, Furiosa: A Mad Max Saga, Bad Boys: Ride or Die, Beverly Hills Cop: Axel F, A Killer Romance, Führer und Verführer, MaXXXine, Twisters, Deadpool &amp; Wolverine, Zwei zu Eins, Borderlands, The Substance, Speak No Evil, Eifersucht, Megalopolis, Joker: Folie à Deux, Venom: The Last Dance, Gladiator II, Blitz</p>
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		<title>Die Entfremdung des Kinos oder: Die besten Filme 2023</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Matthias Elbert]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 Dec 2023 23:00:42 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[2023]]></category>
		<category><![CDATA[Best-of]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gewiss, Computer Generated Imagery (CGI) eröffnet zeitgenössischen Filmemachern ungeahnte Möglichkeiten zur Darstellung phantastischer Welten. Majestätische Landschaften, mystische Kreaturen und spektakuläre Actionsequenzen – all dies lässt sich dank CGI mit einem Mausklick auf der Leinwand zum Leben erwecken. Doch die Faszination für die visuelle Perfektion birgt gleichzeitig auch Gefahren. Aktuell droht der Blockbuster-Film entweder zur opulenten [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Gewiss, Computer Generated Imagery (CGI) eröffnet zeitgenössischen Filmemachern ungeahnte Möglichkeiten zur Darstellung phantastischer Welten. Majestätische Landschaften, mystische Kreaturen und spektakuläre Actionsequenzen – all dies lässt sich dank CGI mit einem Mausklick auf der Leinwand zum Leben erwecken. Doch die Faszination für die visuelle Perfektion birgt gleichzeitig auch Gefahren. Aktuell droht der Blockbuster-Film entweder zur opulenten Werbefläche für kommerzielle Produkte zu verkommen oder in seelenlosem Fan-Service unterzugehen.</p>
<p style="text-align: justify;"><span id="more-2786"></span></p>
<h3>Verlust der narrativen Kraft im Hollywood-Film</h3>
<p style="text-align: justify;">Statt tiefgründiger Charaktere und fesselnder Geschichten dominiert auf der Kinoleinwand neuerdings die Inszenierung von Marken und Produkten. Ob Turnschuhe (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=0UB_g62v37o">Air – Der große Wurf</a>), Spielzeug (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=4goO4tQRMAA">Barbie</a>, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=TnGl01FkMMo">Super Mario</a>, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=GVPzGBvPrzw">Gran Turismo</a>, LEGO-Franchise), Luxusmarken (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=pGi3Bgn7U5U">House of Gucci</a>) oder Tech-Giganten (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=2RB3edZyeYw">The Social Network</a>, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=aEr6K1bwIVs">Steve Jobs</a>) – die Filmwelt scheint sich dem Kommerz bereitwillig zu beugen. An anderer Stelle (beispielhaft: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=j3KMwp2-37w">Indiana Jones und das Rad des Schicksals</a>; <a href="https://www.youtube.com/watch?v=qSqVVswa420">Top Gun: Maverick</a>; <a href="https://www.youtube.com/watch?v=ZlNFpri-Y40">Ant-Man and the Wasp: Quantumania</a>) wird die künstlerische Vision rigoros einer kalkulierten Beliebigkeit geopfert: Stereotype und formelhafte Erzählmuster prägen das Bild, der Anspruch an erzählerische Innovation und Originalität schwindet. Die einst so zentrale Bedeutung der Geschichte und der Charakterentwicklung tritt in den Hintergrund. Statt narrativer Kraft dominiert die reine Befriedigung kommerzieller Interessen und oberflächlicher Fan-Begeisterung. Das Kino versinkt in einer nostalgischen Welt der Wiederholung, in der der Konsum von bekannten Versatzstücken (Stichwort: banale Post- bzw. Mid-Credit-Scenes) wichtiger erscheint als die Entstehung neuer, inspirierender Geschichten.</p>
<p style="text-align: justify;">Die zunehmende Verflechtung von Filmindustrie und Konsumkultur wirft ein Schlaglicht auf die manipulativen Auswirkungen des Neoliberalismus auf unsere Gesellschaft. Der Kinofilm wird zum allgegenwärtigen Schaufenster des Konsums, in dem Waren als zentrale Elemente identitärer Lebensgestaltung und persönlicher Selbstverwirklichung inszeniert werden. Filme dienen nicht mehr allein der Unterhaltung, sondern werden gleichzeitig zur Vermarktung von Marken, Lebensgewohnheiten und Gebrauchsgütern instrumentalisiert. Unterhaltung und Konsum verschmelzen zu einem untrennbaren Gebilde.</p>
<h3>Die Stimme Bertolt Brechts</h3>
<p style="text-align: justify;">Wie lässt sich das Spannungsverhältnis zwischen der zunehmenden Kommerzialisierung des Kinos und dem Ideal seiner künstlerischen Integrität und gesellschaftlichen Verantwortung auflösen? Inwieweit kann Kunst in einer durchökonomisierten Welt noch ihre Funktion als kritisches Spiegelbild und Katalysator für gesellschaftliche Veränderungen erfüllen? Bertolt Brechts dialektische Forderung nach einer Kunst, die den Widerspruch zur Wirklichkeit zeigt, erscheint in diesem Kontext aktueller denn je. Die Gefahr der Vereinnahmung durch kapitalistische Interessen und die Banalisierung des Diskurses durch oberflächliche Unterhaltung müssen kritisch hinterfragt werden. Es bedarf einer tieferen Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des Neoliberalismus auf Film und Gesellschaft. Nur durch eine bewusste Reflexion dieser Entwicklung kann der Einfluss ökonomischer Interessen auf die Kunst und die Wahrnehmung der Wirklichkeit begrenzt und ein Raum für kritisches Denken und gesellschaftliche Veränderung erhalten bleiben.</p>
<p style="text-align: justify;">In diesem Spannungsfeld liegt also <a href="https://matthias-elbert.de/kultur/die-besten-filme-2022/">erneut die Herausforderung</a>, die besten Filme des Jahres 2023 zu finden. Denn neben den erwähnten Blockbustern, gab es auch in diesem Jahr eine Vielzahl anspruchsvoller Filme, die sich der totalen Vereinnahmung durch den Kommerz entziehen und dem Anspruch an eine kritische und reflektierende Kunst gerecht werden. Nachfolgend findet Ihr meine persönliche Auswahl – per Klick auf das Filmposter geht’s zum Trailer.</p>
<h3>The Banshees of Inisherin</h3>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=uRu3zLOJN2c"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-2787" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/il_fullxfull.4354503158_spxz.webp?resize=240%2C356&#038;ssl=1" alt="Plakat des Films „The Banshees of Inisherin“ mit Colin Farrell und Brendan Gleeson, die an einem Strand stehen und aufs Meer blicken, mit einem Hund zwischen ihnen. Der Text enthält die Namen der Darsteller." width="240" height="356" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/il_fullxfull.4354503158_spxz-scaled.webp?resize=691%2C1024&amp;ssl=1 691w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/il_fullxfull.4354503158_spxz-scaled.webp?resize=203%2C300&amp;ssl=1 203w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/il_fullxfull.4354503158_spxz-scaled.webp?resize=768%2C1138&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/il_fullxfull.4354503158_spxz-scaled.webp?resize=1037%2C1536&amp;ssl=1 1037w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/il_fullxfull.4354503158_spxz-scaled.webp?resize=1382%2C2048&amp;ssl=1 1382w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/il_fullxfull.4354503158_spxz-scaled.webp?resize=318%2C471&amp;ssl=1 318w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/il_fullxfull.4354503158_spxz-scaled.webp?resize=1024%2C1517&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/il_fullxfull.4354503158_spxz-scaled.webp?w=1728&amp;ssl=1 1728w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/il_fullxfull.4354503158_spxz-scaled.webp?w=1330&amp;ssl=1 1330w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a></p>
<p><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1014" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Drama | Komödie<br />
Kino-Start:  5. Januar 2023<br />
Regie: Martin McDonagh</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der gutherzige, treue Pádraic Súilleabháin (Colin Farrel) lebt im Jahr 1932 auf Inisherin, einer kleinen Insel vor der irischen Küste in der Galwaybucht. Jeden Tag um Punkt 14 Uhr holt er seinen besten Freund Colm Doherty (Brendan Gleeson) bei ihm Zuhause ab, um den restlichen Tag mit ein paar Pints im örtlichen Pub zu verbringen. Aber diesmal öffnet Colm nicht die Tür. Stattdessen erläutert Colm seinem vormals besten Freund, dass er, ohne dass es dafür einen konkreten Anlass gäbe, einfach nichts mehr mit ihm zu tun haben wolle. Und er geht sogar noch weiter: Wenn Pádraic ihn trotzdem anspricht, wolle er sich in Zukunft jedes Mal selbst einen Finger abschneiden, bis er seine geliebte Geige irgendwann gar nicht mehr spielen kann…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>„Ich habe nichts gegen dich, Pádraic. Ich will einfach nicht mehr dein Freund sein.“ Auf einer kleinen irischen Insel entfaltet sich eine parabelhafte Geschichte über die zerbrechliche Freundschaft zwischen zwei schrulligen Charakteren, meisterhaft gespielt von Colin Farrell und Brendan Gleeson. Die Kulisse ist dabei bewusst gewählt: Die raue, irische Landschaft scheint die Wut, den Schmerz und die Einsamkeit der Protagonisten zu spiegeln. Mit ihrer Sturheit und ihrem Unvermögen zu kommunizieren, setzen die beiden Freunde schließlich eine Tragödie in Gang, welche die Sinnlosigkeit menschlicher Fehden mal mit lakonischem Humor, mal auf groteske Weise offenbart. Martin McDonagh gelingt ein beeindruckendes Plädoyer für Frieden und Versöhnung und ein starkes Statement gegen die zerstörerische Kraft von Wut und Hass. Einer der besten Filme des Jahres!</p>
<h3>Das Lehrerzimmer</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=Ggw1wyC5gc0"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-2801" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/DasLehrerzimmer_Plakat.jpg?resize=240%2C340&#038;ssl=1" alt="Plakat zum Film „Das Lehrerzimmer“ mit der Schauspielerin Leonie Benesch. Sie wirkt nachdenklich vor einem dunkelblauen Hintergrund mit dem Satz „Was im Lehrerzimmer passiert, bleibt im Lehrerzimmer." width="240" height="340" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/DasLehrerzimmer_Plakat.jpg?resize=723%2C1024&amp;ssl=1 723w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/DasLehrerzimmer_Plakat.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/DasLehrerzimmer_Plakat.jpg?resize=768%2C1087&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/DasLehrerzimmer_Plakat.jpg?resize=1085%2C1536&amp;ssl=1 1085w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/DasLehrerzimmer_Plakat.jpg?resize=1447%2C2048&amp;ssl=1 1447w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/DasLehrerzimmer_Plakat.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/DasLehrerzimmer_Plakat.jpg?resize=1024%2C1449&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/DasLehrerzimmer_Plakat.jpg?w=1752&amp;ssl=1 1752w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/DasLehrerzimmer_Plakat.jpg?w=1330&amp;ssl=1 1330w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1013" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Drama</strong><br />
<strong>Kino-Start: 18. Februar 2023</strong><br />
<strong>Regie: <span class="mw-page-title-main">İlker Çatak</span></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Carla Nowak (Leonie Benesch), eine engagierte Sport- und Mathematiklehrerin, tritt ihre erste Stelle an einem Gymnasium an. Im neuen Kollegium fällt sie durch ihren Idealismus auf. Als es an der Schule zu einer Reihe von Diebstählen kommt und einer ihrer Schüler verdächtigt wird, beschließt sie, der Sache eigenständig auf den Grund zu gehen. Zwischen empörten Eltern, rechthaberischen Kollegen und angriffslustigen Schülern versucht Carla zu vermitteln, wird dabei jedoch schonungslos mit den Strukturen des Systems Schule konfrontiert. Je verzweifelter sie sich bemüht, alles richtig zu machen, desto mehr droht die junge Lehrerin daran zu zerbrechen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>„Das Lehrerzimmer“ zeichnet ein vielschichtiges Psychogramm einer jungen Lehrerin, die im Laufe der Geschichte an ihre Grenzen stößt: Getrieben von Idealismus will sie für Wahrheit und Gerechtigkeit sorgen, löst damit jedoch eine folgenreiche Welle von Misstrauen und Selbstjustiz aus. <span class="mw-page-title-main">İlker Çatak liefert keine einfachen Antworten, sondern stellt in seiner modernen Parabel komplexe Fragen nach Moral und Verantwortung. Eindringlich zeigt er, wie schnell selbst eng verbundene Gemeinschaften wie ein Lehrerkollegium von außen destabilisiert werden können. Absolut verdienter deutscher Beitrag für die Shortlist der <span lang="en-Latn">Academy Awards</span> 2024.</span></p>
<h3>Sonne<strong> und Beton</strong></h3>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=qiepdcWFu9Y"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-2789" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/sonne-und-beton.jpg?resize=240%2C340&#038;ssl=1" alt="Poster für den Film „Sonne und Beton“ nach dem Bestseller von Felix Lobrecht mit den vier Protagonisten vor einer Skyline im Sonnenuntergang und einem Hinweis auf den Kinostart am 2. März 2023." width="240" height="340" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/sonne-und-beton.jpg?w=494&amp;ssl=1 494w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/sonne-und-beton.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/sonne-und-beton.jpg?resize=332%2C471&amp;ssl=1 332w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1013" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Drama</strong><br />
<strong>Kino-Start: 18. Februar 2023</strong><br />
<strong>Regie: David Wnendt</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Im Sommer 2003 klettern die Thermometer in Deutschland auf Rekordhöhen – auch im Berliner Ortsteil Gropiusstadt. Dort, am Rande der Großstadt und Gesellschaft, leben Lukas (Levy Rico Arcos), Gino (Rafael Klein-Hessling) und Julius (Vincent Wiemer). Wie mit den Temperaturen geht es bei ihnen zur Abwechslung mal heiß her. Denn normalerweise haben die Freunde für nichts Geld, außer ausnahmsweise mal für Gras. Beim Graseinkauf im Park geraten die drei jedoch zwischen die Fronten der Dealer. Einer verprügelt Lukas und verlangt 500 Euro Schutzgeld. Die hat Lukas natürlich nicht, woher auch? Also heckt er zusammen mit seinem Klassenkameraden Sanchez (Aaron Maldonado-Morales) einen Plan aus: die neuen Schulcomputer klauen und zu Geld machen. Ohne Einbruch ins Lager wird das jedoch nichts. In den Köpfen der Jugendlichen klingt das trotzdem nach einem wasserdichten Plan…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Mit der Adaption des gleichnamigen Romans von Felix Lobrecht tauchen wir in die trostlose Realität von Berlin-Gropiusstadt ein: Das von Walter Gropius entworfene Viertel am Rande von Neukölln sollte eigentlich luftiger und weiter sein. Doch Wohnungsnot und der Rotstift der Politik führten zu einer Komprimierung des Konzepts. Wnendt fängt mit atmosphärischen Bildern und rasanter Handlung die verzweifelte Hoffnungslosigkeit und brodelnde Wut der Jugendlichen in diesem sozialen Brennpunkt ein. Die Tristesse der Architektur spiegelt die trostlose Realität des Lebens in diesem Milieu wider. Schonungslos zeigt er die zerstörerischen Auswirkungen auf die jungen Menschen, ohne dabei in Klischees zu verfallen: Die Protagonisten sind Gefangene eines Systems, das ihnen keine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben lässt, sondern die Armut und Perspektivlosigkeit ihrer prekären Verhältnisse sogar perpetuiert. Ihre Aggression und Rebellion sind hingegen Ausdruck eines Klassenkonflikts, der auch in der deutschen Gesellschaft immer deutlicher zutage tritt. „Sonne und Beton“ ist ein sehenswertes Plädoyer für die Überwindung ebendieser Klassengesellschaft!</p>
<h3><strong>Roter Himmel</strong></h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=R2Nsza3tyBQ"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-2791" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Roter-Himmel.png?resize=240%2C339&#038;ssl=1" alt="Poster für den Film „Roter Himmel“ mit einer Nahaufnahme eines Mannes und einer Frau mit verschränkten Köpfen, die Gefühle von Intimität und Sorge zeigen, mit Filmcredits und Titeleinblendung." width="240" height="339" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Roter-Himmel.png?resize=724%2C1024&amp;ssl=1 724w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Roter-Himmel.png?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Roter-Himmel.png?resize=768%2C1086&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Roter-Himmel.png?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Roter-Himmel.png?w=835&amp;ssl=1 835w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1014" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Drama</strong><br />
<strong>Kino-Start: 22. Februar 2023</strong><br />
<strong>Regie: Christian Petzold</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Eigentlich wollten Leon (Thomas Schubert) und Felix (Langston Uibel) den Sommer im Ferienhaus an der Ostsee zu zweit verbringen. Als Freunde und vor allem arbeitend; der eine an seinem zweiten Roman, der andere, um seine Kunstmappe fertigzustellen. Aber Nadja (Paula Beer) und Devid (Enno Trebs) sind auch da und bringen jede Menge positive Vibes mit. Vier junge Menschen also beim Sich-Lieben, auch wenn das insbesondere Leon nicht ganz leichtfällt. Sein unvollendetes Manuskript verfolgt ihn auf Schritt und Tritt, in die Gartenlaube und an den Strand. Die gute Stimmung der anderen lässt seine eigene meist noch schlechter werden. Doch der Besuch seines Verlegers Helmut (Matthias Brandt) naht. Als dieser schließlich im schneidigen Kleinwagen um die Ecke biegt, beginnt der Wald zu brennen. Es regnet Asche, der Himmel färbt sich rot und das Beziehungsdrama nimmt eine plötzliche Wende…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>„Irgendetwas stimmt hier nicht!“ – dieser Satz umreißt die subtile Spannung, die Christian Petzolds Film „Roter Himmel“ von Beginn an durchzieht. Was zunächst als sommerliches Beziehungsdrama anmutet, entwickelt sich im Laufe der Handlung zu einem vielschichtigen Werk. Denn die Idylle des abgelegenen Ferienhauses an der Ostsee trügt – unter der Oberfläche brodeln Unbehagen und Sehnsucht, unerfüllte Liebe und Eifersucht. Geschickt bedient sich Petzold bei Motiven der deutschen Romantik: Der Wald symbolisiert Gefahr und Verirrung, das Meer dient hingegen als Ort der Begegnung und Freiheit. Im abgeschiedenen Haus kommt es zur Konfrontation mit den eigenen Ängsten. Der immer dominanter werdende rote Himmel, steht sinnbildlich für die Leidenschaft, welche die Protagonisten innerlich zerreißt. Diese unerfüllte Sehnsucht, artikuliert in Heinrich Heines Gedicht „Der Asra“, führt unweigerlich ins Unglück. Petzold inszeniert diese Entwicklung mit viel Gespür für Zwischentöne und Bildsprache. Die Kamera fängt die Schönheit der Natur und die Verletzlichkeit der Figuren ein. Das gesamte Spiel des Schauspiel-Ensembles ist beeindruckend. Mit „Roter Himmel gelingt Petzold ein zutiefst romantischer Film, der die Fragilität des Glücks und die Abgründe der menschlichen Seele aufzeigt. Großes Kino!</p>
<h3>TÁR</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=Na6gA1RehsU"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-2792" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/TAR.jpg?resize=240%2C339&#038;ssl=1" alt="Poster für den Film „Tár“ mit Cate Blanchett als Dirigentin, die dramatisch mit ausgestreckten Armen posiert und dem Betrachter den Rücken zuwendet. Der Text enthält Filmcredits und den Slogan „Demnächst im Kino“." width="240" height="339" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/TAR.jpg?w=495&amp;ssl=1 495w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/TAR.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/TAR.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1012" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597-300x73.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?resize=300%2C73&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Drama</strong><br />
<strong>Kino-Start: 2. März 2023</strong><br />
<strong>Regie: Todd Field</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Lydia Tár (Cate Blanchett) ist die erste weibliche Chefdirigentin eines großen deutschen Orchesters. Sie wird weltweit gefeiert und steht mit den Berliner Philharmonikern vor einer außergewöhnlichen Leistung. Gemeinsam hat man schon fast den kompletten Zyklus Gustav Mahlers aufgeführt. Nur die berühmte 5. Sinfonie fehlt noch, die aufgrund einer coronabedingten Verschiebung nun in der nächsten Spielzeit auf dem Programm steht. Doch während der Proben offenbaren sich immer mehr Risse in Társ Welt. Ihre Ehe mit ihrer ersten Violinistin (Nina Hoss) läuft längst nicht mehr so gut wie früher und der Selbstmord einer einst von ihr geförderten, dann aber fallen gelassenen Musikerin lässt sie panisch jegliche E-Mail-Korrespondenz mit dieser löschen. Dann tritt noch eine junge Cellistin (Sophie Kauer) in ihr Leben, die Tár unglaublich fasziniert…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>In seinem provokanten Drama „TÁR“ zeichnet Regisseur Todd Field ein vielschichtiges Bild der Kunstszene als Haifischbecken. Ohne dabei eine eindeutige Position zu beziehen, beleuchtet er die Widersprüche der #MeToo-Bewegung und die komplexen Machtstrukturen im Kulturbetrieb. Cate Blanchett brilliert in der Hauptrolle als Lydia Tár, einer ambivalenten Figur, die stellenweise Züge einer Antiheldin trägt. Zwar steht ihr Genie als Künstlerin außer Frage, doch ihr narzisstisches und manipulatives Verhalten lässt sie im Laufe des Films zunehmend unsympathisch wirken. Schließlich wird sie des sexuellen Missbrauchs beschuldigt und erlebt einen erbarmungslosen Shitstorm in den sozialen Medien. Ihre Karriere steht vor dem Aus, sie wird zur persona non grata erklärt. In der aufgeheizten Atmosphäre der Cancel Culture stellt der Film die Frage nach der Unschuldsvermutung, gibt jedoch keine eindeutige Antwort, sondern lädt zur Reflexion ein. „TÁR“ ist ein Film für alle, die sich für die gesellschaftlichen Debatten unserer Zeit interessieren und sich nicht scheuen, komplexe Themen und ambivalente Charaktere zu diskutieren.</p>
<h3>John Wick: Kapitel 4</h3>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=qEVUtrk8_B4"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-2873" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/03/vppo7eOOkkjoSoBSglYIxLDB0dJ.jpg?resize=240%2C360&#038;ssl=1" alt="Werbeplakat für den Film „John Wick: Kapitel 4“ mit Keanu Reeves in dunklem Anzug und Krawatte, der eine Waffe hält, vor einem dramatischen neonroten Lichthintergrund." width="240" height="360" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/03/vppo7eOOkkjoSoBSglYIxLDB0dJ-scaled.jpg?resize=683%2C1024&amp;ssl=1 683w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/03/vppo7eOOkkjoSoBSglYIxLDB0dJ-scaled.jpg?resize=200%2C300&amp;ssl=1 200w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/03/vppo7eOOkkjoSoBSglYIxLDB0dJ-scaled.jpg?resize=768%2C1152&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/03/vppo7eOOkkjoSoBSglYIxLDB0dJ-scaled.jpg?resize=1024%2C1536&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/03/vppo7eOOkkjoSoBSglYIxLDB0dJ-scaled.jpg?resize=1365%2C2048&amp;ssl=1 1365w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/03/vppo7eOOkkjoSoBSglYIxLDB0dJ-scaled.jpg?resize=314%2C471&amp;ssl=1 314w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2024/03/vppo7eOOkkjoSoBSglYIxLDB0dJ-scaled.jpg?w=1707&amp;ssl=1 1707w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1014" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Action | Thriller</strong><br />
<strong>Kino-Start: 23. März 2023</strong><br />
<strong>Regie: Chad Stahelski</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Profikiller John Wick (Keanu Reeves) hat mit seinem Rachefeldzug die halbe Unterwelt gegen sich aufgebracht – zu viel für die Hohe Kammer. Sie setzt der Marquis de Gramont (Bill Skarsgård) mit allen Vollmachten ein, um Wick endgültig zur Strecke zu bringen. Der verlangt erst einmal Rechenschaft von allen, die Wick geholfen haben – wie Hotelbetreiber Winston (Ian McShane) und dessen loyalem Concierge Charon (Lance Reddick). Der legendäre Auftragskiller versteckt sich unterdessen bei seinem alten Freund Shimazu (Hiroyuki Sanada) in Osaka. Doch dort spüren ihn die Männer des Marquis bald auf. Die werden ausgerechnet von Johns bestem Freund begleitet: Der blinde Caine (Donnie Yen) ist eigentlich ausgestiegen, doch wird nun gezwungen, Jagd auf Wick zu machen. Dieser hat nur eine Chance, um zu überleben. Dazu bedarf es jedoch erst einmal einer Reise nach Berlin und Paris…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Willkommen zurück, Mr. Wick! Chad Stahelskis meisterhafter Actionthriller entführt uns auf eine atemberaubende Reise quer über den Globus – von New York nach Osaka, Berlin und Paris. „John Wick: Kapitel 4“ besticht zwar nicht durch eine tiefgründige Geschichte, wohl aber durch seine besondere Ästhetik: Dan Laustens Kamera inszeniert <span style="font-weight: normal;">Kämpfe</span> wie ein <span style="font-weight: normal;">Ballett </span>– bis ins Detail geplant, ohne hektische Schnitte und perfekt abgestimmt auf die Musik von Tyler Bates. Gewitzte Choreographien, abwechslungsreiche Schauplätze und einfallsreiche Kameraperspektiven sorgen dafür, dass die zahlreichen Kampfszenen nie langweilig werden – etwa, wenn sich die Schüsse, Stiche und Hiebe mitten auf den Kreisverkehr des Place Charles-de-Gaulle verlagern oder die Kamera in einer innovativen Plansequenz in die Top-Down-Perspektive wechselt, um die Künstlichkeit dieser Parallelwelt zu unterstreichen. Um die Geschichte des einsamen Rächers fortzuschreiben, nutzt Stahelski gezielt Licht und Beleuchtung aus. So zerschneiden in einem Berliner Club gelb-grüne Neonlichter die Dunkelheit und werfen flackernde Schatten auf die kämpfenden Körper. Die Musik pulsiert, Stroboskoplichter blitzen auf und zerlegen die Szene in ein Fragment aus Licht und Schatten – ein Sinnbild für John Wicks Leben im Schattenreich der Assassinen. Der Sonnenaufgang wiederum, der das finale Duell vor der Sacré-Cœur de Montmartre in ein goldenes Licht taucht, erinnert an die Gemälde eines William Turner und verleiht der Szene eine zusätzliche Dramatik. „John Wick: Kapitel 4“ ist avantgardistisches Bewegungskino in seiner reinsten Form, eine Hommage an einige der großen Actionfilme der Vergangenheit und <span style="font-weight: normal;">unverzichtbar für alle, die spektakuläre Bilder auf der großen Leinwand erleben wollen.</span></p>
<h3>Seneca – Oder: Über die Geburt von Erdbeben</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=0pSVV_LxqRg"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-2790" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Seneca.jpg?resize=240%2C339&#038;ssl=1" alt="Plakat des Films „Seneca“ mit John Malkovich als Seneca, der vor einer großen goldenen O-Form steht und ein blutbespritztes weißes Gewand trägt, was eine dramatische und intensive Handlung erwarten lässt." width="240" height="339" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Seneca.jpg?w=495&amp;ssl=1 495w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Seneca.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Seneca.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1012" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597-300x73.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?resize=300%2C73&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Drama | Komödie</strong><br />
<strong>Kino-Start: 23. März 2023</strong><br />
<strong>Regie: Robert Schwentke</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Rom im Jahre 65 n. Chr.: Als Ziehvater und Vordenker des späteren Kaisers Nero (Tom Xander) ist Seneca (John Malkovich) maßgeblich am Aufstieg des jungen Tyrannen zu einem der wohlhabendsten und einflussreichsten Männer Roms beteiligt. Der Philosoph, bekannt für seine großen Reden über Verzicht und Milde, gehört selbst zu den reichsten Männern im alten Rom. Doch eines Tages wird der Schüler seines Lehrers überdrüssig und beschuldigt ihn der Komplizenschaft bei einem Attentat. Während opulenter Feierlichkeiten in Senecas Haus, das Seneca zusammen mit seiner Frau Paulina (Lilith Stangenberg) bewohnt, befielt ihm der Despot, sich selbst zu töten. Überrascht muss sich Seneca die Frage stellen, was er wirklich war, Opportunist, Heuchler oder Kollaborateur. Ist Seneca bereit für einen ehrenhaften Freitod oder bleibt noch etwas Zeit für ein paar philosophische Ausschweifungen und spitzzüngige Lektionen?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Als absurde Politkomödie deckt „Seneca – Oder: Über die Geburt von Erdbeben“ ein totalitäres System auf, in dem Machtmissbrauch und Willkür regieren. John Malkovich brilliert in der Hauptrolle als Seneca, einem Moralphilosophen, der inmitten der Korruption und des Opportunismus auf verlorenem Posten steht. Mit sarkastischem Witz zeigt Malkovich die Widersprüche des Seneca auf, der selbst nicht frei von den Verlockungen der Macht ist. Folgerichtig muss er an seinen eigenen Maßstäben scheitern. John Malkovich brilliert in der Hauptrolle als Seneca, einem Moralphilosophen, der inmitten der Korruption und des Opportunismus auf verlorenem Posten steht. Der Film ist gespickt mit tiefschwarzem Humor und grotesken Szenen, die geschickt die Absurdität des Systems entlarven. Die Anspielungen auf die heutige Weltlage (,Präsident‘) wirken allerdings manchmal etwas zu plakativ.<strong><br />
</strong></p>
<h3>Maigret und das tote Mädchen</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=9Q1NTvyLxgY"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-2802" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Maigret.jpg?resize=240%2C340&#038;ssl=1" alt="Die dunkle Silhouette eines Mannes mit Hut und Mantel, der eine Pfeife hält, ist auf einem Plakat für den Film „Maigret“ zu sehen, auf dem der Name Gérard Depardieu steht." width="240" height="340" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Maigret.jpg?resize=724%2C1024&amp;ssl=1 724w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Maigret.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Maigret.jpg?resize=768%2C1086&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Maigret.jpg?resize=1086%2C1536&amp;ssl=1 1086w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Maigret.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Maigret.jpg?resize=1024%2C1449&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Maigret.jpg?w=1131&amp;ssl=1 1131w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1012" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597-300x73.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?resize=300%2C73&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Krimi</strong><br />
<strong>Kino-Start: 30. März 2023</strong><br />
<strong>Regie: Patrice Leconte</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Paris in den 1950er Jahren: Eine junge Frau wird tot aufgefunden. Die Identität der geheimnisvollen Dame im eleganten Abendkleid wirft einige Fragen auf. Kommissar Maigret (Gérard Depardieu) nimmt sich dem Fall an. Das Rätsel um die unbekannte Tote, die niemand zu vermissen, geschweige denn zu kennen scheint, führt den schwermütigen Kommissar durch das nächtliche Paris und bald schon findet er eine erste Spur in der Kunstszene der Stadt. Doch die Ermittlungen hinterlassen beim einsamen Maigret Spuren: Je näher er der Aufklärung des Verbrechens kommt, desto mehr wird er an ein schmerzhaftes Kapitel seiner eigenen Vergangenheit erinnert&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>In der Filmadaption des Kriminalromans „Maigret und die junge Tote“ von Georges Simenon sieht sich der schwermütige Ermittler Jules Maigret einem Mordfall gegenüber, der ihn tief berührt. Wer war dieses Mädchen? Gérard Depardieu verkörpert den massigen Maigret mit einer schwermütigen Aura, die den Film trägt und gleichzeitig die Last des Falls auf seinen Schultern spürbar macht. Die Inszenierung ist unauffällig, fast schon altmodisch, und verzichtet in Gänze auf überflüssige Effekte. Stattdessen liegt der Fokus auf einer dichten Dämmerlicht-Atmosphäre und der tiefenpsychologischen Charakterstudie des berühmten Kommissars. Seine Ermittlung führt ihn in die Abgründe der menschlichen Seele: Sie ist eine Reise in die Vergangenheit und zugleich die Suche nach eigener Erlösung. Ein Film für alle, die sich Abwechslung zu den Dutzendkrimis des öffentlich-rechtlichen Fernsehens wünschen!</p>
<h3>Pearl</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=L5PW5r3pEOg"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-2794" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Pearl.webp?resize=240%2C356&#038;ssl=1" alt="Poster des Films „Pearl“ mit Mia Goth, deren Hände bis zu den Wangen mit Blut bedeckt sind. Der blutrote Schriftzug listet die Details des Films auf, namentlich die Regie von Ti West." width="240" height="356" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Pearl.webp?resize=691%2C1024&amp;ssl=1 691w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Pearl.webp?resize=202%2C300&amp;ssl=1 202w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Pearl.webp?resize=768%2C1138&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Pearl.webp?resize=318%2C471&amp;ssl=1 318w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Pearl.webp?w=1000&amp;ssl=1 1000w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1013" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Horror</strong><br />
<strong>Kino-Start: 1. Juni 2023</strong><br />
<strong>Regie: Ti West</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Im Jahr 1918, kurz vor Ende des Ersten Weltkriegs und inmitten der spanischen Grippe, lebt Pearl (Mia Goth) auf einer abgelegenen Farm in Texas, während ihr Mann im Krieg kämpft. Ihrem harten Alltag mit ihrem pflegebedürftigen Vater (Matthew Sunderland) und ihrer unzufriedenen, herrschsüchtigen Mutter Ruth (Tandi Wright) steht die große Sehnsucht nach einem glamourösen Leben gegenüber, das sie regelmäßig im örtlichen Kino auf der Leinwand sieht. Erste bedenkliche Anzeichen einer Persönlichkeitsstörung zeigen sich bei Pearl im Umgang mit Tieren und ihrem Vater. Der nahezu unerreichbare Traum von einem besseren Leben bietet zusätzlich den perfekten Nährboden für unterdrückte Gefühle und Triebe, die sich im Laufe der Zeit in psychotischem Wahn und Mordphantasien entwickeln…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>„Pearl“ gibt sich zunächst als packender Psychothriller aus, der geschickt auf die Motive von „Der Zauberer von Oz“ rekurriert. Die Protagonistin mutiert zu einer verdrehten Version der unschuldigen Dorothy, die in ihrem eigenen Wahnsinn versinkt und jegliche Kontrolle über die Realität verliert. Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen, während sich Pearl unaufhaltsam in einen Serienkiller verwandelt. Doch Ti West gelingt mehr als nur ein weiteres Horror-Melodram im Technicolor-Gewand: Im Stile eines bösartigen Märchens taucht er tief in die Psyche einer gequälten Seele ein und legt im Schatten des Ersten Weltkriegs eine erschreckende Vision des amerikanischen Traums offen. Dadurch erweitert er das mit seinem Slasher „X“ (2022) geschaffene Universum um eine weitere, faszinierende Facette.</p>
<h3>Mission Impossible  – Dead Reckoning Part One</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=avz06PDqDbM&amp;t=2s"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-2795" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Mission-Impossible_Dead-Reckoning-Part-One.jpg?resize=240%2C353&#038;ssl=1" alt="Plakat des Films „Mission: Impossible – Dead Reckoning Part One“ mit Tom Cruise und anderen Darstellern in dynamischen Actionposen, mit dramatischen Bildern und der Angabe des Erscheinungsdatums." width="240" height="353" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Mission-Impossible_Dead-Reckoning-Part-One.jpg?w=680&amp;ssl=1 680w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Mission-Impossible_Dead-Reckoning-Part-One.jpg?resize=204%2C300&amp;ssl=1 204w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Mission-Impossible_Dead-Reckoning-Part-One.jpg?resize=320%2C471&amp;ssl=1 320w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1013" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Action | Thriller</strong><br />
<strong>Kino-Start: 13. Juli 2023</strong><br />
<strong>Regie: Christopher McQuarrie</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ethan Hunt (Tom Cruise) begibt sich auf seine siebte und bislang unmöglichste Mission: Gemeinsam mit seinem IMF-Team soll er eine neuartige Waffe ausfindig machen, die dazu in der Lage ist, die Menschheit an den Rand des Dritten Weltkriegs zu führen – und sieht sodann mit mehreren mächtigen Gegnern konfrontiert. Denn zahlreiche Schurken wollen ebenfalls in den Besitz des Schlüssels gelangen, der ihnen die Kontrolle über die mysteriöse Waffe geben würde. Doch der gefährlichste Feind hat weder einen Namen noch ein Gesicht: eine künstliche Intelligenz, die den Agenten immer einen Schritt voraus ist, aber selbst vollkommen unberechenbar agiert. Ein globaler Wettlauf um das Schicksal des Planeten beginnt – der Ethan Hunt gleichzeitig vor einige folgenschwere persönliche Entscheidungen stellt…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Tom Cruise sprengt erneut alle Grenzen! In „Mission Impossible  – Dead Reckoning Part One“ liefert der inzwischen 61-jährige Schauspieler atemberaubende Actionszenen ab, die seinesgleichen suchen. Diesmal steht Ethan Hunt einem Gegner aus der Zukunft gegenüber: einer künstlichen Intelligenz, die die Kontrolle über die Welt übernehmen will. Aber der Film ist mehr als nur ein actiongeladenes Spektakel. Er wirft die brisante Frage nach der Kontrollierbarkeit künstlicher Intelligenz auf. Ethan Hunt und sein Team repräsentieren die Freiheit der Wahl, ein Kriterium, das die menschliche Natur von der Computerintelligenz trennt. In diesem Sinne muss „Mission: Impossible &#8211; Dead Reckoning Part One“ als Kommentar zur aktuellen Debatte über die Zukunft der KI gesehen werden. Zugleich ist der Film auch eine Hommage an das analoge Kino. Tom Cruise verkörpert den Wettstreit des klassischen Hollywood-Helden mit dem digitalen Film, der zunehmend von CGI dominiert wird. Der absolute Goldstandard für Liebhaber des klassischen Actionfilms!</p>
<h3>Oppenheimer</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=uYPbbksJxIg"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-2796" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Oppenheimer.jpg?resize=240%2C356&#038;ssl=1" alt="Poster für den Film „Oppenheimer“ mit Cillian Murphy in weißem Hut, der nachdenklich mit einer Zigarette in den Horizont blickt. Der Hintergrund zeigt einen dramatischen Himmel und stilisierte Kriegsszenen. Regie: Christopher Nolan." width="240" height="356" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Oppenheimer.jpg?resize=691%2C1024&amp;ssl=1 691w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Oppenheimer.jpg?resize=202%2C300&amp;ssl=1 202w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Oppenheimer.jpg?resize=768%2C1138&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Oppenheimer.jpg?resize=318%2C471&amp;ssl=1 318w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Oppenheimer.jpg?w=1012&amp;ssl=1 1012w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1014" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Drama | Historie</strong><br />
<strong>Kino-Start: 20. Juli 2023</strong><br />
<strong>Regie: Christopher Nolan</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Als dem Physiker Julius Robert Oppenheimer (Cillian Murphy) während des Zweiten Weltkriegs die wissenschaftliche Leitung des Manhattan-Projekts übertragen wird, können er und seine Ehefrau Kitty (Emily Blunt) sich nicht vorstellen, welche Auswirkungen Oppenheimers Arbeit nicht nur auf ihr Leben, sondern auf die ganze Welt haben wird. Im Los Alamos National Laboratory in New Mexico sollen er und sein Team unter der Aufsicht von Lt. Leslie Groves (Matt Damon) eine Nuklearwaffe entwickeln – was ihnen auch gelingt. Oppenheimer wird zum „Vater der Atombombe“ ausgerufen, doch dass seine tödliche Erfindung bald folgenschwer in Hiroshima und Nagasaki eingesetzt wird, lässt Oppenheimer Abstand von dem Projekt nehmen. Als der Krieg zu Ende geht, setzt sich Robert Oppenheimer als Berater der US-amerikanischen Atomenergiebehörde, die von Lewis Strauss (Robert Downey Jr.) mitbegründet wurde, für eine internationale Kontrolle von Kernenergie und gegen ein nukleares Wettrüsten ein – und gerät ins Visier des FBI.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>„Was haben wir getan?“ Christopher Nolans „Oppenheimer“ zeichnet ein komplexes Bild des genialen Wissenschaftlers J. Robert Oppenheimer, der als „American Prometheus“ in die Geschichte einging. Der Film porträtiert den Physiker nicht nur als einen Mann der Tat, sondern beleuchtet auch dessen innere Zerrissenheit. Anfangs angetrieben von der Sehnsucht, die Welt durch Wissenschaft zu verbessern, entsetzen ihn zu einem späteren Zeitpunkt die vernichtenden Folgen seiner Forschung. Meisterhaft verkörpert Cillian Murphy den ambivalenten Charakter des Forschers mit seinen widersprüchlichen Facetten: Genie und Ehrgeiz auf der einen Seite, Skrupel und Gewissensbisse auf der anderen. Nolans charakteristischer Einsatz von Zeitlupen, Zeitsprüngen und subjektiven Perspektiven beschwört eine dichte Atmosphäre, die uns in diese paradoxe Gedankenwelt Oppenheimers hineinzieht. Die Detonation der Atombombe ist hingegen der Schlüsselmoment des Films. Sie wirkt als audiovisuelles Inferno, das die apokalyptische Wirkung der nuklearen Waffe in all ihrer Grausamkeit offenbart. An zentraler Stelle wirft der Film somit die Frage nach der Verantwortung der Wissenschaft auf: War die Entwicklung der Atombombe angesichts der Bedrohung durch den Nationalsozialismus ein notwendiges Übel, um Frieden zu schaffen, oder war es ein naiver und kurzsichtiger Akt, der die Menschheit unwiderruflich vor die Möglichkeit der Selbstauslöschung stellt, wie Günter Anders in „Die Antiquiertheit des Menschen“ (1956) argumentierte? „Oppenheimer“ ist eine eindringliche Warnung vor den Gefahren des Krieges und der nuklearen Bedrohung. In der gegenwärtigen Diskussion über die Spirale der Aufrüstung, militaristische Eskalation und die drohende geopolitische Polarisierung könnte Nolans Antikriegsfilm aktueller nicht sein. Er entlarvt auf mahnende Weise den irreführenden Glauben an die Losung „Frieden schaffen mit Waffen“ und stellt die Sinnlosigkeit von Krieg und Gewalt eindringlich dar. Eine unbedingte Empfehlung!</p>
<h3>Jeder schreibt für sich allein</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=9-LGbwnB78E"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-2800" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Jeder-schreibt-fuer-sich-allein.jpg?resize=240%2C340&#038;ssl=1" alt="Plakat des Films „Jeder schreibt für sich allein“, mit Schauspielern in einem modernistischen Treppenhaus, mit Fokus Anatol Regnier, der an einer Treppenwand sitzt, umgeben von Büchern." width="240" height="340" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Jeder-schreibt-fuer-sich-allein.jpg?resize=723%2C1024&amp;ssl=1 723w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Jeder-schreibt-fuer-sich-allein.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Jeder-schreibt-fuer-sich-allein.jpg?resize=768%2C1087&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Jeder-schreibt-fuer-sich-allein.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Jeder-schreibt-fuer-sich-allein.jpg?w=900&amp;ssl=1 900w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1014" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Dokumentation | Essay</strong><br />
<strong>Kino-Start: 24. August 2023</strong><br />
<strong>Regie: Dominik Graf</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Während sich etwa Klaus und Thomas Mann oder Oskar Maria Graf ganz klar als Gegner des Nationalsozialismus positionierten und ins Exil gingen, gab es andere deutsche Autoren, die zu jener Zeit zwischen 1933 und 1945 in Deutschland blieben. Zu diesen gehörten Gottfried Benn, Hans Fallada, Hanns Johst, Erich Kästner, Jochen Klepper, Ina Seidel und Will Vesper. Der 1945 am Ostufer des Starnberger Sees geborene Schriftsteller und Musiker Anatol Regnier begibt sich auf eine Spurensuche, um mehr darüber zu erfahren, warum diese namhaften Persönlichkeiten dem Dritten Reich nicht den Rücken kehrten – und welche Haltung sie dem Nationalsozialismus gegenüber in ihrem Schreiben erkennen ließen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Dominik Grafs Filmessay „Jeder schreibt für sich allein“, nach dem gleichnamigen Buch von Anatol Regnier, beschäftigt sich mit den Biographien ausgewählter Autoren im nationalsozialistischen Deutschland, darunter Erich Kästner, Hans Fallada und Ina Seidel. Angetrieben von der Suche nach einem moralisch integren Handeln in dieser Zeit, begeben sich Graf und Regnier auf die Spurensuche nach den Widersprüchen menschlichen Verhaltens zwischen Anpassung an das Regime, aktivem Widerstand und innerer Emigration. Mittels Montage von Archivmaterial, Interviews und Spielszenen stellt sich der Film die schwierige Aufgabe, die Frage nach Schuld und Unschuld historisch zu kontextualisieren. Gewiss, die Entscheidung für oder gegen die Emigration war keine leichte, da ex ante niemand das Ausmaß der kommenden Schrecken vorhersehen konnte. Andererseits müssen die Lebenslügen hinterfragt werden, die viele Betroffene nach dem Krieg konstruierten, um ihren Entschluss zu rechtfertigen, in Deutschland zu bleiben. Gerade im Spannungsfeld zwischen totaler Schuld und pauschaler Entschuldigung durch Konzepte wie die ,innere Emigration‘ zeigt der Film die Notwendigkeit auf, Abstufungen von Verantwortung zuzulassen. Denn wie sicher kann ein Mensch sich seiner selbst sein? Wie sicher kann er sein, sich unter allen Umständen treu zu bleiben? „Jeder schreibt für sich allein“ lädt dazu ein, auch die moralischen Herausforderungen unserer Zeit zu reflektieren und die eigene Perspektive zu hinterfragen. Gerade in Zeiten der Hypermoral ist es wichtig, sich mit den Grauzonen des Lebens auseinanderzusetzen und zu verstehen, dass es vielfach auf schwierige Fragen keine einfachen Antworten gibt.</p>
<h3>Killers of the Flower Moon</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=EG0si5bSd6I"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-2798" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Killers-of-the-Flower-Moon.jpg?resize=240%2C360&#038;ssl=1" alt="Plakat für den Film „Killers of the Flower Moon“, das Leonardo DiCaprio und Lily Gladstone mit düsteren Mienen vor einem rustikalen, sepiafarbenen Hintergrund zeigt. Regie: Martin Scorsese." width="240" height="360" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Killers-of-the-Flower-Moon.jpg?resize=683%2C1024&amp;ssl=1 683w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Killers-of-the-Flower-Moon.jpg?resize=200%2C300&amp;ssl=1 200w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Killers-of-the-Flower-Moon.jpg?resize=768%2C1152&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Killers-of-the-Flower-Moon.jpg?resize=314%2C471&amp;ssl=1 314w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2023/12/Killers-of-the-Flower-Moon.jpg?w=1000&amp;ssl=1 1000w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1013" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Krimi | Drama</strong><br />
<strong>Kino-Start: 19. Oktober 2023</strong><br />
<strong>Regie: Martin Scorsese</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Vereinigten Staaten in den 1920er Jahren: Auf dem Gebiet der Osage Nation im Bundesstaat Oklahoma wurde jede Menge Öl gefunden, weswegen die dort lebenden indigenen Völker Nordamerikas zu großem Wohlstand gelangt sind. Doch auch die weißen Siedler haben es auf das schwarze Gold abgesehen, allen voran der einflussreiche Rancher William Hale (Robert De Niro) und dessen Neffe Ernst Burkhart (Leonardo DiCaprio), der mit der Osage Mollie (Lily Gladstone) verheiratet ist. Unter den Angehörigen des Osage-Stammes kommt es plötzlich zu mysteriösen Todesfällen, die im Zusammenhang mit den begehrten Ölbohrrechten zu stehen scheinen. Dies löst eine groß angelegte Untersuchung einer völlig neuen Polizeieinheit – dem FBI – aus. Tom White (Jesse Plemons), ehemaliger Texas Ranger und Gesetzeshüter alter Schule, leitet die Ermittlungen für die neue Bundesbehörde und stößt dabei in ein Wespennest aus Korruption und Mord…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>„Greed is an animal that hungers for blood!“: In seinem fesselnden True-Crime-Drama „Killers of the Flower Moon“ führt uns Martin Scorsese erneut in die düsteren Abgründe US-amerikanischer Geschichte. Basierend auf David Granns gleichnamigem Sachbuch erzählt der Film die erschütternde Geschichte der systematischen Ermordung von Mitgliedern des Osage-Stammes in Oklahoma, nachdem auf ihrem Land Öl entdeckt worden war. Mehr als ein spannender Kriminalfilm ist „Killers of the Flower Moon“ eine scharfe Kritik an der destruktiven Kraft des Kapitalismus und eine schonungslose Anklage der Ausbeutungslogik, die das Existenzrecht der Indigenen rücksichtslos ignoriert. Symbolisch steht der ,Flower Moon‘ für die fragile Schönheit der indigenen Kultur, die durch die Habgier weißer Siedler wie eine zarte Frühlingsblume im Schatten wuchernder Gewächse zerdrückt wird. Scorseses meisterhafte Inszenierung, mit opulenten Bildern und einer herausragenden schauspielerischen Leistung insbesondere von Lily Gladstone, Leonardo DiCaprio und Robert De Niro, lässt uns die Tragödie der Osage hautnah erleben. „Killers of the Flower Moon“ ist ein unverzichtbarer Film für alle, die die Schattenseiten des American Dream verstehen und die zerstörerischen Folgen der Profitgier für Mensch und Kultur erkennen wollen.</p>
<hr />
<h3>Honorable Mentions:</h3>
<p>Passagiere der Nacht, Holy Spider, Berlin 1933 – Tagebuch einer Großstadt, The Son, Plane, Knock at the Cabin, Die Aussprache, Der Geschmack der kleinen Dinge, Irgendwann werden wir uns alles erzählen, Sharper, Dead for a Dollar, Inside, Die Fabelmans, Infinity Pool, Maigret, Die drei Musketiere – D&#8217;Artagnan, The Last Kingdom: Seven Kings Must Die, Sisu, Empire of Light, Beau is Afraid, STILL: A Michael J Fox. Movie, Confess, Fletch, Spider-Man: Across the Spider-Verse, Mein fabelhaftes Verbrechen, Jeanne du Barry – Die Favoritin des Königs, Ich sehe was, was du nicht siehst, Der Schwan, The Creator, Gift, Der Rattenfänger, Der Killer, Napoleon</p>
<hr />
<h3>Filme, die ich 2023 außerdem gesehen habe:</h3>
<p>Operation Fortune, Babylon – Rausch der Ekstase, Ein Mann namens Otto, Ant-Man and the Wasp: Quantumania, Talk to Me, Marlowe, 65, Shazam! Fury of the Gods, Batman: The Doom That Came to Gotham, The Ordinaries, Manta Manta – Zwoter Teil, Dungeons &amp; Dragons: Ehre unter Dieben, Air – Der große Wurf, Die Bücher, die Hitler nicht verbrannte, Blood &amp; Gold, Guardians of the Galaxy Volume 3, Asterix &amp; Obelix im Reich der Mitte, Und dann kam Dad, Renfield, Asteroid City, No Hard Feelings, Indiana Jones und das Rad des Schicksals, Barbie, Sie haben Tyrone geklont, Geistervilla, Gran Turismo, Hypnotic, The Equalizer 3 – The Final Chapter, A Haunting in Venice, The Expendables 4, Fair Play, Five Nights at Freddy`s, Hitlerputsch 1923: Das Tagebuch der Paula Schlier, Candy Cane Lane</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://matthias-elbert.de/kultur/entfremdung-des-kinos-die-besten-filme-2023/">Die Entfremdung des Kinos oder: Die besten Filme 2023</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthias-elbert.de">Standpunkte</a>.</p>
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		<title>Mein Austritt aus der SPD</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Matthias Elbert]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 May 2023 12:00:42 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Seit November 2009 war ich Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Die SPD war nach meiner Wahrnehmung eine „linke Volkspartei“, die sich solidarisch den Interessen der Arbeiter und Arbeitnehmer, Minderheiten und den sozial schwachen Teilen der Bevölkerung verschrieben hat. In meinen Augen verfolgte sie überdies eine pragmatische, bisweilen auch kritische Außen- und Sicherheitspolitik, die im Sinne [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Seit November 2009 war ich Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Die SPD war nach meiner Wahrnehmung eine „linke Volkspartei“, die sich solidarisch den Interessen der Arbeiter und Arbeitnehmer, Minderheiten und den sozial schwachen Teilen der Bevölkerung verschrieben hat. In meinen Augen verfolgte sie überdies eine pragmatische, bisweilen auch kritische Außen- und Sicherheitspolitik, die im Sinne der Entspannungspolitik Willy Brandts einen Ausgleich zwischen den gegensätzlichen Interessen von Ost und West suchte. Mit diesen Positionen wähnte ich mich in Übereinstimmung mit dem heute noch gültigen Grundsatzprogramm, dem <a href="https://www.spd.de/fileadmin/Dokumente/Beschluesse/Grundsatzprogramme/hamburger_programm.pdf">„Hamburger Programm“</a> aus dem Jahre 2007.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch nach nahezu fünfzehn Jahren muss ich bedauerlicherweise feststellen, dass die SPD diese Erwartungen nicht erfüllt. Nach reiflicher Überlegung und intensiver Auseinandersetzung mit den politischen Entwicklungen der letzten Zeit möchte ich deshalb zum heutigen Tage meinen Austritt erklären. Im Folgenden möchte ich etwas ausführlicher darlegen, welche Gründe mich zu diesem Schritt bewogen haben.<span id="more-2742"></span></p>
<h3 style="text-align: center;">I.</h3>
<p style="text-align: justify;">Mit großer Sorge beobachte ich, dass die SPD immer stärker an Unterstützung in der Bevölkerung verliert. Die Partei hat in den letzten Jahren mehrere Landtagswahlen verloren und bei der Bundestagswahl 2021 ihr historisch schlechtestes Ergebnis eingefahren. Zwar führte die Kanzlerschaft von Olaf Scholz kurzzeitig zu einem innerparteilichen Stimmungsaufschwung, die eigentlichen Ursachen und Gründe für die elektorale Schwäche der Partei sind jedoch weiterhin vorhanden.</p>
<p style="text-align: justify;">Zu einem großen Teil lässt sich diese Schwäche weiterhin auf die Orientierung der SPD am neoliberalen Wirtschaftsmodell zurückführen. Unter der Führung von Gerhard Schröder wurde ein umfangreiches Reformprogramm umgesetzt, das als „Agenda 2010“ bekannt ist und zu einer Deregulierung des Arbeitsmarktes, einer Flexibilisierung der Beschäftigungsverhältnisse und einer Verschärfung der Bedingungen für den Bezug von Arbeitslosengeld II (Hartz IV/Bürgergeld) führte. Olaf Scholz und Frank-Walter Steinmeier haben sogar aktiv an der Umsetzung dieser Reformen mitgewirkt und sich wiederholt für eine Fortführung dieser Politik ausgesprochen. Die mangelnde Abgrenzung zu neoliberalen Ideen führt dazu, dass die SPD in der öffentlichen Wahrnehmung weiterhin als Partei der ominösen Mitte wahrgenommen und <a href="https://matthias-elbert.de/politik/umdenken-spd/">von vielen Wählern als nicht mehr glaubwürdig empfunden</a> wird, wenn es um soziale Gerechtigkeit und die Interessen von Arbeitnehmern geht.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach jahrelanger Stagnation in der Großen Koalition hat die SPD in der jüngsten Vergangenheit versucht, sich als „reformorientierte“ Partei zu präsentieren, die zwar grundlegend den durch die neoliberalen Reformen geschaffenen Status-Quo verteidigt, dies jedoch gepaart mit sozialer Rhetorik, der formellen Betonung von Chancengleichheit und sozialer Gerechtigkeit sowie einer vermeintlich „linken“ Identitätspolitik. Doch auch dieser progressive Neoliberalismus<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2742_10('footnote_plugin_reference_2742_10_1');" onkeypress="footnote_moveToReference_2742_10('footnote_plugin_reference_2742_10_1');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2742_10_1" class="footnote_plugin_tooltip_text">1</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2742_10_1" class="footnote_tooltip">FRASER, Nancy, <em>Für eine neue Linke oder: Das Ende des progressiven Neoliberalismus</em>, Blätter für deutsche und internationale Politik, Februar 2017.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2742_10_1').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2742_10_1', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> konnte nicht dazu beitragen, dass die SPD ihre Schwäche an der Wahlurne überwinden konnte. Im Gegenteil, die Partei hat bei vielen Wählerinnen und Wählern, die eine klare Positionierung gegenüber der neoliberalen Globalisierung und eine Stärkung des Sozialstaats erwartet hatten, weiter an Glaubwürdigkeit verloren.</p>
<p style="text-align: justify;">Die von einigen Akteuren der Partei offensiv vertretene Identitätspolitik vertieft überdies die Spaltung der Gesellschaft in verschiedene Gruppen, anstatt die solidarischen, in Teilen kommunitaristischen Interessen traditionell sozialdemokratischer Wählermilieus zu berücksichtigen. Analysen der Wahlergebnisse zeigen folglich, dass die SPD insbesondere bei denjenigen Wählergruppen am deutlichsten an Unterstützung verloren hat, die von den Auswirkungen der gesellschaftlichen Denationalisierung<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2742_10('footnote_plugin_reference_2742_10_2');" onkeypress="footnote_moveToReference_2742_10('footnote_plugin_reference_2742_10_2');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2742_10_2" class="footnote_plugin_tooltip_text">2</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2742_10_2" class="footnote_tooltip">HABERMAS, Jürgen, <em>Die postnationale Konstellation. Politische Essays</em>, Frankfurt am Main, 1998.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2742_10_2').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2742_10_2', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> am stärksten betroffen sind, wie etwa Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit niedrigem Einkommen und in prekären Beschäftigungsverhältnissen. Das ist eine fatale Bilanz für eine Partei, deren historische Wurzeln in der Arbeiterbewegung liegen.</p>
<p style="text-align: justify;">Um ihre Schwäche zu überwinden, müsste die SPD sich wieder verstärkt auf diese Wurzeln besinnen. Eine wahrhaft sozialdemokratische Positionierung sollte eine gerechtere Verteilung von Wohlstand und Vermögen zum Ziel haben und sich für eine Stärkung des Sozialstaats und die Bekämpfung von sozialer Ungleichheit und Armut einsetzen.</p>
<h3 style="text-align: center;">II.</h3>
<p style="text-align: justify;">Der unmittelbare Auslöser für meinen Austritt ist jedoch die Lieferung der Leopard 2-Kampfpanzer an die Ukraine. Niemals war die SPD eine pazifistische Partei und ein sicherheitspolitisch realistischer Blick erfordert unter Umständen auch die Aufrüstung der Bundeswehr – wobei die Priorisierung des sog. „Sondervermögens“ angesichts des Mangels an bezahlbarem Wohnraum und des Klimawandels zumindest fraglich ist. Dennoch war der zentrale Aspekt sozialdemokratischer Außenpolitik seit jeher die Förderung der friedlichen Koexistenz zwischen Staaten. Ein Ziel Willy Brandts etwa war es, aus den Erfahrungen der deutschen Geschichte heraus die Beziehungen zu den Staaten des Ostblocks, insbesondere zur Sowjetunion und der DDR, durch Dialog und Entspannungspolitik zu verbessern und die Teilung Europas zu überwinden. Brandts Ostpolitik ist mithin einer der bedeutendsten Beiträge zur deutschen und europäischen Integration und wird zurecht als historisches Erbe der SPD betrachtet. Doch angesprochen auf diese vermittelnde Position gegenüber Russland entschuldigen sich aktuelle sozialdemokratische Amtsträger im vorauseilenden Gehorsam lieber für <a href="https://www.tagesschau.de/inland/steinmeier-russland-109.html">„Fehler der Vergangenheit“</a>, während führende Außenpolitiker der SPD eine jahrzehntealte friedenspolitische Losung in ihr Gegenteil verkehren: <a href="https://www.bundestag.de/mediathek?videoid=7550280#url=L21lZGlhdGhla292ZXJsYXk/dmlkZW9pZD03NTUwMjgw&amp;mod=mediathek">„Frieden schaffen mit Waffen.“</a> Dies ist zynisch gegenüber den Opfern sämtlicher Kriege und nicht akzeptabel!</p>
<p style="text-align: justify;">Die kontinuierliche Lieferung von Kriegswaffen in Konfliktgebiete steht folglich in einem fundamentalen Widerspruch zur traditionellen Außenpolitik der Sozialdemokratie. Fraglos stellt die russische Aggression einen massiven Bruch des allgemeinen Gewaltverbots, Art. 2 Nr. 4 UN-Charta, dar, vor deren Gewalt nicht ohne Gegenwehr zurückgewichen werden muss. Die Lieferung deutscher Kampfpanzer verstärkt jedoch die offensiven Fähigkeiten der Ukraine, führt zum manifesten Risiko einer nuklearen Eskalation und macht die Bundesrepublik faktisch zu einer Kriegspartei.</p>
<p style="text-align: justify;">Denn der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine muss zwingend im Kontext eines Stellvertreterkrieges zwischen Russland und den USA ausgelegt werden. John J. Mearsheimer vertritt die Position, dass die Unterstützung der Ukraine durch den Westen, insbesondere durch die USA und die NATO, zu einer Verschärfung des Konflikts mit Russland beiträgt.<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2742_10('footnote_plugin_reference_2742_10_3');" onkeypress="footnote_moveToReference_2742_10('footnote_plugin_reference_2742_10_3');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2742_10_3" class="footnote_plugin_tooltip_text">3</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2742_10_3" class="footnote_tooltip">MEARSHEIMER, John J., <cite>Why the Ukraine Crisis Is the West’s Fault</cite>. 18. August 2022.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2742_10_3').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2742_10_3', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> Seiner Ansicht nach ist es wichtig, dass der Westen eine realistische und pragmatische Politik verfolgt, die sich auf die Stabilisierung der Region konzentriert. Eine solche Politik würde zwangsläufig auch die sicherheitspolitischen Interessen der Nuklearmacht Russland berücksichtigen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Bundesrepublik könnte – auch in Anbetracht der deutschen Geschichte – von einer solchen realistischen Perspektive profitieren, indem sie zusammen mit Frankreich, Brasilien, China und Indien diplomatische Initiativen zur Vermeidung einer nuklearen Eskalation vermittelt. Die mangelnde Auseinandersetzung mit seiner Vorgeschichte verhindert allerdings, dass die tatsächlichen Ursachen und Dynamiken des russisch-ukrainischen Konflikts ausreichend berücksichtigt und somit auch geeignete diplomatische Maßnahmen ergriffen werden, um den Konflikt friedlich beizulegen. Vielmehr ist gegenwärtig aus dem Krieg ein blutiger Stellungskrieg geworden, dessen tatsächliche Ziele im deutschen Diskurs nicht aufrichtig diskutiert werden.</p>
<h3 style="text-align: center;">III.</h3>
<p style="text-align: justify;">Schließlich habe ich den Eindruck gewonnen, dass die Partei an ihrer Führungsspitze keine eindeutige Linie verfolgt und es an einem klaren, durch charismatische Persönlichkeiten vermittelten, politischen Profil fehlt. Die häufigen Personalwechsel der letzten Jahre und nachhaltige Nicht- bzw. Misskommunikation im Kanzleramt führten überdies zu einer tiefgehenden Verunsicherung in der Bevölkerung. Damit kann ich mich nicht identifizieren. Als Mitglied einer politischen Partei erwarte ich klare Orientierung sowie eine verlässliche Führung und kein erratisches Verschieben zuvor gesetzter roter Linien aufgrund externen Drucks. Um es mit Willy Brandt zu sagen: „Es gilt sich gegen den Strom zu stellen, wenn dieser wieder einmal ein falsches Bett zu graben versuchte.“<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2742_10('footnote_plugin_reference_2742_10_4');" onkeypress="footnote_moveToReference_2742_10('footnote_plugin_reference_2742_10_4');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2742_10_4" class="footnote_plugin_tooltip_text">4</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2742_10_4" class="footnote_tooltip">zit. nach: MÜLLER, Michael; BRANDT, Peter; BRAUN, Reiner, <em>Selbstvernichtung oder gemeinsame Sicherheit? Unser Jahrzehnt der Extreme: Ukraine-Krieg und Klimakrise</em>, Frankfurt am Main, 2022.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2742_10_4').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2742_10_4', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script></p>
<div class="speaker-mute footnotes_reference_container"> <div class="footnote_container_prepare"><p><span role="button" tabindex="0" class="footnote_reference_container_label pointer" onclick="footnote_expand_collapse_reference_container_2742_10();">Referenzen</span><span role="button" tabindex="0" class="footnote_reference_container_collapse_button" style="" onclick="footnote_expand_collapse_reference_container_2742_10();">[<a id="footnote_reference_container_collapse_button_2742_10">+</a>]</span></p></div> <div id="footnote_references_container_2742_10" style="display: none;"><table class="footnotes_table footnote-reference-container"><caption class="accessibility">Referenzen</caption> <tbody> 

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2742_10('footnote_plugin_tooltip_2742_10_1');"><a id="footnote_plugin_reference_2742_10_1" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>1</a></th> <td class="footnote_plugin_text">FRASER, Nancy, <em>Für eine neue Linke oder: Das Ende des progressiven Neoliberalismus</em>, Blätter für deutsche und internationale Politik, Februar 2017.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2742_10('footnote_plugin_tooltip_2742_10_2');"><a id="footnote_plugin_reference_2742_10_2" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>2</a></th> <td class="footnote_plugin_text">HABERMAS, Jürgen, <em>Die postnationale Konstellation. Politische Essays</em>, Frankfurt am Main, 1998.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2742_10('footnote_plugin_tooltip_2742_10_3');"><a id="footnote_plugin_reference_2742_10_3" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>3</a></th> <td class="footnote_plugin_text">MEARSHEIMER, John J., <cite>Why the Ukraine Crisis Is the West’s Fault</cite>. 18. August 2022.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2742_10('footnote_plugin_tooltip_2742_10_4');"><a id="footnote_plugin_reference_2742_10_4" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>4</a></th> <td class="footnote_plugin_text">zit. nach: MÜLLER, Michael; BRANDT, Peter; BRAUN, Reiner, <em>Selbstvernichtung oder gemeinsame Sicherheit? Unser Jahrzehnt der Extreme: Ukraine-Krieg und Klimakrise</em>, Frankfurt am Main, 2022.</td></tr>

 </tbody> </table> </div></div><script type="text/javascript"> function footnote_expand_reference_container_2742_10() { jQuery('#footnote_references_container_2742_10').show(); jQuery('#footnote_reference_container_collapse_button_2742_10').text('−'); } function footnote_collapse_reference_container_2742_10() { jQuery('#footnote_references_container_2742_10').hide(); jQuery('#footnote_reference_container_collapse_button_2742_10').text('+'); } function footnote_expand_collapse_reference_container_2742_10() { if (jQuery('#footnote_references_container_2742_10').is(':hidden')) { footnote_expand_reference_container_2742_10(); } else { footnote_collapse_reference_container_2742_10(); } } function footnote_moveToReference_2742_10(p_str_TargetID) { footnote_expand_reference_container_2742_10(); var l_obj_Target = jQuery('#' + p_str_TargetID); if (l_obj_Target.length) { jQuery( 'html, body' ).delay( 0 ); jQuery('html, body').animate({ scrollTop: l_obj_Target.offset().top - window.innerHeight * 0.2 }, 380); } } function footnote_moveToAnchor_2742_10(p_str_TargetID) { footnote_expand_reference_container_2742_10(); var l_obj_Target = jQuery('#' + p_str_TargetID); if (l_obj_Target.length) { jQuery( 'html, body' ).delay( 0 ); jQuery('html, body').animate({ scrollTop: l_obj_Target.offset().top - window.innerHeight * 0.2 }, 380); } }</script><p>Der Beitrag <a href="https://matthias-elbert.de/politik/mein-austritt-aus-der-spd/">Mein Austritt aus der SPD</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthias-elbert.de">Standpunkte</a>.</p>
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		<title>Zeitenwende im Kino? Die besten Filme des Jahres 2022</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Matthias Elbert]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 31 Dec 2022 23:00:15 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat den vielzitierten Begriff „Zeitenwende“ zum Wort des Jahres 2022 gekürt. Er steht im Zusammenhang mit dem russischen Krieg gegen die Ukraine und wurde wesentlich von Bundeskanzler Olaf Scholz geprägt. Dem Begriff inhärent ist seine semantische Janusköpfigkeit: Zeitenwende beschreibt das plötzliche Ende einer Epoche und zugleich den Beginn einer neuen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://matthias-elbert.de/kultur/die-besten-filme-2022/">Zeitenwende im Kino? Die besten Filme des Jahres 2022</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthias-elbert.de">Standpunkte</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat den vielzitierten Begriff „Zeitenwende“ zum Wort des Jahres 2022 gekürt. Er steht im Zusammenhang mit dem russischen Krieg gegen die Ukraine und wurde wesentlich von Bundeskanzler Olaf Scholz geprägt. Dem Begriff inhärent ist seine semantische Janusköpfigkeit: Zeitenwende beschreibt das plötzliche Ende einer Epoche und zugleich den Beginn einer neuen Zeit. In gewisser Hinsicht ist diese darin liegende, vermeintliche Singularität jedoch eine Illusion: Tatsächlich gehören Aufrüstung und der Einsatz militärischer Gewalt schon seit Jahrzehnten zum Standardrepertoire russischer wie chinesischer und auch westlicher Außenpolitik nach 1990. Dessen ungeachtet hat sich in diesem Zeitraum die deutsche Perzeption Internationaler Beziehungen zugunsten einer in normative Strukturen eingebetteten globalen Ordnung <a href="https://indes-online.de/welche-zeitenwende">vom Modell eines anarchischen Staatensystems entfernt.</a> Dahinter steht jedoch bestenfalls eine fahrlässige Naivität, im schlechtesten Falle eine überhebliche Fehleinschätzung der Realität. Denn imperialistische, revisionistische und reaktionäre Elemente sind nicht erst seit dem 24. Februar 2022 weltweit auf dem Vormarsch – auch im aktuellen Kino.</p>
<p style="text-align: justify;"><span id="more-2628"></span>Dort weden immer mehr Filmklassiker neu aufgelegt (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=Q81Yf46Oj3s">„Nightmare Alley“</a>; <a href="https://www.youtube.com/watch?v=dZRqB0JLizw">„Tod auf dem Nil“</a>), Blockbuster aus den 1980ern erhalten einen Reboot (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=giXco2jaZ_4">„Top Gun: Maverick“</a>; <a href="https://www.youtube.com/watch?v=ahZFCF--uRY">„Ghostbuster“</a>), nostalgische Biopics erleben einen ungeahnten Boom (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=aIsFywuZPoQ">„Blonde“</a>; <a href="https://www.youtube.com/watch?v=wBDLRvjHVOY">„Elvis“</a>) und im übrigen wird Hollywood von lustfeindlichen „Franchise“-Systemen regiert, einem aus der Ökonomie stammenden Vertriebssystem zur Vermarktung möglichst standardisierter Produkte – was im Hinblick etwa auf die Filme des Marvel-Universums bedeutet, dass die immer gleichen ideologischen Narrative der immer gleichen charakterlosen Figuren reproduziert werden (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=Go8nTmfrQd8">„Thor: Love and Thunder“</a>; <a href="https://www.youtube.com/watch?v=_Z3QKkl1WyM">„Black Panther: Wakanda Forever“</a>). Einzig in der Kostümierung unterscheiden sich die Machwerke noch voneinander,<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2628_12('footnote_plugin_reference_2628_12_1');" onkeypress="footnote_moveToReference_2628_12('footnote_plugin_reference_2628_12_1');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2628_12_1" class="footnote_plugin_tooltip_text">1</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2628_12_1" class="footnote_tooltip">SCHMITT, Wolfgang M., <a href="https://www.youtube.com/watch?v=T7WgCWSUutM&amp;t"><em>FLOP: Die schlechtesten Filme des Jahres 2022</em></a>, 2022.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2628_12_1').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2628_12_1', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> innovative Filme oder gar einzigartige Kunst entsteht auf diese Weise nicht. So ist die Kinoleinwand mitunter blockiert von phantasie- und seelenlosen Kopien, die den Originalen nach Walter Benjamin überdies die „heilige Aura der Einmaligkeit“<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2628_12('footnote_plugin_reference_2628_12_2');" onkeypress="footnote_moveToReference_2628_12('footnote_plugin_reference_2628_12_2');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2628_12_2" class="footnote_plugin_tooltip_text">2</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2628_12_2" class="footnote_tooltip">BENJAMIN, Walter, <em>Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit</em>, in: Walter Benjamin – Gesammelte Schriften Band I, 1980, S. 471–508.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2628_12_2').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2628_12_2', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> rauben. Geistiger Müll eben.<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2628_12('footnote_plugin_reference_2628_12_3');" onkeypress="footnote_moveToReference_2628_12('footnote_plugin_reference_2628_12_3');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2628_12_3" class="footnote_plugin_tooltip_text">3</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2628_12_3" class="footnote_tooltip">DATH, Dietmar, <em>Wissen und Können in der gegenwärtigen Klassengesellschaft</em>, Jacobin 11/2022, S. 49, 55.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2628_12_3').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2628_12_3', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script>Folglich bedarf es auch im Kino einer Zeitenwende. Doch es gab auch einige Lichtblicke im Kinojahr 2022. Daher folgen jetzt in chronologischer Reihenfolge fünfzehn sehenswerte Filme, die auch in der Zukunft Bestand haben werden. Per Klick auf das Filmposter geht’s wie immer zum jeweiligen Trailer. Euch fehlen Filme in dieser Liste? Ab in die Kommentare damit!</p>
<h3>Lamb</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=hnEwJKVWjFM" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-2672" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Lamb-2022.jpg?resize=240%2C339&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="339" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Lamb-2022.jpg?w=495&amp;ssl=1 495w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Lamb-2022.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Lamb-2022.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1012" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597-300x73.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?resize=300%2C73&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /></strong><br />
<strong>Film-Genre: Drama | Horror</strong><br />
<strong>Kino-Start: 06. Januar 2022</strong><br />
<strong>Regie: Valdimar Jóhannsson</strong></p>
<p style="text-align: justify;">María (Noomi Rapace) und Ingvar (Hilmir Snær Guðnason) arbeiten als Schafzüchter und hegen schon lange den Wunsch, endlich auch Nachwuchs in den eigenen vier Wänden zu haben. Dieser Wunsch wird ihnen zur Weihnachtszeit auf denkbar ungewöhnlichste Weise erfüllt, denn sie entdecken ein mysteriöses Neugeborenes auf ihrem Bauernhof in Island. Das Kind ist zur Hälfte Schaf, zur anderen Hälfte Mensch. Obwohl die Situation erst einmal einige Irritationen hervorruft, ist die Freude schließlich groß, mit ihrem kleinen Menschen-Lamm endlich eine eigene, kleine Familie gründen zu können. Nach und nach aber spült die Aufzucht der Kreatur immer mehr Probleme an die Oberfläche und scheint María und Ingvar langsam zu zerstören&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension:</strong> Mit visuell eindrucksvollen Landschaftsaufnahmen und fast meditativer Gemächlichkeit erzählt Valdimar Jóhannsson in seinem Erstlingswerk ein metaphorisches Märchen, dessen Topoi um Familie, Verlust und nicht zuletzt um das Verhältnis des Menschen zur der ihn umgebenden Natur kreisen. Das Weihnachtswunder – die christliche Symbolik ist allgegenwärtig – entpuppt sich als Hybridwesen aus Mensch und Tier. Mit Hybriden bezeichnete der Mönch Gregor Mendel Erbsen, die durch Kreuzung aus ihrer naturgegebenen Bahn treten. Er kannte die Grundbedeutung des altgriechischen Begriffs <em>hybris</em>: Hochmut; Überheblichkeit; Übertretung der gottgebenen Naturordnung. Doch die wahre Hybris ist in diesem vielschichtigen Drama nicht die Kreuzung zwischen Mensch und Lamm. Maria nennt das Hybridwesen immer wieder ein Geschenk. Aber in ihrer gewaltsamen Aneignung des fremden Kindes liegt die tatsächliche Selbstüberhebung. Und die Natur schlägt mit der ihr eigenen Radikalität erbarmungslos zurück. Ein sehenswerter Film, der für ein nachhaltigeres Verständnis der Natur plädiert.</p>
<h3>The Tragedy of Macbeth</h3>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=ptqe7s6pO7g" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2645 alignright" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_TofMacbeth-2022.jpg?resize=240%2C356&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="356" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_TofMacbeth-2022.jpg?resize=691%2C1024&amp;ssl=1 691w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_TofMacbeth-2022.jpg?resize=203%2C300&amp;ssl=1 203w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_TofMacbeth-2022.jpg?resize=318%2C471&amp;ssl=1 318w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_TofMacbeth-2022.jpg?w=700&amp;ssl=1 700w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1013 " src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Drama | Tragödie<br />
Kino-Start: 14. Januar 2022<br />
Regie: Joel Coen<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Macbeth (Denzel Washington), als Than von Glamis ein mächtiger Vasall des Königs, trifft auf ein geheimnisvolles Hexentrio (Kathryn Hunter), das ihm prophezeit, dass er selbst der nächste König Schottlands werden wird. Als er von Ehrgeiz verzehrt seiner Frau Lady Macbeth (Frances McDormand) von dieser Prophezeiung berichtet, schmiedet das Paar einen perfiden Plan zur Machtergreifung, der die Ermordung von König Duncan (Brendan Gleeson) vorsieht. Nach erfolgreicher Tatvollendung lässt sich Macbeth tatsächlich zum König krönen und errichtet eine Tyrannenherrschaft. Doch Macbeths Paranoia und die Machtgier seiner Frau kommen dem Ehepaar schließlich in die Quere und drohen, ihr Vorhaben zunichte zu machen&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Die Tragödie von William Shakespeare inspirierte schon viele bedeutende Regisseure zu Leinwand-Adaptionen – darunter Orson Welles, Roman Polanski und Akira Kurosawa. Ist eine erneute Leinwandadaption also überhaupt noch notwendig? Und das auch noch in Schwarz-Weiß? Vielleicht nicht. Die erste Regiearbeit, die Joel Coen ohne seinen Bruder Ethan vorlegt, begeistert allerdings mit einer brillianten Besetzung und einem einzigartigem Stil, der durch die kontrastreiche Beleuchtung stellenweise an Werke des deutschen Expressionismus (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=ZxlJxDr26mM">„Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“</a>, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=vGbTmzEfB3s">„Das Cabinet des Dr. Caligari“</a>) erinnert. Wie Schwerthiebe durchziehen Schatten das Geschehen und lassen die Furchen auf dem Gesicht von Macbeth noch tiefer erscheinen. Inhaltlich orientiert sich „Macbeth“ eng an der literarischen Vorlage, doch wenn Joel Coen weiter mit einer derartigen Experimentierfreude Filme macht, darf man sich wohl noch auf manches grandiose Kinoerlebnis freuen.</p>
<h3>Niemand ist bei den Kälbern</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=qz9FM3dXT2w" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2635 alignleft" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Niemand-ist-bei-den-Kaelber-2022.jpg?resize=240%2C340&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="340" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Niemand-ist-bei-den-Kaelber-2022.jpg?w=494&amp;ssl=1 494w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Niemand-ist-bei-den-Kaelber-2022.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Niemand-ist-bei-den-Kaelber-2022.jpg?resize=332%2C471&amp;ssl=1 332w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1012" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597-300x73.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?resize=300%2C73&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Drama<br />
Kino-Start: 20. Januar 2022<br />
Regie: Sabrina Sarabi<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Es ist Hochsommer in Schattin, einem Provinznest im Norden von Mecklenburg-Vorpommern. Die 24-jährige Christin (Saskia Rosendahl) lebt hier mit ihrem ein Jahr älteren Freund Jan (Rick Okon) auf dem Milchviehhof seines Vaters mitten in der ostdeutschen Provinz. Hier gibt es fünf Häuser, eine Bushaltestelle, Kühe und jede Menge Felder. Von der Aufbruchstimmung der Nachwendejahre, die die Jugend von Christin und Jan prägte, spüren sie schon seit langer Zeit gar nichts mehr. Hinzu kommt, dass auch ihre Liebe zueinander weitgehend erloschen ist. Christin hat dieses Leben mehr als nur satt und will aus der provinziellen Enge Schattins verschwinden. Wohin, weiß sie noch nicht. Als eines Tages der 46-jährige Windkraftingenieur Klaus (Godehard Giese) aus Hamburg auftaucht, wird ihr Leben auf den Kopf gestellt…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Mit ihrer Verfilmung der gleichnamigen Romanvorlage von Alina Herbig wirft Sabrina Sarabi einen einfühlsamen, aber dennoch realistischen Blick auf das Landleben fernab urbaner Klischees, wobei sie zugleich universelle Fragen zu Geschlechterrollen in einem patriachalisch geprägten Umfeld sowie dem Verhältnis zwischen Tradition und Moderne verhandelt. Die ausgezeichnete Saskia Rosendahl spielt Christin dabei nicht nur als verletzliches Opfer, sondern verleiht ihr hinter einer Mauer aus Agonie einen ambivalenten Charakter zwischen fast kindlicher Naivität und allgegenwärtiger Beklemmung. Christin sieht für sich keine Perspektive, will aber ihre ungestillten Sehnsüchte auch nicht aufgeben. In der Gesamtschau gelingt ein spannendes, weil vielschichtiges Gefühlsportrait einer jungen Erwachsenen, die versucht, sich aus den starren, ihr aufgezwungenen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu emanzipieren.</p>
<h3>Licorice Pizza</h3>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=ofnXPwUPENo" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2633 alignright" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Licorice-Pizza-2022.jpg?resize=240%2C339&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="339" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Licorice-Pizza-2022.jpg?w=495&amp;ssl=1 495w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Licorice-Pizza-2022.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Licorice-Pizza-2022.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1013 " src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /></strong><br />
<strong>Film-Genre: Drama | Komödie</strong><br />
<strong>Kino-Start: 27. Januar 2022</strong><br />
<strong>Regie: Paul Thomas Anderson</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Wir schreiben das Jahr 1973: Als der 15-jährige Gary Valentine (Cooper Hoffman) die Foto-Assistentin Alana Kane (Alana Haim) erblickt, ist es um ihn geschehen. Obwohl sie zehn Jahre älter ist, überredet der selbstbewusste Teenager sie zum Abendessen in seinem Stammrestaurant. Bezahlen ist für ihn kein Problem, denn Gary ist sowohl Kinderdarsteller als auch angehender Entrepreneur, der bereits seine eigene PR-Firma gegründet hat. Alana und Gary freunden sich daraufhin immer enger an, gründen ein gemeinsames Wasserbett-Geschäft und können fortan nicht mehr ohneeinander. Doch inmitten des alltäglichen Trubels aus Gelegenheitsjobs und Schauspielkarriere, Freunden und Politik, Vinyl und Super 8 entstehen mit der Zeit zwischen den beiden auch intensivere Gefühle…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Für sein neues Coming-of-Age-Drama zeichnet Regisseur Paul Thomas Anderson ein sonnendurchflutetes, schwereloses, aber nicht romantisierendes Portrait der frühen 1970er Jahre im San Fernando Valley. Die unkonventionelle Geschichte über die beiden Protagonisten, die mit unbekümmerter Leichtigkeit von Ort zu Ort, von Person zu Person, von Ereignis zu Ereignis schlittern, wartet mit jeder Menge skurriler Situationen und ständigen Richtungswechsel auf. Zwischen New Hollywood und Schauspielkarriere, Wasserbetten und Geldverdienen, Ölpreisschock, wechselseitigen Liebschaften und politischen Ambitionen entsteht in lockerer Szenenfolge fast beiläufig eine vollkommen aus dem Rahmen fallende Liebesgeschichte, die so sehr begeistert, dass etwaige Bedenken über den Altersunterschied weggefegt werden. Die Hauptdarsteller Cooper Hoffman, Sohn des 2014 verstorbenen Philip Seymour Hofman, und Alana Haim überzeugen mit ihrer natürlichen Leinwandpräsenz und stellen sogar gestandene Schauspieler wie Sean Penn, Tom Waits und Bradley Cooper mühelos in den Schatten. So ist „Licorice Pizza“ ein vielseitiger Film von radikaler, aber genialer Einfachheit.</p>
<h3>The Batman</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=mqqft2x_Aa4" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2638 alignleft" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_The-Batman-2022.jpg?resize=240%2C339&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="339" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_The-Batman-2022.jpg?w=495&amp;ssl=1 495w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_The-Batman-2022.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_The-Batman-2022.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1012" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597-300x73.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?resize=300%2C73&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /></strong><br />
<strong>Film-Genre: Kriminalfilm | Action</strong><br />
<strong>Kino-Start: 03. März 2022</strong><br />
<strong>Regie: Matt Reeve</strong><strong>s:</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Zwei Jahre lang jagte Bruce Wayne als Batman (Robert Pattinson) Verbrecher auf der Straße und geriet dabei immer tiefer in die Schattenwelt Gothams. Im korrupten Netzwerk der Beamten und VIPs konnte er nur auf wenige Vertraute zählen, daher verkörperte er bald als Einziger die Rache der Bürger. Als ein Killer es mit einer Vielzahl an sadistischen Machenschaften auf die Elite Gothams abgesehen hat, führt eine Spur aus mysteriösen Hinweisen den weltbesten Detektiv in die Unterwelt, wo er auf Selina Kyle alias Catwoman (Zoë Kravitz), Oswald Cobblepot alias der Pinguin (Colin Farrell), Carmine Falcone (John Turturro) und Edward Nashton alias der Riddler (Paul Dano) trifft. Mit der Zeit wird das wahre Ausmaß des verbrecherischen Plans klar und die Beweise deuten immer mehr auf einen Kriminellen im näheren Umfeld Batmans hin. Nun muss Batman neue Kontakte knüpfen, den Verbrecher entlarven und den Machtmissbrauch und die Korruption, die Gotham schon lange im Griff haben, gnadenlos niederschlagen…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Matt Reeves erzählt in seiner dreistündigen, fast expressionistischen Dystopie keinen typischen Superheldenfilm, sondern eine Detektivgeschichte im Stile des Neo-Noirs um Korruption und Verbrechen, Selbstjustiz und die Macht der Sozialen Medien. Dabei überzeugt Robert Pattinson als düsterner Getriebener, der an der ganzen Welt Rache für den Tod seiner Eltern nehmen will. Wenn er dann doch als Milliardär Bruce Wayne auftritt, dann als von seinen nächtlichen Ausflügen gezeichneter Mann mit schmierigen Haaren und tiefen Augenringen, der sich selbst als „nachtaktives Tier“ bezeichnet. Wer ist hier eigentlich der Gute? Wer kämpft auf der richtigen Seite für Gerechtigkeit? Die Grenzen zwischen wahrer Identität und Maskerade verschwimmen immer mehr, die Parallelen zwischen Batman und seinem Widersacher sind offensichtlich. Schließlich wird klar, dass die Gesellschaft die Erlösung, die sie fast schon flehentlich sucht, nicht mehr finden wird. Nicht nur, weil ihr vermeintlichter Heilsbringer Batman selbst ein gebrochener Außenseiter ist, der resigniert seinen Platz im Hier und Jetzt sucht. Auch weil die korrupten Gesellschaftsstrukturen Gothams längst ein Produkt der Dekadenz sind. Stilistisch herausragende Neuinterpretation des Rächer-Mythos, die in der Gesamtschau doch etwas zu lang gerät.</p>
<h3>The Outfit – Verbrechen nach Maß</h3>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=3UgJL23HxyU" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2641 alignright" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_The-Outfit-2022.jpg?resize=240%2C356&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="356" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_The-Outfit-2022.jpg?resize=691%2C1024&amp;ssl=1 691w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_The-Outfit-2022.jpg?resize=203%2C300&amp;ssl=1 203w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_The-Outfit-2022.jpg?resize=768%2C1138&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_The-Outfit-2022.jpg?resize=1037%2C1536&amp;ssl=1 1037w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_The-Outfit-2022.jpg?resize=1382%2C2048&amp;ssl=1 1382w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_The-Outfit-2022.jpg?resize=318%2C471&amp;ssl=1 318w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_The-Outfit-2022.jpg?resize=1024%2C1517&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_The-Outfit-2022.jpg?w=1728&amp;ssl=1 1728w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_The-Outfit-2022.jpg?w=1330&amp;ssl=1 1330w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1014" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /></strong><br />
<strong>Film-Genre: Thriller</strong><br />
<strong>Kino-Start: 03. März 2022</strong><br />
<strong>Regie: Graham Moore</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Chicago im Jahr 1956: Nach einer privaten Tragödie zieht der sanftmütige Londoner Maßschneider Leonard Burling (Mark Rylance) in die „Windy City“ und erregt mit seiner Begabung schnell die Aufmerksamkeit der Gangsterfamilie Boyle. In ihrem Dienst beweist Leonard nicht nur sein Talent für Nadel und Schere, sondern auch höchste Diskretion bezüglich der Geschäftsgespräche in seinem Laden sowie der geheimnisvollen Päckchen, die dort zur Abholung hinterlegt werden. Als eines Nachts die zwei Killer Richie (Dylan O’Brien) und Francis (Johnny Flynn) an seine Türe klopfen und ihn um einen Gefallen bitten, werden Leonard und seine Assistentin Mable (Zoey Deutch) tiefer in die kriminellen Machenschaften verstrickt, als sie es sich je hätten vorstellen können…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Mit seinem sehenswerten Regiedebüt legt Graham Moore einen mit viel Liebe zum Detail inszenierten Kammerspiel-Thriller vor. In bester Hitchcock-Manier entfaltet er eine spannende Handlung um geheime Verhältnisse zu Mafiasöhnen, kriminelle Machenschaften und – ein klassischer MacGuffin darf natürlich nicht fehlen – ein Tonband mit dem wichtigen Mitschnitt eines offenbar verwanzten Geschäfts. Inhaltlich wird dabei die durchaus politische Frage verhandelt, inwieweit Geschäfte mit skrupellosen Partnern möglich sind, ohne sich selbst die Hände schmutzig zu machen. Ab wann stellt man sich selbst ins Unrecht? Bei der Beantwortung dieser Fragen blickt „The Outfit“ hinter die Fassade und fordert den Zuschauer auf, mit der Natur des Menschen auf Tuchfühlung zu gehen: Zwar scheinen sich sämtliche Protagonisten eindeutig zu positionieren, doch Moore hat kein Interesse an simpler Schwarzweißzeichnung. Jede seiner Figuren hat etwas zu verbergen. Durch die erstklassige Schauspielleistung aller Akteure, allen voran der brilliante Mark Rylance, wird dieses Kammerspiel zu einem wahren Film-Erlebnis.</p>
<h3>The Card Counter</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=7RvVT1cDiNc" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2639 alignleft" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_The-Card-Counter-2022.jpg?resize=240%2C339&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="339" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_The-Card-Counter-2022.jpg?w=495&amp;ssl=1 495w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_The-Card-Counter-2022.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_The-Card-Counter-2022.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1014" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Thriller<br />
Kino-Start: 03. März 2022<br />
Regie: Paul Schrader<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;">William Tell (Oscar Isaac) hat die hohe Kunst des Kartenzählens perfektioniert. Nicht nur als Hobby, sondern auch um seine inneren Dämonen irgendwie zu bändigen. Der ehemalige Elite-Soldat hat eine Schuld auf sich geladen, die ihn einst für zehn Jahre ins Gefängnis brachte. Nach seiner Entlassung beginnt er als Pokerspieler durch die Staaten zu touren und folgt dabei einer strengen Routine. Um keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, hält er den Einsatz konsequent niedrig – bis er schließlich auf den jungen Cirk (Tye Sheridan) trifft. Die beiden haben einen gemeinsamen Freund und Cirk will den ehemaligen Soldaten für seinen Racheplan gewinnen. William hingegen sieht in dem jungen Mann seine Chance auf Vergebung. Zusammen mit seiner Agentin La Linda (Tiffany Haddish) will er erstmals um das große Geld spielen – doch die Geister der Vergangenheit lassen sich nicht ohne Weiteres abschütteln&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Die visuell überzeugende Charakterstudie des US-Amerikaners Paul Schrader vergisst nicht, was viele Vertreter der sogenannten wertegeleiteten Außenpolitik nur zu gern verdrängen wollen: die Menschenrechtsverletzungen in den amerikanischen Foltergefängnissen im Irak. „The Card Counter“ ist als ruhiges, atmosphärisch intensives Psychogramm konzipert, einzig die experimentiell inszenierten Rückblicke in Tells Zeit als folternder Verhörspezialist sind dazu ein aufwühlender Kontrast. Dennoch bleibt die Intention des Protagonisten nahezu den gesamten Film über nebulös, er lässt sich nicht ein Stück weit in die Karten schauen. Am liebsten würde der Mann, der sich nach dem legendären Schweizer Freiheitskämpfer benennt, wohl unsichtbar sein: Wenn er ein neues Hotelzimmer bezieht, hüllt er zunächst jedes einzelne Möbelstück in weiße Laken, am Pokertisch trägt er nur dunkle Farben, weshalb er mitunter fast im Hintergrund verschwindet. Übrig bleibt nur eine tragische Figur, die persönliche Schuld auf sich geladen hat und nach der Möglichkeit sucht, dieses Seelentrauma zu überwinden. Schließlich scheint ein Ausweg allein in der emotionalen Verbindung zu La Linda zu liegen. Bei einem Spaziergang durch den Austin Trail of Lights entsteht folglich ein kurzer Moment spröder Zärtlichkeit – doch Tell ist in den Schatten seiner Vergangenheit gefangen.</p>
<h3>Red Rocket</h3>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=Wfndmy-6e28" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2637 alignright" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Red-Rocket-2022.jpg?resize=240%2C339&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="339" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Red-Rocket-2022.jpg?w=495&amp;ssl=1 495w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Red-Rocket-2022.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Red-Rocket-2022.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1013 " src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /></strong><br />
<strong>Film-Genre: Drama | Komödie</strong><br />
<strong>Kino-Start: 14. April 2022</strong><br />
<strong>Regie: Sean Baker</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ganze 17 Jahre lang war Mikey „Saber“ Davies (Simon Rex) nicht mehr in seiner Heimat: der Kleinstadt Texas City an der Küste des Golfs von Mexiko, südlich von Houston. Stattdessen hat er in Los Angeles eine Karriere als Pornostar verfolgt. Doch die Jahres seines erfolges liegen nun hinter ihm und sein Ruf verblasst. So kehrt er nahezu mittelos nach Hause zurück, wo seine von ihm verlassene Ehefrau Lexi (Bree Elrod) und seine Schwiegermutter Lil (Brenda Deiss) leben. Unter der Voraussetzung, dass er sich einen Job sucht und Aufgaben im Haushalt erledigt, darf er wieder bei ihnen einziehen. Gerade als diese eigentlich dysfunktionale Gemeinschaft einigermaßen zu funktionieren scheint, lernt Mikey hinter dem Verkaufstresen eines Donut-Geschäfts die junge, fröhliche Strawberry (Suzanna Son) kennen und fällt mir ihr sofort wieder in seine alten Gewohnheiten zurück. Denn sie könnte seine Fahrkarte zurück in das Geschäft sein, dass ihn einst groß gemacht hat&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Schon mit seinem Oscar-nominierten Vorgänger-Film „The Florida Project“ legte Sean Baker, der Shooting-Star der US-amerikanischen Indie-Szene, ein fast schon dokumentarisches Portrait einer weißen Unterschicht vor, die mit Selbstbewusstsein und Stolz ein Leben am Rande der Gesellschaft führt. In seiner neuen Tragikkomödie konzentriert er sich erneut auf eine Bestandsaufnahme dieser prekären Verhältnisse: Seine Protagonisten haben ihr Ziel zwar unmittelbar vor Augen, erfüllen wird sich der <em>American Dream</em> für sie jedoch nicht. Obwohl die Handlung während des von beiden Seiten subaltern geführten Wahlkampfs zwischen Donald Trump und Hillary Clinton angesiedelt ist, verzichtet Baker gänzlich auf eine moralisierende Wertung, sondern erschafft selbstbestimmte Charaktere, die mit mal mehr, mal weniger legalen Mitteln den Stürmen des (Über-)Lebens trotzen. So gelingt ihm ein dicht inszenierter, oft anrührender und auf unaufdringliche Weise relevanter Film.</p>
<h3>Blutsauger – Eine marxistische Vampirkomödie</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=G9ai61KOy40" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2629 alignleft" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Blutsauger-2022.jpg?resize=240%2C339&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="339" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Blutsauger-2022.jpg?w=495&amp;ssl=1 495w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Blutsauger-2022.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Blutsauger-2022.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1013 " src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
</strong><strong>Film-Genre: Komödie</strong><br />
<strong>Kino-Start: 12. Mai 2022</strong><br />
<strong>Regie: Julian Radlmaier</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Sowjetunion im Jahr 1928: Wie aus dem Nichts wird der Fabrikarbeiter Ljowushka (Aleksandre Koberidze) für die Rolle des Leo Trotzki im neuen Film von Sergei Eisenstein (Anton Gonopolski) besetzt. Doch als Trotzki bei Josef Stalin in Ungnade fällt, wird Ljowushka kurzerhand aus dem Film geschnitten und beschließt, in der Filmindustrie Hollywoods Fuß zu fassen. Auf dem Weg in die USA strandet Ljowushka in einem mondänen Ostsee-Bad, wo er sich als Adeliger ausgibt, um an das erforderliche Geld für die weitere Schiffsreise nach New York zu gelangen. Dabei lernt er die junge Fabrikantin Octavia Flambow-Jansen (Lilith Stangenberg) kennen, die die Sommermonate mit ihrem tollpatschigen Diener Jakob (Alexander Herbst) am Meer verbringt. Die exzentrische Millionärin interessiert sich für den geheimnisvollen Flüchtling und bietet ihm Unterschlupf in ihrem luxuriösen Herrenhaus. Schnell fliegt seine Tarnung auf, aber noch schneller hat er sich in seine schillernde Gastgeberin verliebt – sehr zum Verdruss des literarisch ambitionierten Jakob, der ebenfalls für seine Chefin schwärmt. Die sich anbahnende Romanze wird jedoch von mysteriösen Vampirangriffen in der Gegend überschattet&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Marxistisch gelesen bedeutet Ausbeutung nicht, dass der Arbeiter um einen Teil des ihm insgeheim zustehenden Lohnes betrogen wird. Vielmehr wird er im Kapitalismus gezwungen, Mehrarbeit zu leisten, ohne dass er selbst von dieser Mehrarbeit profitiert. Wie lässt sich dieser Ausbeutungsbegriff nun am besten visualisieren? Julian Radlmaier nimmt die Marx&#8217;sche Metapher vom Kapitalisten als Vampir wörtlich und bastelt daraus eine skurille Sittenkomödie zwischen proletarischen Lesezirkeln, Goldenen Zwanzigern und stalinistischer Verfolgung. Der dialektische Klassenwiderspruch wird dabei unmittelbar durch das Schauspielensemble hervorgehoben, da die Rollen der Ausbeuter durch professionelle Schauspieler wie Corinna Harfouch, Lilith Stangenberg und Andreas Döhler übernommen werden. Das Proletariat indes ist durchweg mit Laiendarstellern besetzt. Während letztere häufig in Nahaufnahmen zu sehen sind, in denen sie ihren Text wenig geschliffen rezitieren, verströmen die Auftritte der Profi-Mimen Elan und Esprit. Aus diesem Aufeinanderprallen der (Klassen-)Gegensätze zieht der Film seine besondere Ästhetik.</p>
<h3>Bullet Train</h3>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=0IOsk2Vlc4o" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2630 alignright" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Bullet-Train-2022.jpg?resize=240%2C339&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="339" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Bullet-Train-2022.jpg?w=495&amp;ssl=1 495w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Bullet-Train-2022.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Bullet-Train-2022.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1012" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597-300x73.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?resize=300%2C73&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /></strong><br />
<strong>Film-Genre: Action | Thriller</strong><br />
<strong>Kino-Start: 19. Juli 2022</strong><br />
<strong>Regie: David Leitch</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Bullet Train: So wird der Shinkansen-Zug auf der Strecke Tokio-Kyōto auch genannt, da er mit unglaublichen 320 Kilometern pro Stunde zwischen den beiden Städten hin und her rast – Aussteigen (fast) unmöglich. An Bord dieses Bullet Train befindet sich auch Ladybug (Brad Pitt), ein vom Pech verfolgter Auftragskiller, der im Hochgeschwindigkeitszug sein nächstes Opfer erledigen soll. Nach einigen Rückschlägen für Ladybug muss dieses Mal einfach alles gut gehen. Doch auch dieser Auftrag wird nicht einfach, denn mit Tangerine (Aaron Taylor-Johnson), Prince (Joey King), Hornet (Zazie Beetz), Lemon (Brian Tyree Henry) und Kimura (Andrew Koji) sind noch fünf weitere Auftragskiller an Bord. Erstaunlicherweise haben es jedoch nicht alle auf die gleiche Zielperson abgesehen – und doch scheinen ihre Aufträge miteinander verbunden. Natürlich kommen sich die eiskalten Auftragsmörder in die Quere und im schnellsten Zug Japans entbrennt ein chaotischer Kampf auf Leben und Tod.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Zunächst stellt sich die neue Regiearbeit von David Leitch als rasant inszenierter und dynamisch erzählter Actionthriller auf beschränktem Raum dar, der zwar einige dramaturgische Schwächen aufweist, über die jedoch ein erstklassiges Schauspiel-Ensemble und die zahlreichen popkulturellen Referenzen des Drehbuchs mühelos hinwegtragen können. Einen faden Beigeschmack hinterlässt allerdings die philosophische Grundprämisse des Films, die von einem deterministischen Weltbild ausgeht, also sowohl den Zufall als auch die Existenz eines freien Willens negiert. So begibt sich nicht nur Ladybug immer wieder in die Hände des Schicksals und die zahlreichen <em>flashbacks</em> dienen letztlich nur als Stilmittel, um die Wirkung der Vorsehung sichtbar zu machen. Dieses deterministische Element steht jedoch eigentlich dem Genre des Actionfilms von Grund auf entgegen, denn dieses möchte <em>per definitionem</em> gerade durch freiverantwortliche Handlungen eine Geschichte erzählen. In der Realität tritt eben einfach nicht nur das ein, was zuvor im Skript steht.</p>
<h3>Men – Was dich sucht, wird dich finden</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=pt81CJcWZy8"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2649 alignleft" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Men-2022.jpg?resize=240%2C339&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="339" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Men-2022.jpg?w=495&amp;ssl=1 495w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Men-2022.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Men-2022.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1012" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597-300x73.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?resize=300%2C73&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Horror | Thriller</strong><br />
<strong>Kino-Start: 21. Juli 2022</strong><br />
<strong>Regie: Alex Garland</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nachdem sie ein persönliches Drama erlebt hat, beschließt Harper (Jessie Buckley), sich eine Auszeit zu nehmen. Sie mietet ein luxuriöses Cottage auf dem Land und hofft, in der Beschaulichkeit des englischen Dörfchens und der umliegenden Wälder Ruhe zu finden. Doch bald kommt es zu sonderbaren Begegnungen mit den Dorfbewohnern. Über ihren schrulligen Vermieter Geoffrey (Rory Kinnear) kann Harper zunächst noch lachen. Aber als sie bei einem Waldspaziergang auf einen nackten Mann trifft, der sie zu verfolgen scheint, und später auch noch vom örtlichen Pfarrer in ein unangenehmes Gespräch verwickelt wird, beginnt sie sich zu fragen, ob mit dem Ort etwas nicht stimmt. Die Situation wird zunehmend bedrohlich und der Ausflug ins vermeintliche Paradies entwickelt sich für Harper zu einem absoluten Albtraum, in den sich Erinnerungen an ihre persönliche Tragödie mischen und aus dem es kein Entkommen zu geben scheint&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Der isolierte Befund, Alex Garland suche mit seinem neuesten Film unbeholfen den Anschluss an die gegenwärtigen Debatten des Feminismus, greift zu kurz: Zwar wird der von der Protagonistin erlebte Schrecken <em>prima facie</em> von einer (selbst-)zerstörerischen männlichen Omnipräsenz verursacht, hinzu kommt jedoch ein anderes, bereits aus früheren Filmen Garlands bekanntes Motiv: die Bedeutung emotionaler Bindungen im Angesicht einer existenziellen Bedrohung. Sowohl in <a href="https://www.youtube.com/watch?v=gyKqHOgMi4g">„Ex Machina“</a> als auch in <a href="https://www.youtube.com/watch?v=89OP78l9oF0">„Auslöschung“</a> wenden sich die Protagonisten gerade trotz oder wegen des bevorstehenden apokalyptischen Niedergangs der Liebe zu. In „Men“ hingegen droht das, was originär als Liebe begonnen hat, Harpers Psyche und schließlich ihre Physis auszulöschen. Diese aussichtslose Suche einer Frau nach ihrer emotionalen Unabhängigkeit, einem urmenschlichem Bedürfnis, das sie durch ihre traumatisierende Beziehung verloren hat, beeindruckt visuell mit ästhetischen Bildkompositionen, einer polysemen Farbsymbolik und malerischen Landschaftsaufnahmen – bevor der Zuschauer im letzten Akt auf verstörende und plumpe Weise zurückgelassen wird.</p>
<h3>Nope</h3>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=In8fuzj3gck" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2636 alignright" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Nope-2022.jpg?resize=240%2C339&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="339" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Nope-2022.jpg?w=495&amp;ssl=1 495w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Nope-2022.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Nope-2022.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1014" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /></strong><br />
<strong>Film-Genre: Horror | Science-Fiction | Western</strong><br />
<strong>Kino-Start: 11. August 2022</strong><br />
<strong>Regie: Jordan Peele</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Außerhalb von Los Angeles, im trockenen und weitläufigen Santa Clarita Valley, leben die Geschwister OJ (Daniel Kaluuya) und Emerald Haywood (Keke Palmer). Sie betreiben eine Pferderanch, die sie von ihrem Vater, dem legendären Pferdetrainer Otis Haywood Sr. (Keith David) geerbt haben, der bei einem unerklärlichen „Metallregen“ ums Leben kam. Die Arbeit auf der Ranch stellt sich für die Geschwister als hartes Geschäft heraus und trotz ihres Könnens stehen sie schon bald vor finanziellen Problemen. Die Lage ist ernst und die Geschwister denken darüber nach, die Ranch und damit auch das Erbe ihres Vaters an den nahe gelegenen Vergnügungspark Jupiter&#8217;s Claim zu verkaufen. OJ und Emerald beginnen auf ihrer riesigen Ranch unerklärliche Phänomene zu beobachten – unheimliche Geräusche, plötzliche Stromausfälle und mysteriöse Wetterphänomene. Als OJ ein UFO über der Farm ausmacht, wollen sie die Ereignisse mit der Kamera festhalten. Die Lage eskaliert, als die Geschwister die fachkundige Hilfe von Angel Torres (Brandon Perea), einem Angestellten des Elektronikgeschäfts Fry&#8217;s, und dem Kameramann Antlers Holst (Michael Wincott) in Anspruch nehmen. Dabei ahnen sie nicht, dass es sich bei dem unbekannten Flugobjekt nur um die Vorboten eines grauenerregenden Geheimnisses handelt…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Immer auf der Jagd nach dem ultimativen <em>money shot</em>: Jordan Peele gelingt mit seinem dritten Film ein bildgewaltiger Genremix über die durch den Plattformkapitalismus – nicht bloß zufällig verbirgt sich das Alien über geraume Zeit in einer „Cloud“ – auf die Spitze getriebene Aufmerksamkeitsökonomie, die weniger auf soziale Kommunikation und echtes Erkenntnisinteresse setzt, sondern primär das Bedürfnis nach Spektakel, Sensation und medialer Sichtbarkeit bedient. Eines der Erkenntnisse des Films ist, dass zum Spektakel die Zähmung gehört, der eine möglicherweise die Gefahr der Annäherung vorauszugehen hat –  eine Lehre, die sich auch auf die eine oder andere politische Debatte übertragen ließe. Die bombastischen Bilder werden durch hervorragende Schauspielleistungen unterstützt: Die kontrastierende Chemie zwischen dem energetischen Spiel von Keke Palmer und dem in sich ruhenden, nicht so leicht in Aufregung zu versetzenden Daniel Kaluuya (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=_zUp3Ou8FF8">„Nope.“</a>) ist beeindruckend. <strong><br />
</strong></p>
<h3>Don&#8217;t Worry Darling</h3>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=SZ2elR3OmWI" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2631 alignleft" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Dont-worry-darling-2022.jpg?resize=240%2C339&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="339" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Dont-worry-darling-2022.jpg?resize=724%2C1024&amp;ssl=1 724w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Dont-worry-darling-2022.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Dont-worry-darling-2022.jpg?resize=768%2C1086&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Dont-worry-darling-2022.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Dont-worry-darling-2022.jpg?w=842&amp;ssl=1 842w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1013 " src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /></strong><br />
<strong>Film-Genre: Thriller</strong><br />
<strong>Kino-Start: 22. September 2022</strong><br />
<strong>Regie: Olivia Wilde</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Irgendwo in Amerika in den 1950er Jahren: Alice Chambers (Florence Pugh) lebt friedlich mit ihrem Mann Jack (Harry Styles), der für das streng geheime Victory-Projekt arbeitet, in einem hübschen Haus mitten in der Wüste. Sie führt ein beschauliches Leben, das hauptsächlich aus Putzen, Kochen und nächtlichen Partys mit den Nachbarn besteht. Die Idylle scheint perfekt, jegliche Bedürfnisse der Bewohner werden von dem CEO des Victory-Projekts Frank (Chris Pine) erfüllt. Dafür verlangt dieser im Gegenzug jedoch befingungsloses Engagement. Doch nach einiger Zeit hinterfragt Alice ihr bis dato perfektes Leben und entdeckt, dass sich hinter der attraktiven Fassade des Victory-Projekts etwas viel Unheimlicheres verbirgt. Ist sie wirklich bereit, ihr scheinbares Paradies hinter sich zu lassen, um herauszufinden, was es mit dem Projekt wirklich auf sich hat?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Olivia Wilde legt mir ihrer zweiten Regiearbeit einen anspielungsreichen, jedoch klassischen Thriller rund um pseudo-visionäre Coaching-Ideologie, hierarchische Geschlechterverhältnisse und übertriebenen Männlichkeitswahn vor, der sein Publikum trotz kleiner Schwächen mit starken Bildern und glaubwürdigen Darstellern fesselt. Schon die Einstiegsszene lässt angesichts der dargestellten architektonischen Perfektion ähnlich wie in der „Truman Show<em>“ </em>vermuten, dass hier etwas nicht stimmt. In den folgenden Szenen fühlt man sich als Zuschauer an Referenzen wie die <a href="https://www.youtube.com/watch?v=vKQi3bBA1y8">„Matrix“</a>-Filme der Wachowskis oder Miloš Formans <a href="https://www.youtube.com/watch?v=_A4bCifObI4">„Einer flog über das Kuckucksnest“</a> erinnert. Doch anders als einige Kritiker vorab befürchteten, ist Wildes feministische Selbstermächtigung – auch dank der Schauspielleistung von Florence Pugh, die Verletzlichkeit, Verwirrung und wilde Entschlossenheit gelungen ausbalanciert – weder pädagogisch aufdringlich noch sonderlich provokativ.</p>
<h3>Im Westen nichts Neues</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=Ug1bqv3ch1s" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2632 alignright" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Im-Westen-nichts-neues-2022.jpg?resize=240%2C360&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="360" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Im-Westen-nichts-neues-2022.jpg?w=467&amp;ssl=1 467w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Im-Westen-nichts-neues-2022.jpg?resize=200%2C300&amp;ssl=1 200w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_Im-Westen-nichts-neues-2022.jpg?resize=314%2C471&amp;ssl=1 314w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1014" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
</strong><strong>Film-Genre: Kriegsfilm</strong><br />
<strong>Kino-Start: 28. Oktober 2022</strong><br />
<strong>Regie: Edward Berger</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Frühjahr 1917, das dritte Kriegsjahr läuft: In einer Welle patriotischen Eifers schreiben sich die Jugendlichen Paul Bäumer (Felix Kammerer) und seine Freunde Albert (Aaron Hilmer) und Müller (Moritz Klaus) als Freiwillige in die deutsche Armee ein. An der Front angekommen müssen sie jedoch feststellen, dass der Kampf um Deutschland keineswegs eine ehrenhafte Sache ist. Sobald die jungen Soldaten mit der brutalen Realität des Stellungskriegs konfrontiert werden, gehören Tod und Verlust zum Alltag. Pauls Vorurteile über den Feind sowie über Recht und Unrecht des Konflikts fallen bald wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Bis es zu einem Waffenstillstand kommt, muss Paul jedoch weiter kämpfen. Und gerade als es scheint, dass das Grauen ein Ende hat, trifft General Friedrichs (Devid Striesow) eine folgenschwere Entscheidung. Denn eine Niederlage Deutschlands kann er nicht akzeptieren&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension:</strong> Im richtigen Augenblick erscheint diese inszenatorisch starke und immersive Umsetzung des zeitlosen, weil radikal pazifistischen Romans von Erich Maria Remarque, erleben wir doch eine noch vor einigen Jahren unvorstellbare Militarisierung der deutschen Gesellschaft, getrieben von einem fragwürdigen Twitter-Moralismus, der Wiederbelebung alter Feindbilder und Heroismen sowie dem durablen Trugbild eines letzten, eines liberalen, eines gerechten Krieges. Denn diese propagandistischen Illusionen sollen lediglich das natürliche Wesen sämtlicher Kriege verschleiern: Die Vereinzelung des Individuums, seine traumatisierende Entmenschlichung, das barbarische, in der Konsequenz sinnlose Sterben an der Front und die resignierende Sprachlosigkeit der überlebenden Soldaten. Es sind teilweise drastische Szenen, mit denen Edward Berger das Grauen inszeniert, aber diese haben nie etwas Sensationslüsternes. Dazu trägt auch die kontrastierende Nebenerzählung rund um Matthias Erzberger und den Waffenstillstand von Compiègne bei, auf deren Schilderung Erich Maria Remarque im Roman verzichtet hatte.</p>
<h3>The Menu</h3>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=C_uTkUGcHv4" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2640 alignleft" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_The-Menu-2022.jpg?resize=240%2C337&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="337" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_The-Menu-2022.jpg?w=499&amp;ssl=1 499w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_The-Menu-2022.jpg?resize=214%2C300&amp;ssl=1 214w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/12/Filmposter_The-Menu-2022.jpg?resize=336%2C471&amp;ssl=1 336w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1014" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /></strong><br />
<strong>Film-Genre: Thriller | Horror</strong><br />
<strong>Kino-Start: 17. November 2022</strong><br />
<strong>Regie: Mark Mylod</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Margot (Anya Taylor-Joy) und Tyler (Nicholas Hoult) haben sich als junges Pärchen ein ganz besonderes Urlaubsziel ausgesucht: Zusammen mit anderen handverlesenen Besuchern reisen sie auf die Insel Hawthorne. Dort betreibt der exzentrische Küchenchef Slowik (Ralph Fiennes) ein äußert exklusives Restaurant. Seine Mahlzeiten sind legendär, eine Einladung an seine Tafel äußerst begehrt. Slowiks <em>experimental cuisine</em> ist Kunst – und als Künstler will er sein Publikum herausfordern und die Grenzen des Konventionellen durchbrechen. Doch die Radikalität seiner kulinarischen Kreationen nimmt für seine Gäste alsbald schockierende und gefährliche Züge an&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Ein kulinarischer Albtraum: Der bitterböse Horrorthriller von Mark Mylod verhandelt auf radikale Weise die Bedeutung von und die Ansprüche an Kunst in einer oberflächlichen Mediengesellschaft. Zwar sind sämtliche Gäste des sinistren Chefkochs begeistert von dessen kulinarischer Raffinesse. Allerdings aus ganz unterschiedlichen Gründen: Kulinarik ist für sie lediglich exklusives Statussymbol, Stoff für selbstherrliche Kritiker, belangloses Prestigeobjekt, Mittel zur Selbstbestätigung oder leere Konsumhülle. Die originäre Liebe zum Essen oder gar der Respekt vor den verarbeitenden Lebensmitteln ist allen Gästen verlorengegangen. Allen, außer der von Anya Taylor-Joy verkörperten Escortdame, die zu dem dämonischen Meisterkoch eine ungeahnte geistige Verbindung aufbaut – streben beide als Dienstleister doch seit jeher nach dem Wohl ihrer Kundschaft, die jedoch selbiges anschließend sowieso wieder vergisst. Ein wendungsreiches Kammerspiel, das die Grenzen der eigenen Verführungskraft auslotet.</p>
<hr />
<h3>Honorable Mentions (<a href="https://matthias-elbert.de/kultur/kino-filme-2021/">weniger als letztes Jahr</a>):</h3>
<p>München – Im Angesicht des Krieges; Eine deutsche Partei; The Northman; Everything Everywhere All at Once; Die Täuschung; The Owners; The Good Nurse; Glass Onion: A Knives Out Mystery</p>
<hr />
<h3>Filme, die ich 2022 sonst noch gesehen habe:</h3>
<p>The King&#8217;s Man – The Beginning; Nightmare Alley; Mafia Inc.; Der Tinder-Swindler; Tod auf dem Nil; Uncharted; Morbius; Phantastische Tierwesen: Dumbledores Geheimnisse; Fresh; Doctor Strange in the Multiverse of Madness; Top Gun: Maverick; Jurassic World – Ein neues Zeitalter; Elvis; Thor: Love and Thunder; The Gray Man; Samaritian; Skandal! Der Sturz von Wirecard; Smile – Siehst du es auch?; Batman and Superman: Battle of the Super Sons; Black Adam; Enola Holmes 2</p>
<div class="speaker-mute footnotes_reference_container"> <div class="footnote_container_prepare"><p><span role="button" tabindex="0" class="footnote_reference_container_label pointer" onclick="footnote_expand_collapse_reference_container_2628_12();">Referenzen</span><span role="button" tabindex="0" class="footnote_reference_container_collapse_button" style="" onclick="footnote_expand_collapse_reference_container_2628_12();">[<a id="footnote_reference_container_collapse_button_2628_12">+</a>]</span></p></div> <div id="footnote_references_container_2628_12" style="display: none;"><table class="footnotes_table footnote-reference-container"><caption class="accessibility">Referenzen</caption> <tbody> 

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2628_12('footnote_plugin_tooltip_2628_12_1');"><a id="footnote_plugin_reference_2628_12_1" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>1</a></th> <td class="footnote_plugin_text">SCHMITT, Wolfgang M., <a href="https://www.youtube.com/watch?v=T7WgCWSUutM&amp;t"><em>FLOP: Die schlechtesten Filme des Jahres 2022</em></a>, 2022.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2628_12('footnote_plugin_tooltip_2628_12_2');"><a id="footnote_plugin_reference_2628_12_2" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>2</a></th> <td class="footnote_plugin_text">BENJAMIN, Walter, <em>Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit</em>, in: Walter Benjamin – Gesammelte Schriften Band I, 1980, S. 471–508.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2628_12('footnote_plugin_tooltip_2628_12_3');"><a id="footnote_plugin_reference_2628_12_3" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>3</a></th> <td class="footnote_plugin_text">DATH, Dietmar, <em>Wissen und Können in der gegenwärtigen Klassengesellschaft</em>, Jacobin 11/2022, S. 49, 55.</td></tr>

 </tbody> </table> </div></div><script type="text/javascript"> function footnote_expand_reference_container_2628_12() { jQuery('#footnote_references_container_2628_12').show(); jQuery('#footnote_reference_container_collapse_button_2628_12').text('−'); } function footnote_collapse_reference_container_2628_12() { jQuery('#footnote_references_container_2628_12').hide(); jQuery('#footnote_reference_container_collapse_button_2628_12').text('+'); } function footnote_expand_collapse_reference_container_2628_12() { if (jQuery('#footnote_references_container_2628_12').is(':hidden')) { footnote_expand_reference_container_2628_12(); } else { footnote_collapse_reference_container_2628_12(); } } function footnote_moveToReference_2628_12(p_str_TargetID) { footnote_expand_reference_container_2628_12(); var l_obj_Target = jQuery('#' + p_str_TargetID); if (l_obj_Target.length) { jQuery( 'html, body' ).delay( 0 ); jQuery('html, body').animate({ scrollTop: l_obj_Target.offset().top - window.innerHeight * 0.2 }, 380); } } function footnote_moveToAnchor_2628_12(p_str_TargetID) { footnote_expand_reference_container_2628_12(); var l_obj_Target = jQuery('#' + p_str_TargetID); if (l_obj_Target.length) { jQuery( 'html, body' ).delay( 0 ); jQuery('html, body').animate({ scrollTop: l_obj_Target.offset().top - window.innerHeight * 0.2 }, 380); } }</script><p>Der Beitrag <a href="https://matthias-elbert.de/kultur/die-besten-filme-2022/">Zeitenwende im Kino? Die besten Filme des Jahres 2022</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthias-elbert.de">Standpunkte</a>.</p>
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		<title>Zwischentöne zum Krieg, zugleich ein Appell für mehr Gelassenheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Matthias Elbert]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 30 Apr 2022 13:23:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[NATO]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich unglaublich: Im Frühjahr 2022 herrscht wieder Krieg in Europa. Nicht zum ersten Mal seit 1945, trotzdem machen die Bilder aus der Ukraine fassungslos. Der russische Angriffskrieg ist als massive Verletzung des Völkerrechts nicht akzeptabel. Jeder Krieg ist aber stets auch eine Niederlage der Diplomatie. Möglicherweise hätte die russische Intervention – etwa durch eine ehrliche [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://matthias-elbert.de/politik/zwischentoene-zum-krieg/">Zwischentöne zum Krieg, zugleich ein Appell für mehr Gelassenheit</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthias-elbert.de">Standpunkte</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=491ZNr6L2xQ">Eigentlich unglaublich</a>: Im Frühjahr 2022 herrscht wieder Krieg in Europa. Nicht zum ersten Mal seit 1945, trotzdem machen die Bilder aus der Ukraine fassungslos. Der russische Angriffskrieg ist als massive Verletzung des Völkerrechts nicht akzeptabel. Jeder Krieg ist aber stets auch eine Niederlage der Diplomatie. Möglicherweise hätte die russische Intervention – <a href="https://www.economist.com/by-invitation/2022/03/11/john-mearsheimer-on-why-the-west-is-principally-responsible-for-the-ukrainian-crisis">etwa durch eine ehrliche Initiative des Westens</a> – verhindert werden können. In der innenpolitischen Auseinandersetzung über diesen Krieg irritieren jedoch noch weitere Aspekte.</p>
<p><span id="more-2475"></span></p>
<p>Wen es verstört,</p>
<p style="padding-left: 160px; text-align: justify;">dass eine „vom Völkerrecht kommende“ Ministerin des Äußeren einer vormals friedensbewegten Partei, die dereinst im Wahlkampf Waffenlieferungen in Krisengebiete noch kategorisch ablehnte, nun mit weltethischer Überlegenheit die Lieferung schweren Geräts in ein akutes Kriegsgebiet forciert,</p>
<p style="padding-left: 160px; text-align: justify;">dass ein verhinderter Verkehrsminister ebendieser einst friedensbewegten Partei durch die martialische Lieferung von Marder, Leopard und Stier kühn einen dritten Weltkrieg zu vermeiden sucht, dadurch jedoch wissentlich die direkte militärische Konfrontation des atlantischen Bündnisses mit der überfallenden Atommacht risikiert,</p>
<p style="padding-left: 160px; text-align: justify;">dass der am wenigsten ungewollte Kandidat, nunmehr Kanzler der vormals größten Arbeiterpartei mit staatsmännischer Miene eine extreme Steigerung des Verteidigungsetats verkündet und damit ohne großes Federlesen den antimilitaristischen, auf Dialog und Friedenswahrung angelegten Modus der alten Bundesrepublik verlässt,</p>
<p style="padding-left: 160px; text-align: justify;">dass ein einflussreicher Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses ebendieser, programmatisch dem Frieden verpflichteten, einstigen Arbeiterpartei in Zeiten wachsenden Inflationsdrucks, globaler Versorgungskrisen und sinkender Reallöhne moralisierend ein sofortiges Rohstoffembargo fordert – ungeachtet ökonomischer Realitäten und arbeitsmarktpolitischer Folgen,</p>
<p style="padding-left: 160px; text-align: justify;">dass ein offenkundig politisch des Extremismus Verdächtiger, zugleich oberster Beauftragter des überfallenen Staates der deutschen Öffentlichkeit mit Verve seine Agenda diktiert, die Bundesregierung öffentlich vor sich her treibt und dabei jegliche diplomatische Zurückhaltung vermissen lässt,</p>
<p style="padding-left: 160px; text-align: justify;">dass der <em>ad nauseam</em> propagierte, selbstgewisse Neobellizismus deutscher Leitmedien nunmehr grundsätzlich auch die Entspannungspolitik unter Willy Brandt in Frage stellt, – jene historische Strategie, die maßgeblich zur Überwindung des Ost-West-Konflikts beigetragen hat und einst als staatsmännischer Geniestreich galt,</p>
<p style="padding-left: 160px; text-align: justify;">dass die deutsche, respektive europäische Sicherheitspolitik auch dreißig Jahre nach dem Ende dieses Ost-West-Konflikts nicht in der Lage ist, <a href="https://matthias-elbert.de/politik/eiszeit-zwischen-der-eu-und-russland/">eigene Interessen</a> jenseits derer des transatlantischen Bruders zu formulieren, geschweige denn selbstbewusst zu vertreten,</p>
<p style="padding-left: 160px; text-align: justify;">dass die selbst demokratisch defizitär legitimierte Präsidentin eines supranationalen Organs einem von Oligarchen durchwirkten, demokratisch mindestens ambivalenten, kriegsgezeichneten Staat im moralpolitischen Überschwang eine Mitgliedschaft im ohnehin schon unregierbaren europäischen Verbund anträgt,</p>
<p>wen all dies – und noch mehr – verstört,</p>
<p style="padding-left: 160px; text-align: justify;">der sei eindringlich an die folgende Zeilen aus einem Brief Rosa Luxemburgs an Luise Kautsky erinnert:<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2475_14('footnote_plugin_reference_2475_14_1');" onkeypress="footnote_moveToReference_2475_14('footnote_plugin_reference_2475_14_1');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2475_14_1" class="footnote_plugin_tooltip_text">1</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2475_14_1" class="footnote_tooltip">Nachzulesen in: KAUTSKY, Luise,<em> Rosa Luxemburg. Briefe an Karl und Luise Kautsky (1896–1918)</em>, Berlin 1981, S. 192 f.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2475_14_1').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2475_14_1', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script></p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Dein Kopf ist voller Sorgen um die schiefgehende Weltgeschichte und Dein Herz voller Seufzer über die Erbärmlichkeit der – Scheidemänner und Genossen. Und jeder, der mir schreibt, stöhnt und seufzt gleichfalls. Ich finde nichts lächerlicher als das. Begreifst Du denn nicht, dass der allgemeine Dalles viel zu groß ist, um über ihn zu stöhnen? Ich kann mich grämen, wenn mir die Mimi krank wird, oder wenn Dir etwas fehlt. Aber wenn die gesamte Welt aus den Fugen geht, da suche ich nur zu begreifen, was und weshalb es passiert ist und habe ich meine Pflicht getan, dann bin ich weiter ruhig und guter Dinge. Ultra posse nemo obligatur. (…) Schau z.B. wie ein Goethe mit kühler Gelassenheit über den Dingen stand. (…) Und wenn Du etwa sagst: Goethe war eben kein politischer Kämpfer, so meine ich: Ein Kämpfer muss erst recht über den Dingen zu stehen suchen, sonst versinkt er mit der Nase in jedem Quark.</p>
</blockquote>
<div class="speaker-mute footnotes_reference_container"> <div class="footnote_container_prepare"><p><span role="button" tabindex="0" class="footnote_reference_container_label pointer" onclick="footnote_expand_collapse_reference_container_2475_14();">Referenzen</span><span role="button" tabindex="0" class="footnote_reference_container_collapse_button" style="" onclick="footnote_expand_collapse_reference_container_2475_14();">[<a id="footnote_reference_container_collapse_button_2475_14">+</a>]</span></p></div> <div id="footnote_references_container_2475_14" style="display: none;"><table class="footnotes_table footnote-reference-container"><caption class="accessibility">Referenzen</caption> <tbody> 

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2475_14('footnote_plugin_tooltip_2475_14_1');"><a id="footnote_plugin_reference_2475_14_1" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>1</a></th> <td class="footnote_plugin_text">Nachzulesen in: KAUTSKY, Luise,<em> Rosa Luxemburg. Briefe an Karl und Luise Kautsky (1896–1918)</em>, Berlin 1981, S. 192 f.</td></tr>

 </tbody> </table> </div></div><script type="text/javascript"> function footnote_expand_reference_container_2475_14() { jQuery('#footnote_references_container_2475_14').show(); jQuery('#footnote_reference_container_collapse_button_2475_14').text('−'); } function footnote_collapse_reference_container_2475_14() { jQuery('#footnote_references_container_2475_14').hide(); jQuery('#footnote_reference_container_collapse_button_2475_14').text('+'); } function footnote_expand_collapse_reference_container_2475_14() { if (jQuery('#footnote_references_container_2475_14').is(':hidden')) { footnote_expand_reference_container_2475_14(); } else { footnote_collapse_reference_container_2475_14(); } } function footnote_moveToReference_2475_14(p_str_TargetID) { footnote_expand_reference_container_2475_14(); var l_obj_Target = jQuery('#' + p_str_TargetID); if (l_obj_Target.length) { jQuery( 'html, body' ).delay( 0 ); jQuery('html, body').animate({ scrollTop: l_obj_Target.offset().top - window.innerHeight * 0.2 }, 380); } } function footnote_moveToAnchor_2475_14(p_str_TargetID) { footnote_expand_reference_container_2475_14(); var l_obj_Target = jQuery('#' + p_str_TargetID); if (l_obj_Target.length) { jQuery( 'html, body' ).delay( 0 ); jQuery('html, body').animate({ scrollTop: l_obj_Target.offset().top - window.innerHeight * 0.2 }, 380); } }</script><p>Der Beitrag <a href="https://matthias-elbert.de/politik/zwischentoene-zum-krieg/">Zwischentöne zum Krieg, zugleich ein Appell für mehr Gelassenheit</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthias-elbert.de">Standpunkte</a>.</p>
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		<title>Kino in Zeiten von Covid19: Die besten Filme 2021</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Matthias Elbert]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Jan 2022 13:51:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Jahresrückblick]]></category>
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		<category><![CDATA[2021]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Covid-Pandemie geht mittlerweile in ihr drittes Jahr. Doch die Kinos dürften sich mit der Situation mittlerweile arrangiert haben. Blieben anfangs die Leinwände bundesweit bis zu acht Monate schwarz, und waren zahlreiche Kinobetreiber auf die finanzielle Unterstützung des Bundes angewiesen, durften die etwa 2000 Kinos in Deutschland ab Juli 2021 wieder öffnen. Zwar unterschieden sich [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://matthias-elbert.de/kultur/kino-filme-2021/">Kino in Zeiten von Covid19: Die besten Filme 2021</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthias-elbert.de">Standpunkte</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Die Covid-Pandemie geht <a href="https://matthias-elbert.de/kultur/kino-filme-2020/">mittlerweile in ihr drittes Jahr</a>. Doch die Kinos dürften sich mit der Situation mittlerweile arrangiert haben. Blieben anfangs die Leinwände bundesweit bis zu acht Monate schwarz, und waren zahlreiche Kinobetreiber auf die finanzielle Unterstützung des Bundes angewiesen, durften die etwa 2000 Kinos in Deutschland ab Juli 2021 wieder öffnen. Zwar unterschieden sich die Auflagen von Bundesland zu Bundesland: So konnte man mancherorts seinen Kinobesuch ohne Maske und mit Popcorn genießen, während andernorts größere Abstände einzuhalten waren und eine durchgängige Maskenpflicht herrschte. Dennoch wurde die Öffnung der Kinos allesamt begeistert und freudig aufgenommen. Das lag auch an der großen Anzahl der Filme, die pandemiebedingt verschoben wurde und nun auf Ausstrahlung warteten.<span id="more-2422"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Als der am häufigsten verschobene Film gilt wohl <em>Keine Zeit zu sterben</em>. Ursprünglich hätte die Premiere bereits im Oktober 2019 stattfinden sollen. Doch die Veröffentlichung wurde aufgrund von Nachbesserungen am Drehbuch und einem Wechsel auf dem Regiestuhl – von Danny Boyle zu Cary Joji Fukunaga – auf Februar, dann auf April 2020 verschoben. Nach dem Ausbruch des Coronavirus wurde der Termin sodann in den November 2020, später auf März 2021 und schließlich nochmals in den Oktober verlegt. So groß wie die Vorfreude auf den fünften Bond-Film mit Daniel Craig war, so herb war dann jedoch die Enttäuschung. Keine Spur mehr von Stil, Eleganz und Erotik früherer Filme. Selbst das Geheimnisvolle, das Generationen von Kinobesuchern faszinierte, ist dem wohl bekanntesten Geheimagenten vollständig abhandengekommen. Und das liegt nicht einmal in erster Linie am Hauptdarsteller. Statt eines Actionfilms inszenierte Fukunaga ein zusammenhangloses Familiendrama mit sentimentalem Pseudo-Tiefgang. Damit ist der Film jedoch typisch für einen oberflächlichen Zeitgeist, in dem jegliche Intimität lautstark in Szene gesetzt wird.</p>
<p style="text-align: justify;">Demgemäß melden sich immer wieder Stimmen, die nun endlich einen weiblichen 007-Agenten auf der Leinwand fordern. Schließlich habe Daniel Craig angekündigt, <em>Keine Zeit zu sterben</em> sei sein letzter Bond-Film – der Zeitpunkt könne also besser nicht sein. Besitzt nun also bald eine Frau die berüchtigte Lizenz zum Töten? Zur Rolle des James Bond gehören geschlechterspezifische Eigenschaften, Verhaltensmuster und Gestiken. Die Besetzung dieser Rolle mit einer Schauspielerin, würde den Charakter der Filmreihe grundlegend verändern. Das mag man befürworten oder ablehnen. Sicher ist allerdings, dass es sich bei dem Postulat eines weiblichen Bond um Vulgärfeminismus handelt: Statt lediglich in die Fußstapfen eines anderen Mannes zu treten, schaffen sich selbstbewusste Frauen eine eigene filmische Idenität. Dazu bedarf es gar keines externen Ratschlags, wie etwa die Filme <a href="https://www.youtube.com/watch?v=aieQrj9Yy8s"><em>Atomic Blonde</em></a> und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=MysGjRS9jFU"><em>Kate</em></a> beweisen. Die Etablierung eines von James Bond unabhängigen, weiblichen Charakters ist mithin auch aus feministischer Perspektive erstrebenswert und mithin die weitaus glaubwürdigere Emanzipation.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Kino hielt im Jahr 2021 allerdings auch einige sehr sehenswerte Filme bereit. In chronologischer Reihenfolge folgen daher die aus meiner Sicht besten Filme der letzten zwölf Monate. Per Klick auf das Filmposter geht’s zum jeweiligen Trailer. Euch fehlen Filme in dieser Liste? Ab in die Kommentare damit!</p>
<h3>I Care A Lot</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=D40uHmTSPew" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-2423" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/I-Care-A-Lot.jpg?resize=240%2C356&#038;ssl=1" alt="Poster des Films I Care A Lot" width="240" height="356" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/I-Care-A-Lot.jpg?resize=691%2C1024&amp;ssl=1 691w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/I-Care-A-Lot.jpg?resize=203%2C300&amp;ssl=1 203w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/I-Care-A-Lot.jpg?resize=768%2C1138&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/I-Care-A-Lot.jpg?resize=1037%2C1536&amp;ssl=1 1037w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/I-Care-A-Lot.jpg?resize=1383%2C2048&amp;ssl=1 1383w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/I-Care-A-Lot.jpg?resize=318%2C471&amp;ssl=1 318w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/I-Care-A-Lot.jpg?resize=1024%2C1517&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/I-Care-A-Lot.jpg?w=1500&amp;ssl=1 1500w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/I-Care-A-Lot.jpg?w=1330&amp;ssl=1 1330w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1012" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597-300x73.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?resize=300%2C73&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Komödie</strong><br />
<strong>Kino-Start: 19. Februar 2021</strong><br />
<strong>Regie: J Blakeson</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Auf den ersten Blick ist Marla Grayson (Rosamund Pike) eine hilfsbereite Frau: Als bei Gericht akkreditierte Betreuerin kümmert sie sich um alleinstehende Senioren. Doch dahinter steht ein knallhartes Business. Denn Grayson hat als rechtlicher Vormund ein gutes Händchen dafür, das Gesetz auszunützen, um sich selbst zu Lasten der Senioren zu bereichern. Doch ihre neue Klientin Jessica (Dianne Wiest), die kein Wässerchen zu trüben scheint, hegt ein dunkles Geheimnis. Bevor sie sich versehen, merken Marla und ihre Lebenspartnerin Fran (Eliza González) jedoch, dass sie sich mit ihrem moralisch fragwürdigen Geschäftsmodell zur Zielscheibe des skrupellosen Gangsters Roman Lunyow (Peter Dinklage) gemacht haben. Doch Marla will sich nicht aufhalten lassen&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Der Umgang mit Senioren ist ein wichtiges gesellschaftliches Thema – nicht erst seit der Pandemie. Regisseur und Autor J Blakeson dient das amerikanische Pflegesystem in <em>I Care A Lot</em> nun als Kulisse für eine bitterböse Satire über die wahre Identität spätkapitalistischen Unternehmertums. Die gewaltgeladene Ausdrucksstärke der beiden Hauptdarsteller, deren unaufhaltsame Gier jedes Menschenleben entwertet, verleiht dem Film eine Spannung, die über die nicht immer kohärente Erzählung hinweg trägt. Insbesondere interessant: Zwar ist Marlas Vorgehen vollkommen unmoralisch, dennoch bewegt sie sich damit durchgehend innerhalb rechtlicher Grenzen. Äußerst sehenswert für jeden, der den Code des Kapitals verstehen möchte.</p>
<h3>Nebenan</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=isO0gHHvYRg" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-2425" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/Nebenan.jpg?resize=240%2C339&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="339" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/Nebenan.jpg?w=652&amp;ssl=1 652w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/Nebenan.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/Nebenan.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1013 " src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Komödie</strong><br />
<strong>Kino-Start: 01. März 2021</strong><br />
<strong>Regie: Daniel Brühl</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Schicke Wohnung im Prenzlauer Berg, eine schöne Ehefrau und eine Nanny, die sich um die Kinder kümmert – das Leben des Schauspielers Daniel (Daniel Brühl) scheint perfekt. Als er gerade zu einem Casting für die Rolle in einem Superheldenfilm fliegen soll, nutzt er den Fehler seiner Agentur, die ihm das Taxi für den Weg zum Flughafen zu früh geschickt hat, um noch einen Abstecher in seine Stammkneipe zu unternehmen: Der ideale Ort, um kurz vor dem Vorsprechen noch einmal herunterzukommen und die Dialoge durchzugehen. Allerdings hat er die Rechnung ohne seinen Nachbarn Bruno (Peter Kurth) gemacht, der Daniel mit Kommentaren zu seinen Filmrollen überschüttet. Doch der fremde Mann kennt mehr als nur Daniels Filme, er weiß erschreckend viel über sein Privatleben&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Im Regiedebüt von Daniel Brühl prallen Welten aufeinander: Auf der einen Seite der kosmopolitische, leicht schnöselige Schauspieler, der kurz vor seinem internationalen Durchbruch in einem Superheldenfilm steht, auf der anderen Seite ein ostdeutscher sogenannter Wendeverlierer mit zwielichtiger Vergangenheit und sozialer Ader. Für den Zuschauer ist es ein schwarzhumoriges Vergnügen, wie sich das Eckkneipen-Kammerspiel den innerdeutschen Ost-West-Konflikt um Gentrifizierung ganzer Stadtviertel, Anerkennung alternativer Lebenswege, Lebenslügen und fehlender sozialer Anerkennung sprichwörtlich zur Brust nimmt. Sehr aktuell und dennoch viel zu selten im deutschen Kino. <strong><br />
</strong></p>
<h3>Fabian oder Der Gang vor die Hunde</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=3FPr5aQTXtc" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-2426" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/Fabian-oder-der-Gang-vor-die-Hunde.jpg?resize=240%2C339&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="339" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/Fabian-oder-der-Gang-vor-die-Hunde.jpg?w=509&amp;ssl=1 509w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/Fabian-oder-der-Gang-vor-die-Hunde.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/Fabian-oder-der-Gang-vor-die-Hunde.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1014" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Drama</strong><br />
<strong>Kino-Start: 05. März 2021</strong><br />
<strong>Regie: Dominik Graf</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Im Berlin des Jahres 1931 lässt sich der promovierte Germanist und Werbetexter Jakob Fabian (Tom Schilling) durch das Leben treiben. Während er tagsüber für die Reklame einer Zigarettenfirma zuständig ist, ist er nachts mit seinem Studienkollegen Labude (Albrecht Schuch) unterwegs und macht die Kneipen, Vergnügungslokale und Künstlerateliers unsicher. Das ausschweifende Leben der beiden jungen Männer wird durch eine durch Kommunisten und Nationalsozialisten gespaltene Gesellschaft zunehmend bedroht. Auch Labude träumt davon, dass die Klassen gegen die Obrigkeit revolutionieren. Fabian kann mit einem revolutionären Umbruch hingegen nicht viel anfangen. Eines Tages trifft er im Kabarett auf die Schauspielerin Cornelia (Saskia Rosendahl) und verliebt sich auf den ersten Blick in sie. Fabians naives Leben nimmt eine dramatische Wendung, als er einer Entlassungswelle zum Opfer fällt, Cornelias Karriere als Schauspielerin jedoch an Fahrt gewinnt…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>In seinem im Jahr 1931 erschienenen satirischen Roman „Fabian“ mit dem Untertitel „Die Geschichte eines Moralisten“ beschreibt Erich Kästner die gesellschaftlichen Zustände zur Zeit der Weimarer Republik. Kästner wollte am Vorabend der nationalsozialistischen Machtübernahme vor dem Abgrund warnen, auf den Deutschland damals zusteuerte, wobei die lethargische Passivität derjenigen, welche die gesellschaftlichen Verhältnisse tatsächlich durchschauen, im Mittelpunkt seiner Kritik steht. Dominik Graf gelingt es durch eine ganz eigene, fast schon experimentelle Filmästhetik das Heutige aus der Romanvorlage zu destillieren. Auch dank eines herausragendem Schauspielensembles eine der besten deutschen Literaturverfilmungen seit langem und daher uneingeschränkt sehenswert!<strong><br />
</strong></p>
<h3>The Little Things</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=1HZAnkxdYuA" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-2427" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/The-Little-Things.jpg?resize=240%2C340&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="340" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/The-Little-Things.jpg?resize=724%2C1024&amp;ssl=1 724w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/The-Little-Things.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/The-Little-Things.jpg?resize=768%2C1086&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/The-Little-Things.jpg?resize=1086%2C1536&amp;ssl=1 1086w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/The-Little-Things.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/The-Little-Things.jpg?resize=1024%2C1449&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/The-Little-Things.jpg?w=1131&amp;ssl=1 1131w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1013 " src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Thriller</strong><br />
<strong>Kino-Start: 26. März 2021</strong><br />
<strong>Regie: John Lee Hancock</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Joe „Deke“ Deacon (Denzel Washington) ist der Sheriff von Kern County in Kalifornien, doch er ist ziemlich ausgebrannt und ist seines Berufs überdrüssig. Doch als ein Serienkiller sein Unwesen treibt, muss er sich noch einmal aufraffen. Ihm zur Seite steht Jim Baxter (Rami Malek), ein junger Detective aus Los Angeles, der dem alten Provinzcop zuerst skeptisch begegnet. Schnell ist der Jungspund aber beeindruckt von der Spürnase des alten Hasen und dessen Auge für die kleinsten Details. Doch die Partnerschaft wird schnell auf die harte Probe gestellt, weil Deke Regeln eher eigenwillig auslegt. Zudem hat der alte Polizist noch ein dunkles Geheimnis aus seiner Vergangenheit, das ihn plagt…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Der klassisch inszenzierte Neo-Noir handelt von einem Polizisten, der sich an einem alten Fall abarbeitet und an diesem schließlich zerbricht. Am Ende geht es gar nicht darum, einen Täter zu präsentieren, sondern zu zeigen, welche Auswirkungen die Ermittlungen auf das soziale Leben der Beteiligten haben können. Regisseur und Autor John Lee Hancock verzichtet auf die mittlerweile übliche CGI-Effekthascherei, sondern nimmt sich Zeit für eine tiefergehende Charakterzeichnung und eine stimmige Geschichte. Hier kommt düstere Atmosphäre vor visueller Dramatik. Für Noir-Liebhaber nicht nur aufgrund der erstklassigen Darsteller (Jared Leto als psychotischer Verdächtiger!) ein Muss!<strong><br />
</strong></p>
<h3>Der Rausch</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=40X5EX6Us7c" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-2428" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/Der-Rausch.jpg?resize=240%2C348&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="348" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/Der-Rausch.jpg?w=424&amp;ssl=1 424w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/Der-Rausch.jpg?resize=207%2C300&amp;ssl=1 207w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/Der-Rausch.jpg?resize=325%2C471&amp;ssl=1 325w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1014" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Komödie</strong><br />
<strong>Kino-Start: 22. Juli 2021</strong><br />
<strong>Regie: Thomas Vinterberg</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Früher war Martin (Mads Mikkelsen) Lehrer aus Leidenschaft – heute sind nicht nur die Schüler von seinem fehlenden Enthusiasmus gelangweilt, auch in Martins Ehe ist die Luft raus. Seinen drei Freunden, die am selben Gymnasium unterrichten, geht es nicht viel besser. Bei einer angeheiterten Geburtstagsrunde diskutieren sie die Theorie eines norwegischen Philosophen: Nach dieser ist ein Mensch nur mit einem erhöhten Alkoholgehalt im Blut zu Bestleistungen fähig. Solch eine gewagte These muss überprüft werden. Die vier beschließen den Selbsttest zu machen und während der Arbeit kontinuierlich einen bestimmten Pegel zu halten. Soll nicht sogar Winston Churchill den Zweiten Weltkrieg in einem Alkoholrausch gewonnen haben? Mit neuem Antrieb stürzen sie sich in ihre geheime wissenschaftliche Studie. Die Wirkung lässt indes nicht lange auf sich warten…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Die Tragikkomödie von Thomas Vinterberg handelt von ernsten Themen: Midlife-Crisis, Entfremdung innerhalb einer Beziehung, Alkoholmissbrauch. Die facettenreiche Auseinandersetzung mit dem Thema Alkoholismus in den westlichen Wohlstandsgesellschaften ist das zentrale Narrativ des Films, gilt Alkohol gleichsam als Katalysator bei den Abschiedsritualen der Schulzeit, in belastenden Beziehungsgesprächen oder im Sinne der politischen Völkerverständigung. Die Stärke des Films ist jedoch, dass er für eine angenehm lange Zeit jegliches Moralisieren vermeidet. So gelingt die Balance zwischen Grotesk-Komischen und Menschlich-Tragischem. Dank der herausragenden Inszenierung mit außergewöhnlichen Schauspielern und einem fulminanten Finale ist <em>Der Rausch</em> schließlich eine einzige Ode an das Leben – <a href="https://www.youtube.com/watch?v=FjVVqpZw-wg">What A Life</a>!</p>
<h3><a href="https://www.youtube.com/watch?v=sS6ksY8xWCY" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-2436" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/5706284.jpg?resize=240%2C356&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="356" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/5706284-scaled.jpg?resize=691%2C1024&amp;ssl=1 691w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/5706284-scaled.jpg?resize=203%2C300&amp;ssl=1 203w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/5706284-scaled.jpg?resize=768%2C1138&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/5706284-scaled.jpg?resize=1037%2C1536&amp;ssl=1 1037w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/5706284-scaled.jpg?resize=1382%2C2048&amp;ssl=1 1382w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/5706284-scaled.jpg?resize=318%2C471&amp;ssl=1 318w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/5706284-scaled.jpg?resize=1024%2C1517&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/5706284-scaled.jpg?w=1728&amp;ssl=1 1728w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/5706284-scaled.jpg?w=1330&amp;ssl=1 1330w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a>The Green Knight</h3>
<p><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1012" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597-300x73.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?resize=300%2C73&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Fantasy | Drama<br />
Kino-Start: 29. Juli 2021<br />
Regie: David Lowery<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Sir Gawain (Dev Patel) ist der rücksichtslose und eigenwillige Neffe von König Artus (Sean Harris). Als der Green Knight (Ralph Ineson) an dessen Hof kommt, ein gigantischer Krieger mit Samaragdhaut, nimmt Sir Gawain die Herausforderung an und stellt sich dem Fremden. Der Green Knight verliert im darauffolgenden Duell seinen Kopf – und ein Jahr später ist es Zeit für Sir Gawain, sich ihm erneut zu stellen. Er bricht auf und muss auf seiner Reise zum Green Knight gegen Geister, Riesen, Diebe und Intriganten kämpfen. Er muss zu sich selbst finden und dabei seiner Familie wie auch dem gesamten Königreich beweisen, dass er ein Held ist&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Die Vorlage für dieses allegorische Fantasy-Drama stammt aus dem 14. Jahrhundert. Jedoch zeigt uns David Lowery kleine klassische Heldenreise. Vielmehr scheitert Sir Gawain als Held in <em>The Green Knight</em> auf vielfältige Art und dekonstruiert damit die zentralen Aspekte des heroischen Selbstverständnisses. Wer jedoch nicht in die betont abstrakte Erzählung findet (oder aus dieser im Laufe der Handlung aussteigt), kann sich jedoch weiterhin an den beeindruckenden Aufnahmen der britischer Landschaft, innovativen Kameraeinstellungen sowie der stilsicheren Atmosphäre berauschen. Ein Film, für den sich der Gang ins Kino lohnt.<strong><br />
</strong></p>
<h3>The Father</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=4TZb7YfK-JI" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-2429" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/The-Father.jpg?resize=240%2C340&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="340" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/The-Father.jpg?resize=724%2C1024&amp;ssl=1 724w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/The-Father.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/The-Father.jpg?resize=768%2C1086&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/The-Father.jpg?resize=1086%2C1536&amp;ssl=1 1086w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/The-Father.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/The-Father.jpg?resize=1024%2C1449&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/The-Father.jpg?w=1131&amp;ssl=1 1131w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1012" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597-300x73.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?resize=300%2C73&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Drama</strong><br />
<strong>Kino-Start: 26. August 2021</strong><br />
<strong>Regie: Florian Zeller</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Anne (Olivia Colman) sorgt sich um ihren Vater Anthony (Anthony Hopkins). Als stolzer Mann lehnt er trotz seines hohen Alters jede Unterstützung durch eine Pflegekraft ab. Obwohl ihn sein Gedächtnis immer häufiger im Stich lässt, ist er davon überzeugt, auch weiterhin allein zurechtzukommen. Doch als Anne ihm eröffnet, dass sie zu ihrem Freund nach Paris ziehen wird, ist er verwirrt. Wer ist dann dieser Fremde in seinem Wohnzimmer, der vorgibt, mit Anne verheiratet zu sein? Anthony versucht, die sich permanent verändernden Umstände zu begreifen und beginnt mehr und mehr zu zweifeln: an seinem Verstand und schließlich auch an seiner eigenen Wahrnehmung.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Mit <em>The Father</em> legt Florian Zeller sein Regiedebut vor – basierend auf seinem gleichnamigen, weltweit prämierten Theaterstück aus dem Jahr 2012. Zeller nutzt die spezifischen Mittel des Kinos, um die Perspektive seines an Demenz erkrankten Protagonisten so eindringlich darzustellen, wie es filmisch bislang kaum jemandem gelungen ist. Während die Titelfigur immer weniger versteht, setzt sich für das Publikum zunehmend ein belastbares Bild der wahren Verhältnisse zusammen. Subtiles Drama mit einem oscarprämierten Anthony Hopkins.</p>
<h3>Candyman</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=tlwzuZ9kOQU" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-2430" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/candyman.jpg?resize=240%2C340&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="340" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/candyman.jpg?resize=724%2C1024&amp;ssl=1 724w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/candyman.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/candyman.jpg?resize=768%2C1086&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/candyman.jpg?resize=1086%2C1536&amp;ssl=1 1086w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/candyman.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/candyman.jpg?resize=1024%2C1449&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/candyman.jpg?w=1131&amp;ssl=1 1131w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1012" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597-300x73.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?resize=300%2C73&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Horror, Thriller</strong><br />
<strong>Kino-Start: 26. August 2021</strong><br />
<strong>Regie: Nia DaCosta</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Im Chicagoer Viertel Cabrini Green ging lange die Geschichte über den berüchtigten Candyman um, einen übernatürlichen Mörder mit Haken an der Hand. Der Legende nach müsse sein Namen nur fünfmal in einem Spiegel aufgesagt werden, um ihn zu beschwören. Jahrzehnte später ziehen der Künstler Anthony McCoy (Yahya Abdul-Mateen II) und seine Freundin, die Galeristin Brianna Cartwright (Teyonah Parris), in die inzwischen die durch die Gentrifizierung veränderte Nachbarschaft. Als Anthonys Künstlerkarriere jedoch stagniert, wird er durch eine zufällige Begegnung mit William Burke (Colman Domingo), einem alten Bewohner von Cabrini Green, mit der schrecklichen Geschichte hinter dem Candyman konfrontiert. In der Hoffnung, seinen Gemälden neues Leben einzuhauchen, steigert er sich immer tiefer in die düsteren Details der Legende hinein. Bald aber steht sein eigener Verstand auf dem Spiel…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong><em>Candyman</em> ist ein Reboot des gleichnamigen Horrorfilms aus dem Jahr 1992, der als Meilenstein des afroamerikanischen Kinos gilt. Dem Drehbuch gelingt es geschickt, die Konventionen des Genres nur gerade so weit zu bedienen, dass sowohl Raum für Innovationen als auch für eine Auseinandersetzung mit aktuellen Themen wie Polizeigewalt, Gentrifizierung oder Rassismus bleibt. Trotz der dadurch bedingten mangelnden thematischen Eindeutigkeit entwickelt dieser gesellschaftskritische Rundumschlag seine ganz eigene Faszination. Etwa wenn der Killer in einem kurzen Moment sogar zum Antihelden wird, als er seinen Haken gegen eine Gruppe übergriffiger Polizisten erhebt. Dank der knackigen 90 Minuten daher eine klare Empfehlung.</p>
<h3>Dune</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=8g18jFHCLXk" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-2431" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/Dune.jpg?resize=240%2C339&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="339" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/Dune.jpg?w=495&amp;ssl=1 495w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/Dune.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/Dune.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1014" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Science Fiction</strong><br />
<strong>Kino-Start: 16. September 2021</strong><br />
<strong>Regie: Denis Villeneuve</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die in der Gunst des galaktischen Imperators gefallene Adelsfamilie der Atreides siedelt mit dem gesamten Hausstand auf den Wüstenplaneten Arrakis um. Dort soll Herzog Leto (Oscar Isaac) zusammen mit Lady Jessica (Rebecca Fergueson) sicherstellen, dass die Droge Spice, ein Rohstoff, der intergalaktische Reisen ermöglicht, weiterhin abgebaut wird. Doch die Reise nach Arrakis entpuppt sich als Hinterhalt von Baron Vladimir Harkonnen (Stellan Skarsgård). Paul Atreides (Timothée Chalamet), der junge Sohn von Leto, muss ins Ödland von Arrakis flüchten, wo er auf die sagenumwobenen Fremen um deren Anführer Stilgar (Javier Bardem) und die furchtlose Chani (Zendaya) trifft, ein nomadisches Wüstenvolk, das in Erfüllung einer alten Prophezeiung auf die Ankunft eines Erlösers wartet&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Eigentlich gilt das Science Fiction-Epos von Frank Herbert als unverfilmbar. Villeneuve hat es trotzdem gewagt und ihm gelingt wie zufällig ein Kommentar zum aktuellen Weltgeschehen. Klimakrise, Rohstoffmangel und künstliche Intelligenz, all dies wird thematisiert. Im Mittelpunkt steht jedoch der brutale Stellvertreterkrieg auf dem Wüstenplaneten, der zu einer Art Faustpfand in den interstellaren Ränkespielen um die Macht und Einfluss wird. Das weckt offensichtliche Assoziationen – von der Erdölförderung im Irak bis zum Drogenanbau der Taliban in den Bergen des Hindukusch. Die Überschneidungen mit der Realität verstärken sich zunehmend, als die alten Besatzer plötzlich abziehen und mit den Atreides eine externe Macht die Kontrolle übernimmt. Der übereilte Abzug der NATO-Truppen aus Afghanistan lässt grüßen. Hinzu kommen ästhetische Bilder, ein einzigartiges Design und ein Sound, der den Zuschauer regelrecht aus den Sesseln bläst. Wer <em>Dune</em> nicht auf der Großleinwand im Kino gesehen hat, hat etwas verpasst.</p>
<h3>Schachnovelle</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=SXSJFtAmyQ0" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-2433" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/Schachnovelle.jpg?resize=240%2C339&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="339" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/Schachnovelle.jpg?w=495&amp;ssl=1 495w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/Schachnovelle.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/Schachnovelle.jpg?resize=333%2C471&amp;ssl=1 333w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1013 " src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Drama</strong><br />
<strong>Kino-Start: 23. September 2021</strong><br />
<strong>Regie: Philipp Stölzl</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der österreichische Rechtsanwalt Dr. Josef Bartok (Oliver Masucci) wird von den Nationalsozialisten entführt, damit diese an die großen Vermögen kommen, die Bartok im Auftrag von Klerus und Adel verwaltet. Als Bartok jedoch schweigt, sperren die Nazis ihn ein und lassen ihn ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt dahinvegetieren. Der gebildete Bartok ist schließlich kurz davor, psychisch gebrochen zu werden, da kommt er durch List an ein Buch, in dem die Züge bekannter Schachpartien dokumentiert wurden. Aus Mangel an Alternativen verinnerlicht er diese Partien: Seine Persönlichkeit spaltet sich in einen weißen und einen schwarzen Spieler. Als er Jahre später auf einem Schiff auf den amtierenden Schachweltmeister Mirko Czentovic (Albrecht Schuch) trifft, nimmt seine „Schachvergiftung“ Überhand…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>„Die Schachnovelle“ ist das letzte Werk von Stefan Zweig – das Manuskript gab er einen Tag vor seinem Selbstmord im Exil in Brasilien zur Post. Regisseur Stölzl verschränkt in seiner nicht ganz originalgetreuen Neuverfilmung konventionelles Historiendrama mit Elementen des Psychothrillers: Wie im Laufe der Handlung dank opulenter Bilder die Zeit- und Bewusstseinsebenen kollidieren und mithin das Martyrium des Protagonisten für das Publikum nachvollziehbar wird, ist mit unheimlicher Intensität auf die Kino-Leinwand gebracht. Verlassen kann sich Stölzl dabei auf die Schauspielleistungen seines Casts: Insbesondere Oliver Massuci alias Dr. Josef Bartok liefert eine wahre Tour de Force. Zwar erreicht <em>Schachnovelle</em> nicht den inhaltlichen und ästhetischen Zugang von Grafs <em>Fabian oder Der Gang vor die Hunde</em>, ist jedoch dennoch sehenswert!</p>
<h3>Last Night in Soho</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=AcVnFrxjPjI" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-2443" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/2656137.jpg?resize=240%2C356&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="356" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/2656137.jpg?resize=691%2C1024&amp;ssl=1 691w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/2656137.jpg?resize=202%2C300&amp;ssl=1 202w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/2656137.jpg?resize=768%2C1138&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/2656137.jpg?resize=318%2C471&amp;ssl=1 318w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/2656137.jpg?w=1012&amp;ssl=1 1012w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1014" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Horror | Thriller<br />
Kino-Start: 11. November 2021<br />
Regie: Edgar Wright<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die junge Eloise (Thomasin McKenzie) ist behütet auf dem Land aufgewachsen und vor kurzem nach London gezogen, wo sie am London College of Fashion Modedesign studieren möchte. Sie bezieht ein Zimmer im obersten Stock eines Hauses in Fitzrovia, ihre Vermieterin ist die strenge aber nicht unfreundliche Mrs. Collins. Während ihre Kommilitonen jedoch ausgelassen das studentische Nachtleben genießen, träumt sich die von der Dynamik der Großstadt überforderte Eloise ins London der Swinging Sixties. In der Gestalt der exzentrischen Nachwuchssängerin Sandy (Anya Taylor-Joy) zieht sie durch das Café de Paris und andere Szeneclubs, die ihr das Gefühl von Sicherheit geben. Sie führt ein Parallelleben, in dem sie eines Tages den verführerischen Manager Jack (Matt Smith) trifft und ist sofort fasziniert von seiner geheimnisvollen Auto. Doch die beschwingten Sechziger sind tatsächlich längst nicht so frei und unschuldig, wie es zunächst den Anschein hat&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Elegant inszenierter, audiovisuell mitreißender Thriller über die Identitätskrisen zweier junger Frauen. Dem britischen Regisseur Edgar Wright gelingt das Kunststück, eine perfekt choreographierte Hommage an das Lebensgefühl der Swinging Sixties zu drehen und im gleichen Atemzug die nostalgische Geschichtsverklärung dieser Epoche zu dekonstruieren. Im Großbritannien des Post-Brexit kann dies schon als politischer Kommentar gelten. Virtuos sind die Momente, in denen die herausragenden Anya Taylor-Joy und Thomasin McKenzie als Spiegelbilder der jeweils anderen agieren. War in Wrights Heistfilm <em>Baby Driver</em> jede Schaltung des Fluchtwagens exakt mit dem Beat des Soundtracks synchronisiert – in <em>Last Night In Soho</em> swingen die Sechzigerjahre tatsächlich so wie selten zuvor im Kino.</p>
<h3>The Power of the Dog</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=LRDPo0CHrko" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-2434" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/The-Power-of-The-Dog.jpg?resize=240%2C356&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="356" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/The-Power-of-The-Dog.jpg?resize=691%2C1024&amp;ssl=1 691w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/The-Power-of-The-Dog.jpg?resize=203%2C300&amp;ssl=1 203w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/The-Power-of-The-Dog.jpg?resize=768%2C1138&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/The-Power-of-The-Dog.jpg?resize=1037%2C1536&amp;ssl=1 1037w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/The-Power-of-The-Dog.jpg?resize=318%2C471&amp;ssl=1 318w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/The-Power-of-The-Dog.jpg?resize=1024%2C1517&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2022/03/The-Power-of-The-Dog.jpg?w=1080&amp;ssl=1 1080w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1014" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Drama</strong><br />
<strong>Kino-Start: 01. Dezember 2021</strong><br />
<strong>Regie: Jane Campion</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Montana im Jahr 1925: Zwei Brüder, die gemeinsam eine große Ranch besitzen, versuchen auf ihre Weise das gemeinsame Land zu führen. Allerdings könnten Phil (Benedict Cumberbatch) und George (Jesse Plemons) unterschiedlicher nicht sein. Während Phil mit Strenge und Härte auf der Farm anpackt, will sich George der Kontrolle seines Bruders entziehen. Er legt mehr Wert auf teure Autos, gute Kleidung und ein Leben fernab von Rindern und Feldarbeit. Die Heirat mit der Witwe Rose (Kirsten Dunst) könnte sein Ausweg aus seinem bisherigen Leben sein. Zusammen mit ihr und ihrem Sohn Peter (Kodi Smit-McPhee) will er auf der Ranch einen neuen Lebensabschnitt markieren. Die Fronten zu seinem Bruder Phil scheinen sich durch die Anwesenheit von Rose jedoch nur zu verstärken. Von familiärer Liebe und Gastfreundschaft ist nichts zu spüren. Allerdings beginnen sich dann die Machtverhältnisse allmählich zu verschieben…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Bei <em>The Power of the Dog</em> handelt es sich um eine Filmadaption des Romans „Die Gewalt der Hunde“ von Thomas Savage. In brilliant inszenierten Bildern dafür mit umso weniger Worten erzählt Jane Campion die Geschichte zweier ungleicher Brüder, die aus einem Gefängnis aus unterdrückten Gefühlen, falschem Heroismus und trügerischen Rollenbildern ausbrechen. Dort, wo der sensiblere, stets korrekt frisierte George ein Sinnbild der neuen Zeit ist, hängt Phil einer Welt nach, die größtenteils nur mehr in seinen Erzählungen existiert. Allein sehenswert ist schon die Art, wie Benedict Cumberbatch die innere Zerrissenheit und Ambivalenz des Ranchers Phil darstellt. Komplettiert durch das ausladende Spiel der weiteren Darsteller entsteht so ein intensiver Spätwestern, der gekonnt alle Kitsch- und Sentimentalitätsfallen meidet. Ein Erlebnis, das den Zuschauer so schnell nicht mehr loslassen wird.</p>
<hr />
<h3 style="text-align: justify;">Honorable Mentions:</h3>
<p style="text-align: justify;">Nomadland; Der Maulwurf; Wirecard – Die Milliarden-Lüge; Nobody; Percy; Batman: The Long Halloween Teil 1; Batman: The Long Halloween Teil 2; Old; City of Lies; Free Guy; Promising Young Woman; The Witcher: Nightmare of the Wolf; Tides; Polizeiruf 110: Bis Mitternacht; The Last Duel; The French Dispatch;  The Harder They Fall; Kaiserspiel in Versailles</p>
<hr />
<h3>Filme, die ich 2021 sonst noch gesehen habe:</h3>
<p style="text-align: justify;">Feinde – das Geständnis; Feinde – Gegen die Zeit; Neues aus der Welt; Wonder Woman 1984; Jesus Rolls – Niemand verarscht Jesus; Capone; A Quiet Place 2; No Sudden Move; Black Widow; The Suicide Squad; Escape Room 2: No Way Out; Shang-Chi and the Legends of the Ten Rings; Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull; James Bond 007 – Keine Zeit zu sterben; The Guilty; Venim: Let There Be Carnage; Eternals; Don&#8217;t Look Up</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://matthias-elbert.de/kultur/kino-filme-2021/">Kino in Zeiten von Covid19: Die besten Filme 2021</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthias-elbert.de">Standpunkte</a>.</p>
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		<title>Kino während der Covid19-Pandemie – Die besten Filme des Jahres 2020</title>
		<link>https://matthias-elbert.de/kultur/kino-filme-2020/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Matthias Elbert]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Jan 2021 17:55:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Jahresrückblick]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Corona-Pandemie ist für die gesamte Gesellschaft eine gewaltige Herausforderung. Nicht zuletzt die Kinobetreiber traf der Lockdown indes ziemlich hart. Sämtliche Lichtspielhäuer mussten schon in der ersten Phase schließen und sind aktuell wieder geschlossen, viele Premieren wurden verschoben oder in einigen Fällen sogar teilweise in das Internet verlegt. Überhaupt werden Netflix &#38; Co. die besten [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Die Corona-Pandemie ist für die gesamte Gesellschaft eine gewaltige Herausforderung. Nicht zuletzt die Kinobetreiber traf der Lockdown indes ziemlich hart. Sämtliche Lichtspielhäuer mussten schon in der ersten Phase schließen und sind aktuell wieder geschlossen, viele Premieren wurden verschoben oder in einigen Fällen sogar teilweise in das Internet verlegt. Überhaupt werden Netflix &amp; Co. die besten Chancen eingeräumt, das Kino als Institution abzulösen. Das wird wohl am ehesten auf die vielen kleinen Programmkinos zutreffen, doch für das Mainstreamkino war 2019 eines der erfolgreichsten Jahre überhaupt. Aber sind wir doch mal ehrlich, mit einem richtigen Kinobesuch hat Streaming auf der Wohnzimmer-Couch wenig gemein. Es ist also an uns Zuschauer, dafür zu sorgen, dass auch das kleine Kino an der Ecke überlebt. Unbestritten ist indes, dass die Digitalisierung die Kinolandschaft vor gewaltige Herausforderungen stellt. So werden zunehmend qualitativ hochwertigere Produktionen zuerst im Streaming veröffentlicht.<span id="more-2286"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Eines dieser <a href="https://www.sueddeutsche.de/kultur/enola-holmes-netflix-1.5047227">viel gelobten</a> und vermeintlich erstklassigen Produktionen ist <em>Enola Holmes</em>, ein Krimi, der auf einer Buchreihe der US-amerikanischen Autorin Nancy Springer basiert und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=1d0Zf9sXlHk">am 23. September 2020 auf Netflix erschienen ist</a>. Darin ermittelt die titelgebende jüngere Schwester von Sherlock Holmes – gespielt von <em>Stranger-Things</em>-Star Millie Bobby Brown – in dem Fall ihrer verschwundenen Mutter (Helena Bonham Carter). Wurde sie entführt, musste sie fliehen? Was sind das für geheimnisvolle Treffen mit anderen Frauen, an denen ihre Mutter regelmäßig teilnahm? Eigentlich eine spannende Ausgangslage vor dem Hintergrund der historischen Debatte um das Frauenwahlrecht. Doch die herbeigerufenen Brüder, der skeptische Sherlock (Henry Cavill) und der reaktionäre Mycroft (Sam Clavlin), sind ihrer Schwester keine große Hilfe. Im Gegenteil, am liebsten würden sie Enola in ein autoritäres Erziehungsheim stecken. Doch Enola widersetzt sich dem Vorhaben ihrer Brüder und kommt sodann von einer platten „Ich zeige den Männern, wo es lang geht“-Situation in die nächste. Dank dieser holzschnittartigen Rahmenbedingungen kommt <em>Enola Holmes</em> leider nicht über oberflächliches Empowerment hinaus. Die simple wie neoliberale Botschaft: Um sich zu behaupten ist man stets auf sich alleine gestellt. Denn jede*r ist für seinen eigenen gesellschaftlichen und beruflichen Erfolg individuell verantwortlich. Kein Wunder also, dass Enola zugleich ein Anagramm von „alone“ ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Höhepunkt der Zumutung ist schließlich, als sie von einem blasierten Adeligen namens Viscount Tewskbury (Louis Partridge) gefragt wird, ob sie <em>„noch immer in diesem grauenvollen Gästehaus wohnt.“</em> Aber Enola kann ihn beruhigen: <em>„Nein, ich hatte von deiner Mutter ja die Belohnung und &#8230; habe mir etwas Neues gesucht.“</em> Die Frage nach den materiellen Verhältnissen wird hier nicht gestellt. Kein Wort von den mitunter existenziellen Kämpfen, die Arbeiterinnen in der patriarchalen Gesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts führen mussten. Das einzig Kritische am Verhalten von Enola bleibt somit, dasss sie ihrem jungadeligen Freund von Anfang an die Verbeugung verweigert. Das kann jedoch auch nur als Ausdruck der frechen Aufmüpfigkeit eines jungen Mädchens gelesen werden. Denn in der viktorianischen Welt von <em>Enola Holmes</em> hungert niemand und alle haben irgendwie Geld. Aber das ist egal, denn die Welt lässt sich ja retten, wenn man nur stark genug an sich selbst glaubt. Der progressive Neoliberalismus lässt grüßen: Wer identitätspolitische Fragen über alles andere stellt, erschafft solche Filme. Und die sind – frei nach Siegfried Kracauer – der Spiegel der bestehenden Gesellschaft.<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2286_18('footnote_plugin_reference_2286_18_1');" onkeypress="footnote_moveToReference_2286_18('footnote_plugin_reference_2286_18_1');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2286_18_1" class="footnote_plugin_tooltip_text">1</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2286_18_1" class="footnote_tooltip">KRACAUER, Siegfried, <em>Die kleinen Ladenmädchen gehen ins Kino</em>, in: ders., Das Ornament der Masse. Essays. Frankfurt am Main, 1977, S. 279-294.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2286_18_1').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2286_18_1', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script></p>
<p style="text-align: justify;">Darüberhinaus schafften es in diesem sehr kurzen Kinojahr 2020 auch einige sehenswerte Filme auf die große Leinwand, die ich Euch nicht vorenthalten möchte. Daher folgt in chronologischer Reihenfolge die aus meiner Sicht besten Filme der letzten zwölf Monate – diesmal sind es allerdings nur 15. Per Klick auf das Filmposter geht’s aber immer noch zum jeweiligen Trailer. Welche Filme fehlen in dieser Liste? Ab in die Kommentare damit!</p>
<h3>Knives Out <strong>–</strong> Mord ist Familiensache</h3>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=xi-1NchUqMA"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-2290" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Knives-Out.jpg?resize=240%2C356&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="356" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Knives-Out-scaled.jpg?resize=691%2C1024&amp;ssl=1 691w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Knives-Out-scaled.jpg?resize=203%2C300&amp;ssl=1 203w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Knives-Out-scaled.jpg?resize=768%2C1138&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Knives-Out-scaled.jpg?resize=1037%2C1536&amp;ssl=1 1037w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Knives-Out-scaled.jpg?resize=1382%2C2048&amp;ssl=1 1382w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Knives-Out-scaled.jpg?resize=1024%2C1517&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Knives-Out-scaled.jpg?w=1728&amp;ssl=1 1728w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Knives-Out-scaled.jpg?w=1330&amp;ssl=1 1330w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1014" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Krimi | Komödie<br />
Kino-Start: 02. Januar 2020<br />
Regie: Rian Johnson<br />
</strong>Harlan Thrombey (Christopher Plummer) ist tot! Und nicht nur das – der renommierte Krimiautor und Familienpatriarch wurde auf der Feier zu seinem 85. Geburtstag umgebracht. Doch natürlich wollen weder die versammelte exzentrische Verwandtschaft noch das treu ergebene Hauspersonal etwas gesehen haben. Ein Fall für Benoit Blanc (Daniel Craig): Der lässig-elegante Kommissar beginnt seine Ermittlungen und während sich sämtliche anwesenden Gäste alles andere als kooperativ zeigen, spitzt sich die Lage zu und das Misstrauen untereinander wächst. Ein komplexes Netz aus Lügen, falschen Fährten und Ablenkungsmanövern muss durchkämmt werden, um die Wahrheit hinter Thrombeys vorzeitigem Tod zu enthüllen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Agatha Christie lässt grüßen: <em>Knives Out – Mord ist Familiensache</em> ist eine zeitgemäße Erneuerung des Kriminalfilms im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Whodunit">Whodunit-Konzept</a> mit erstklassiger Besetzung, die sich auf der feinen Linie zwischen Hommage und Persiflage (etwa Daniel Craigs Benoit Blanc als Gegenstück zu Hercule Poirot) bewegt. Der eigentliche Star des Films ist allerdings das raffinierte Drehbuch von Autorenfilmer Rian Johnson, das mit einem sorgfältig aufgebauten Spannungsbogen, einem schlauen Sinn für Humor und subversiven Klassenkommentaren etwa hinsichtlich der US-amerikanischen Einwanderungspolitik der Ära Trump überzeugt.  <strong><br />
</strong></p>
<hr />
<h3>1917</h3>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=YqNYrYUiMfg"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-2291" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/1917.jpg?resize=240%2C380&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="380" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/1917.jpg?resize=647%2C1024&amp;ssl=1 647w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/1917.jpg?resize=189%2C300&amp;ssl=1 189w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/1917.jpg?resize=768%2C1216&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/1917.jpg?resize=970%2C1536&amp;ssl=1 970w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/1917.jpg?resize=1024%2C1622&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/1917.jpg?w=1293&amp;ssl=1 1293w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1014" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Kriegsfilm | Drama<br />
Kino-Start: 16. Januar 2020<br />
Regie: Sam Mendes<br />
</strong>Der Erste Weltkrieg befindet sich im April 1917 auf seinem grausamen Höhepunkt. Im Norden Frankreichs belagern sich deutsche und britische Einheiten in ihren Schützengräben, ohne auch nur einen Zentimeter vorzurücken. Die Moral der Truppen auf beiden Seiten wird zunehmend schlechter. In dieser Situation werden die Soldaten William Schofield (George MacKay) und Joseph Blake (Dean-Charles Chapman) von ihrem Vorgesetzen General Erinmore (Colin Firth) mit einem ebenso dringlichen wie gefährlichen Auftrag bedacht: Sie sollen das zerbombte Niemandsland durchqueren und eine Nachricht an ein anderes britisches Bataillon überbringen. Dieses ist nämlich kurz davor, in einen deutschen Hinterhalt und damit in den Tod zu stürmen. Wenn die beiden jungen Rekruten es nicht rechtzeitig schaffen, werden mehr als 1500 britische Soldaten sinnlos ihr Leben verlieren – darunter auch Blakes älterer Bruder Leslie (Andrew Scott)…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>In <em>1917</em> perfektioniert Regisseur Sam Mendes die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/One-Shot-Video">One-Shot-Einstellung</a> und erzeugt dadurch beim Publikum das nervenaufreibende Gefühl, selbst in das Geschehen involviert zu sein. Zusammen mit der mehrfach oscarprämierten Kamera von Roger Deakins, bewegt sich das Publikum mal angespannt langsam, mal rasant und gehetzt durch die Weltkriegs-Szenerie. Durch die eindrucksvollen Bilder und die authentische Ausstattung besteht zwar die Gefahr, dass der Krieg hier zu einer rein ästhetischen Erfahrung verklärt wird. Im Mittelpunkt der Erzählung stehen allerdings die unmittelbaren Sinneserfahrungen der Protagonisten im Krieg und nicht einzelne Moralfragen. Ein äußerst immersives Kino-Erlebnis.<strong><br />
</strong></p>
<hr />
<h3>Sorry We Missed You</h3>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=ysjwg-MnZao"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-2302" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Sorry.jpg?resize=240%2C343&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="343" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Sorry.jpg?resize=717%2C1024&amp;ssl=1 717w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Sorry.jpg?resize=210%2C300&amp;ssl=1 210w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Sorry.jpg?resize=768%2C1097&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Sorry.jpg?resize=1075%2C1536&amp;ssl=1 1075w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Sorry.jpg?resize=1434%2C2048&amp;ssl=1 1434w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Sorry.jpg?resize=1024%2C1463&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Sorry.jpg?w=1620&amp;ssl=1 1620w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Sorry.jpg?w=1330&amp;ssl=1 1330w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1014" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Drama<br />
Kino-Start: 30. Januar 2020<br />
Regie: Ken Loach<br />
</strong>Ricky (Kris Hitchen), Abby (Debbie Honeywood) und ihre zwei Kinder Seb (Rhys Stone) und Liza Jane (Katie Proctor) leben in Newcastle. Sie sind eine starke liebevolle Familie, in der jeder für den anderen einsteht. Während Ricky sich mit Gelegenheitsjobs durchschlägt, arbeitet Abby als Altenpflegerin. Egal, wie sehr sich die beiden jedoch anstrengen, sie wissen, dass sie niemals unabhängig sein oder ihr eigenen Haus haben werden. Doch dann heißt es: Jetzt oder nie! Dank der Digitalisierung bietet sich Ricky die Gelegenheit. Abby und er setzen alles auf eine Karte und verkaufen ihr Auto, damit Ricky sich einen Lieferwagen leisten und als selbständiger Kurierfahrer durchstarten kann. Die Zukunft scheint verlockend. Doch der Preis für Ricky Selbständigkeit erweist sich als wesentlich höher als gedacht. Die Familie muss enger zusammenrücken und um ihren Zusammenhalt kämpfen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension:</strong> In <em>Sorry We Missed You</em> portraitiert Filmemacher Ken Loach mit dem ökonomischen Überlebenskampf einer Familie aus der unteren Mittelschicht ein Phänomen, das in der medialen Wahrnehmung weitestgehend keine Beachtung findet. Loach beschreibt mit der sog. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gig_Economy">Gig Economy</a> ein mittlerweile weit verbreitetes Geschäftsmodell, das Arbeitnehmer*innen die Vorzüge der Selbständigkeit vorgaukelt, in Wirklichkeit jedoch zu einer Reduzierung von Sozialstandards und dem Abbau von Arbeiternehmerrechten führt. Über allem steht das neoliberale Streben nach fortlaufender Optimierung, das die Familie Turner jedoch immer weiter in die Krise schlittern lässt. Ein äußerst bitteres Sozialdrama im Turbokapitalismus des 21. Jahrhunderts.</p>
<hr />
<h3>Little Women</h3>
<p style="text-align: justify;"><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=AST2-4db4ic"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-2292" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Little-women.jpg?resize=240%2C356&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="356" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Little-women.jpg?resize=691%2C1024&amp;ssl=1 691w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Little-women.jpg?resize=202%2C300&amp;ssl=1 202w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Little-women.jpg?resize=768%2C1138&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Little-women.jpg?resize=1037%2C1536&amp;ssl=1 1037w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Little-women.jpg?resize=1024%2C1517&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Little-women.jpg?w=1382&amp;ssl=1 1382w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Little-women.jpg?w=1330&amp;ssl=1 1330w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1012" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597-300x73.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?resize=300%2C73&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Drama<br />
Kino-Start: 30. Januar 2020<br />
Regie: Greta Gerwig<br />
</strong>Die vier March-Schwestern Jo (Saoirse Ronan), Meg (Emma Watson), Amy (Florence Pugh) und Beth (Eliza Scanlen) wachsen Mitte des 19. Jahrhunderts in der von starren Geschlechterrollen dominierten Gesellschaft der Vereinigten Staaten auf. Je älter sie werden, desto mehr müssen sie einsehen, welche Hindernisse ihnen bei ihrer Selbstbehauptung als Frauen in den Weg gelegt werden. Gleichzeitig wird ihnen dadurch aber auch klar, wie sehr sie sich letzten Endes doch unterscheiden. Während die stolze Jo etwa Schriftstellerin werden möchte und das gesellschaftliche Rollendiktat der Ehefrau und Mutter verachtet, folgt Meg ihrem Herzen in die Heirat. Amy hingegen will ihre Einzigartigkeit durch die Malerei ausdrücken. Von der Männerwelt werden die vier Frauen oft kritisch beäugt – mit Ausnahme des jungen Laurie (Timothée Chalamet), der sich sehr für Jo interessiert…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension:</strong> Vielseitige Leinwand-Adaption des gleichnamigen Romans von Louisa May Alcott. Durch die unchronologische Erzählweise verleiht Regisseurin Greta Gerwig dem Geschehen eine moderne Dramatik ohne in ein verstaubtes Kostümdrama abzudriften. Auch dank der erstklassigen Besetzung gelingt ihr eine mitreißende, niemals kitschige Coming-of-Age-Geschichte über den Kampf von fünf ganz unterschiedlichen Frauen gegen schon damals überkommene Rollenklischees.</p>
<hr />
<h3>Uncut Gems – Der schwarze Diamant</h3>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=vTfJp2Ts9X8"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-2304" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Uncut-gems-1.jpg?resize=240%2C339&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="339" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Uncut-gems-1.jpg?w=640&amp;ssl=1 640w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Uncut-gems-1.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1013 " src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
</strong><strong>Film-Genre: Krimi | Thriller<br />
Netflix-Start: 31. Januar 2020<br />
Regie: Josh &amp; Benny Safdie<br />
</strong>Der charismatische New Yorker Diamantenhändler Howard Ratner (Adam Sandler) versorgt einige der Schönen und Reichen der Stadt mit Diamanten, doch selbst ist er deswegen nicht reich. Er ist nämlich spielsüchtig und steht bei mehreren Kredithaien tief in der Kreide. Er erwirbt einen großen, schwarzen Opal, der viele seiner finanziellen Probleme auf einem Schlag lösen könnte. Doch kurz vor der Versteigerung bringt sein Geschäftspartner Demany (LaKeith Stanfield) Basketball Superstar Kevin Garnett in den Laden, der den fetten Klunker unbedingt als Glücksbringer für ein wichtiges Spiel haben möchte. Ratner überlässt dem Star den Diamanten, doch das war ein großer Fehler…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension:</strong> Adam Sandler in seiner bisher anspruchvollsten und wohl besten Rolle. Und dann auch noch in einem kapitalismuskritischen Film: Das Regieduo Josh und Benny Safdie übertragen die ansonsten nur mit den Finanzmärkten in Verbindung gebrachte Spekulationspraxis, also das Spiel mit Gewinn- und Verlusterwartungen, ins Private. Dadurch gelingt es Ihnen, die dahinterliegende, nicht auf den ersten Blick erkennbare, Dynamik kenntlich zu machen. Die Gewinnerwartungen stehen in der Realität in keiner Verbindung mehr mit dem realen Wert (s. Tesla Inc.). Und so ist es auch in diesem Kriminalfilm: Jene, welche die tatsächliche Arbeit erledigen, erhalten davon am Ende wenig. Der schwarze Diamant ist wahrlich ein ungeschliffener Edelstein – unbedingt anschauen!</p>
<hr />
<h3>Intrige</h3>
<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=HcRpwG6Nl8g"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2342 alignright" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Intrige.jpg?resize=240%2C340&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="340" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Intrige.jpg?resize=724%2C1024&amp;ssl=1 724w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Intrige.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Intrige.jpg?resize=768%2C1086&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Intrige.jpg?resize=1086%2C1536&amp;ssl=1 1086w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Intrige.jpg?resize=1024%2C1449&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Intrige.jpg?w=1131&amp;ssl=1 1131w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a></strong><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1012" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597-300x73.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?resize=300%2C73&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Drama | Historie</strong><br />
<strong>Kino-Start: 06. Februar 2020</strong><br />
<strong>Regie: Roman Polanski</strong><br />
Am 5. Januar 1895 wird der junge französische Offizier Alfred Dreyfus (Louis Garrel) wegen Hochverrats in einer erniedrigenden Zeremonie degradiert und zu lebenslanger Haft auf die Teufelsinsel im Atlantik verbannt. Zeuge dieser Entehrung ist auch Marie-George Picquart (Jean Dujardin), der kurz davor zum Geheimdienstchef der Abteilung befördert wird, die Dreyfus&#8216; angebliche Spionagetätigkeit für die Deutschen aufdeckte. Anfänglich überzeugt von Dreyfus&#8216; Schuld kommen Picquart allmählich Zweifel. Als weiterhin militärische Geheimnisse an die Deutschen verraten werden, erkennt er, dass der falsche Mann verurteilt wurde. Erschüttert informiert er seine Vorgesetzten, doch diese weisen ihn an, die Sache unter den Tisch fallen zu lassen. Entgegen seines Befehls ermittelt er weiter und gerät in ein gefährliches Labyrinth aus Verrat und Korruption, das nicht nur seine Ehre, sondern auch sein Leben in Gefahr bringt.</p>
<p><strong>Kurzrezension: </strong>Roman Polanski verwandelt die Affäre Dreyfus in ein packendes Kino-Drama, das sich im Laufe des Films von einem historischen Detektivfilm zu einem Polit- und Gerichtsthriller entwickelt. Nüchtern und zurückhaltend inszeniert aber immer mit dem Blick fürs Detail vertraut Polanski einzig auf die Kraft der Geschichte. Im Grunde genommen ist Intrige ein Film über einen historischen Whistleblower und taugt als spannender Geschichtsunterricht über ein trauriges Kapitel der französischen Vergangenheit. Unweigerlich stellen der frühe Antisemitismus, die Macht der Ressentiments, „alternative Fakten“ und eine gespaltene Gesellschaft Bezüge zur Gegenwart her. Es ist bemerkenswert, dass dies einem Historiendrama gelingt.</p>
<hr />
<h3>Wagenknecht</h3>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=DyLGVTT0s4I"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2293 alignleft" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/wagenknecht.jpg?resize=240%2C339&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="339" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/wagenknecht.jpg?w=495&amp;ssl=1 495w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/wagenknecht.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1012" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597-300x73.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?resize=300%2C73&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Dokumentation<br />
Kino-Start: 21. Februar 2020<br />
Regie: Sandra Kaudelka<br />
</strong>In ihrem Dokumentarfilm fängt die Filmemacherin Sandra Kaudelka die Arbeit der deutschen Politiker auf der Parlamentsebene ein. Als Beispiel dient ihr dafür Sahra Wagenknecht, die ehemalige Fraktionsvorsitzende der Linkspartei. Sie hat die Politikerin zwei Jahre lang bei ihrer Arbeit begleitet und dabei festgestellt, welch extremen Druck und Anfeindungen, aber auch welchem Beifall und Bewunderung sie ausgesetzt ist. So tingelt sie unermüdlich von Fernsehshows zu Interviews, Pressekonferenzen und Fotoshootings. Was treibt Sahra Wagenknecht an? Vor allem will sie dem Erstarken der Neuen Rechten in Parlament und Gesellschaft die Stirn bieten. Als die Dreharbeiten im Frühjahr 2017 beginnen, steht das Land ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl und es besteht die Chance, dass die Linkspartei erstmals seit der Wiedervereinigung Regierungsverantwortung übernehmen könnte…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Mit unaufgeregten Bildern begleitet Sandra Kaudelka in ihrer Dokumentation den Alltag einer der interessantesten Spitzenpolitikerinnen Deutschlands. Während anfangs vielfach gewöhnliche Momente im Mittelpunkt stehen, wird es spannend, wenn es auf dem Bundesparteitag zur Konfrontation der beiden linken Positionen zur Migrationspolitik kommt und Wagenknecht letztlich zu einer tragischen Figur wird. Den dramatischen Höhepunkt stellt schließlich ein Treffen von Vertreter*innen von Fridays for Future mit Sahra Wagenknecht dar, die zuvor vergeblich versuchte, eine überparteiliche Protestbewegung zu etablieren. Ein aufschlussreicher Film über den aktuellen Zeitgeist, Naivität und das Getriebensein im politischen Betrieb.<strong><br />
</strong></p>
<hr />
<h3>The Assistant</h3>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=6cLf0i-kYio"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2294 alignright" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/The-Assistant.jpg?resize=240%2C356&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="356" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/The-Assistant.jpg?resize=691%2C1024&amp;ssl=1 691w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/The-Assistant.jpg?resize=202%2C300&amp;ssl=1 202w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/The-Assistant.jpg?w=765&amp;ssl=1 765w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1012" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597-300x73.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?resize=300%2C73&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Drama<br />
Kino-Start: 23. Februar 2020<br />
Regie: Kitty Green<br />
</strong>Die junge College-Absolventin Jane (Julia Garner) will es zur Filmproduzentin schaffen und bekommt auf Anhieb ihren Traumjob: als Junior-Assistentin eines mächtigen Unterhaltungsmoguls (Jay O. Sanders). Tatsächlich ist ihr Tagesablauf jedoch der eines typischen Assistenten: Kaffee kochen, Papier im Kopierer wechseln, Mittagessen bestellen, Reisen organisieren, Anrufe entgegennehmen und neue Mitarbeiter begrüßen. Doch je länger Jane ihrer täglichen Routine folge, desto mehr wird ihr der Missbrauch in ihrer Branche bewusst. Als sie sich jedoch entscheidet, gegen die Erniedrigungen Stellung zu beziehen, entdeckt sie das wahre Ausmaß des Systems, das sie gefangen hält…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Der Regisseurin Kitty Green gelingt eine beeindruckende Darstellung ausbeuterischer Machtverhältnisse im beruflichen Umfeld. Die Bezüge zum Weinstein-Skandal sind natürlich unübersehbar, allerdings geht die Bedeutung von <em>The Assistant</em> weit über #MeToo hinaus. Zwar ist die sexualisierte Gewalt omnipräsent – obgleich der Zuschauer sie nie zu sehen bekommt – , die Sprengkraft umfasst aber das gesamte Arbeitsumfeld als solches. Die Entmenschlichung des Arbeitsplatzes in Zeiten von Bullshit-Jobs<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2286_18('footnote_plugin_reference_2286_18_2');" onkeypress="footnote_moveToReference_2286_18('footnote_plugin_reference_2286_18_2');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2286_18_2" class="footnote_plugin_tooltip_text">2</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2286_18_2" class="footnote_tooltip">GRAEBER, David, <em>Bullshit-Jobs: Vom wahren Wert der Arbeit</em>, New York 2018.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2286_18_2').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2286_18_2', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> wird sichtbar, wenn Jane Kaffee kocht, Snacks bereitstellt oder den Kopierer von einem Papierstau befreit. Ein simples Dankeschön fällt nie. Sehenswert!</p>
<hr />
<h3>Undine</h3>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=El4-2zrNppA"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2303 alignleft" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Undine-scaled.jpg?resize=240%2C339&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="339" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Undine-scaled.jpg?w=1810&amp;ssl=1 1810w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Undine-scaled.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Undine-scaled.jpg?resize=1086%2C1536&amp;ssl=1 1086w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Undine-scaled.jpg?resize=1448%2C2048&amp;ssl=1 1448w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Undine-scaled.jpg?resize=1024%2C1448&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Undine-scaled.jpg?w=1330&amp;ssl=1 1330w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1014" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Fantasy | Drama<br />
Kino-Start: 23. Februar 2020<br />
Regie: Christian Petzold<br />
</strong>Die Historikerin Undine Wibeau (Paula Beer) gibt Stadtführungen in Berlin. Als sich ihr Freund Johannes (Jacob Matschenz) von ihr trennt, um mit einer anderen Frau zu leben, nimmt das Unheil seinen Lauf: Ein Fluch besagt, dass Undine den Mann, der sie verrät, töten und danach in das Wasser zurückkehren soll, aus dem sie einst gerufen wurde. Doch Undine wehrt sich – anders als die Sagenfigur – gegen das ihr auferlegte Schicksal. Sie will niemanden umbringen und auch nicht einfach gehen. Just zum Zeitpunkt des Verrats an Undine erscheint der Industrietaucher Christoph (Franz Rogowski) auf der Bildfläche und für beide ist es Liebe auf den ersten Blick. Christoph will Undine „seine“ Welt unter Wasser zeigen – die sie aber schon längst kennt. Das junge Paar verbringt eine unvergessliche Zeit miteinander, bis Christoph merkt, dass seine Angebetete irgendetwas vor ihm verheimlicht. Nun fühlt er sich verraten und für Undine wird es Zeit, sich erneut zu entscheiden…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong><em>Undine</em> ist der erste Teil eine Trilogie, in der sich Regisseur Christian Petzold der deutschen Romantik widmet. Dafür vertraut er erneut dem Schauspielduo Beer/Rogowski, <a href="https://matthias-elbert.de/kultur/diese-filme-sollte-man-2018-gesehen-haben/">die schon in Petzolds letztem Film Transit brillierten</a>. Insbesondere Paula Beer unterstützt durch die fragile Darstellung der Undine die Faszination der mystischen Sagenfigur, die dem Wasser entsprungen ist und auch dorthin wieder zurückkehren muss. Doch diese moderne Nixe möchte sich nicht mehr ihrem Fluch beugen, sie möchte nicht mehr morden und dann verschwinden, sondern sich gegenüber ihrer eigenen Geschichte emanzipieren. Zwischen Mythos und Realität zeichnet <em>Undine</em> ein modernes Märchen und stellt nebenbei die ganz großen Fragen. Unbedingt anschauen!</p>
<hr />
<h3>Berlin Alexanderplatz</h3>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=DAzK1LM8cNQ"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2295 alignright" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Berlin-Alexanderplatz-scaled.jpg?resize=240%2C339&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="339" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Berlin-Alexanderplatz-scaled.jpg?w=1810&amp;ssl=1 1810w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Berlin-Alexanderplatz-scaled.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Berlin-Alexanderplatz-scaled.jpg?resize=1086%2C1536&amp;ssl=1 1086w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Berlin-Alexanderplatz-scaled.jpg?resize=1448%2C2048&amp;ssl=1 1448w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Berlin-Alexanderplatz-scaled.jpg?resize=1024%2C1448&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Berlin-Alexanderplatz-scaled.jpg?w=1330&amp;ssl=1 1330w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1012" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597-300x73.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?resize=300%2C73&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Drama<br />
Netflix-Start: 26. Februar 2020<br />
Regie: Burhan Qurbani<br />
</strong>Francis (Welket Bungué) befindet sich auf der illegalen Überfahrt von Afrika nach Europa, als sein Schiff in einen Sturm gerät. Der verzweifelte Francis betet um Rettung und schwört, dass er fortan gut und anständig sein will, wenn er es nur sicher an die Küste schafft. Sein Wunsch wird ihm gewährt und er gelangt tatsächlich an Land, wo es ihn schlussendlich nach Deutschland verschlägt. Francis ist bemüht, seinen Schwur einzuhalten, doch das Leben als Flüchtling macht ihm das nicht gerade einfach: Schließlich lässt sich Francis mit dem deutschen Drogendealer Reinhold (Albrecht Schuch) ein, der ihn für seine Geschäfte einspannen will. Francis widersteht der Versuchung lange, doch schließlich gibt er nach. Als er eines Tages auf Mieze (Jella Haase) trifft und sich in sie verliebt, scheint sich sein Leben zum Besseren zu kehren. Doch Reinhold lässt ihn nicht in Ruhe…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>In <em>Berlin Alexanderplatz</em> verlegt Regisseur Burhan Qurbani die Handlung von der Weimarer Republik in die Gegenwart. Und schreit unsere Zeit nicht geradezu nach einem Epos wie dem des Jahrhundert-Romans von Alfred Döblin? Leider beschäftigt sich Qurbanis Interpretation weniger mit den gesellschaftlichen Zwängen, die auch für die Gegenwart charakteristisch sind. Vielmehr fokussiert sie sich auf das individuelle Schicksal und die Psychosen der Protagonisten. Dies geschieht zwar durchaus auf vielschichtige Weise (etwa in der Figur des Reinhold), allerdings entledigt sich Qurbani damit auch dem eigentlich gesellschaftskritischen Sujet. Vom alles verschlingenden Großstadtmoloch der Literaturvorlage bleibt indes nicht mehr viel übrig, sodass Berlin Alexanderplatz tatsächlich weitaus weniger politisch ist, als es auf den ersten Blick erscheint. Dennoch liefern die Schauspieler, allen voran Welket Bungué und Albrecht Schuch, eine erstklassige und daher sehenswerte Leistung ab!<strong><br />
</strong></p>
<hr />
<h3>Der Unsichtbare</h3>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=WO_FJdiY9dA"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2297 alignleft" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Invisible-Man.jpg?resize=240%2C355&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="355" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Invisible-Man.jpg?resize=691%2C1024&amp;ssl=1 691w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Invisible-Man.jpg?resize=203%2C300&amp;ssl=1 203w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Invisible-Man.jpg?resize=768%2C1137&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Invisible-Man.jpg?w=1000&amp;ssl=1 1000w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1013 " src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Thriller | Science-Fiction<br />
Kino-Start: 27. Februar 2020<br />
Regie: Leigh Whannell<br />
</strong>Es gibt keinen anderen Ausweg mehr: Cecilia Kass (Elisabeth Moss) will endlich einen Schlussstrich ziehen und sich aus der gewaltvollen Beziehung zu ihrem kontrollsüchtigen Freund (Oliver Jackson-Cohen) lösen. Eines Nachts fasst sie den Entschluss endgültig das Weite zu suchen. Mit ihrer Schwester Emily (Harriet Dyer), ihrem Kindheitsfreund James (Aldis Hodge) und dessen Tochter Sydney (Storm Reid) taucht sie schließlich unter, woraufhin ihr nun Ex-Freund Selbstmord begeht. Während Cecilia einen erheblichen Teil von dessen Vermögen erbt, häufen sich allerdings die unheimlichen Vorkommnisse in ihrem Leben, die schon bald ein erstes Todesopfer fordern. Die vermeintliche Witwe ist sich sicher: Ihr Ex hat seinen Tod nur vorgetäuscht, um jetzt unsichtbar Jagd zu machen auf alle, die ihr lieb sind – aber wer wird ihr schon glauben?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Dem australischen Regisseur und Drehbuchautor Leigh Whannell gelingt mit seiner Kino-Adaption des gleichnamigen Romans von H. G. Wells eine bitterböse Mischung aus Thriller und Science-Fiction mit intensiven Horrorelementen. Getragen wird dieser atmosphärische Genremix insbesondere durch seine Hauptdarstellerin: Elisabeth Moss zeigt eine erstklassige schauspielerische Leistung und auch der übrige Cast weiß durchaus zu überzeugen. Leider wandelt sich die emotionale Tour de Force gen Ende etwas zu einem halbgaren Action-Schocker mit einigen Logiklöchern. Dennoch bleibt es sehenswert, wie sich Cecilia gegen einen völligen Zusammenbruch stemmt.<strong><br />
</strong></p>
<hr />
<h3>Just Mercy</h3>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=GVQbeG5yW78"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2298 alignright" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Just-Mercy-scaled.jpg?resize=240%2C356&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="356" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Just-Mercy-scaled.jpg?w=1728&amp;ssl=1 1728w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Just-Mercy-scaled.jpg?resize=202%2C300&amp;ssl=1 202w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Just-Mercy-scaled.jpg?resize=1037%2C1536&amp;ssl=1 1037w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Just-Mercy-scaled.jpg?resize=1024%2C1517&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Just-Mercy-scaled.jpg?w=1330&amp;ssl=1 1330w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1012" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597-300x73.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?resize=300%2C73&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/3-e1514384982597.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: 27. Februar 2020<br />
Kino-Start: Drama<br />
Regie: Destin Daniel Cretton<br />
</strong>Als junger, vielversprechender Rechtsanwalt kann sich Bryan Stevenson (Michael B. Jordan) nach seinem Abschluss an der Harvard Law School aussuchen, wo er arbeitet. Sein Antrieb ist aber nicht etwa die Möglichkeit, viel Geld zu verdienen, sondern vor allem denen zu helfen, die seine Unterstützung ganz besonders benötigen. Er geht nach Alabama, wo er sich an der Seite der Rechtsanwältin Eva Ansley (Brie Larson) für zu Unrecht Verurteilte einsetzt – und macht mit einem seiner ersten Fälle gleich Schlagzeilen: Denn Walter McMillian (Jamie Foxx) soll einen grausamen Mord begangen haben, für den er zum Tode verurteilt wurde. Und das obwohl ausreichend Beweise für seine Unschuld vorliegen. Belastet wird der angebliche Täter nur durch die Aussage eines Kriminellen, der auch noch guten Grund hat, zu lügen. Doch Bryan lässt nicht locker und nimmt sich in seinen ersten Berufsjahren zahlreicher Fälle mit geringen Erfolgsaussichten an, die ihn immer wieder mit offensichtlichem Rassismus konfrontieren…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Das auf einem wahren Sachverhalt aus dem Jahr 1987 basierende Justizdrama erzählt von Rassismus und Polizeiwillkür. Thematisch ist dies freilich nichts Neues: Juristische Ungerechtigkeiten werden im Hollywood-Kino spätestens seit <em>To Kill A Mockingbird</em> regelmäßig und gerne verfilmt. Doch hier geraten die Figuren leider etwas holzschnittartig: Von Anfang an ist der Zuschauer von Walters Unschuld überzeugt, Michael B. Jordan verkörpert den Kämpfer für das Wahre und Gute. Dennoch vermeidet Regisseur Destin Daniel Cretton durch seine nüchterne Inszenierung das Abgleiten ins allzu Pathetische. Sehenswert sind überdies die schauspielerischen Leistungen des gesamten Casts – besonders Jamie Foxx spielt den Todeskandidaten Walter sehr überzeugend auf dem schmalen Grat zwischen Hoffnung und Resignation.</p>
<hr />
<h3>The Gentlemen</h3>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=vaN8BtA8OJk"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2299 alignleft" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Gentlemen.jpg?resize=240%2C340&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="340" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Gentlemen.jpg?resize=724%2C1024&amp;ssl=1 724w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Gentlemen.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Gentlemen.jpg?resize=768%2C1086&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Gentlemen.jpg?resize=1086%2C1536&amp;ssl=1 1086w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Gentlemen.jpg?resize=1024%2C1449&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Gentlemen.jpg?w=1131&amp;ssl=1 1131w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1014" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/5-e1514384484830.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Krimi | Komödie<br />
Kino-Start: 27. Februar 2020<br />
Regie: Guy Ritchie<br />
</strong>Smart, knallhart und mit genialem Gespür fürs Geschäft hat sich der Exil-Amerikaner Mickey Pearson (Matthew McConaughey) über die Jahre ein millionenschweres Marihuana-Imperium in Großbritannien aufgebaut und exportiert feinsten Stoff nach ganz Europa. Doch Mickey will aussteigen, endlich mehr Zeit mit seiner Frau Rosalind (Michelle Dockery) verbringen und auf legalem Weg das Leben in Londons höchsten Kreisen genießen. Ein Käufer für die landesweit verteilten Hanfplantagen muss her. Der exzentrische Milliardär Matthew Berger (Jeremy Strong) bietet eine hohe Summe, will dafür jedoch Garantien sehen. Und das ausgerechnet in dem Moment, in dem sämtliche Groß- und Kleinkriminelle der Stadt Wind von Mickeys Plänen bekommen haben. Während Mickeys rechte Hand Ray (Charlie Hunnam) seinem Boss den gröbsten Ärger vom Hals hält, überbieten sich alle Beteiligten mit Tricks, Bestechung, Erpressung und anderen fiesen Täuschungen und lösen damit eine folgenschwere Lawine aus…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Oft kopiert, aber selten erreicht: Guy Ritchie gelingt nach seinen kommerziell erfolgreichen Ausflügen in den familientauglichen Mainstream (<em>Sherlock</em>, <em>Aladdin-Remake</em>) die Rückkehr in das Filmgenre, dass ihn (oder er) groß gemacht hat: die britische Gangster-Komödie. Heraus kommt ein skurriles und schwarzhumoriges Genre-Highlight mit einer wirklich fantastischen Besetzung: Sei es Hugh Grant als schmieriger, aber überraschend selbstironischer Privatdetektiv mit Kontakten zum Boulevard-Journalismus oder Colin Farrell als proletarischer Boxtrainer im karierten Trainingsanzug, dessen Mutterinstinkt tatsächlich Leben rettet. Im Übrigen bleibt der Regisseur seinen Stilmitteln, also einem pointenreichen Erzählstil und einer verschachtelten Inszenierung, treu – ein echter Guy Ritchie-Film eben!<strong><br />
</strong></p>
<hr />
<h3>Family Romance, LLC</h3>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=EvYVPobp3jM"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2300 alignright" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Family-Romance-LLC.jpg?resize=240%2C357&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="357" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Family-Romance-LLC.jpg?w=598&amp;ssl=1 598w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Family-Romance-LLC.jpg?resize=202%2C300&amp;ssl=1 202w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><strong><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1013 " src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Drama<br />
Kino-Start: 04. Juli 2020<br />
Regie: Werner Herzog<br />
</strong>Schon seit vielen Jahren ist der Japaner Yuichi Ishii mit seinem Unternehmen „Family Romance, LLC“ im Geschäft. Der Service, den er und seine Mitarbeiter anbieten, ist äußerst exklusiv: Sie lassen sich auf Wunsch als Verwandte, Freunde und manchmal auch Sündenböcke engagieren. Auch Ishii ist einer dieser Schauspieler. Für einen neuen Klienten soll er den lange verschollenen Vater der 12-jährigen Mahiro (Mahiro Tanimoto) mimen, die davon natürlich nichts wissen darf. Dieser Auftrag weckt in Ishii allerdings echte Gefühle und stürzen ihn daraufhin in einen inneren Konflikt…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong>Das Œuvre von Werner Herzog umfasst Spielfilme genauso wie Dokumentationen. Es verwundert also nicht, wenn der Filmemacher in seinem neuesten Werk beide Elemente miteinander vermischt: Das Unternehmen von Yuichi, von dem der Spielfilm <em>Family Romance, LLC</em> handelt, existiert wirklich. Seine Agentur vermittelt Schauspieler*innen, die vorgeben, jemand anders zu sein, um eine emotionale Lücke zu füllen. Anfangs nur eine bizarre Geschäftsidee, entwickelt sich daraus in einem Fall eine Beziehung mit echten Gefühlen, die unmittelbar in eine moralische Grauzone führen. Doch trotz aller oberflächlicher Harmonie, der Mensch darunter bleibt stets alleine. Herzog wagt mit seinem Drama einen Blick in eine einsame Zukunft, die zumindest teilweise schon Realität geworden ist. Eine Zukunft, in der Schein mehr bedeutet als Sein.</p>
<hr />
<h3>Tenet</h3>
<p style="text-align: justify;"><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=AZGcmvrTX9M&amp;t=30s"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2301 alignleft" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Tenet.jpg?resize=240%2C360&#038;ssl=1" alt="" width="240" height="360" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Tenet-scaled.jpg?resize=683%2C1024&amp;ssl=1 683w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Tenet-scaled.jpg?resize=200%2C300&amp;ssl=1 200w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Tenet-scaled.jpg?resize=768%2C1152&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Tenet-scaled.jpg?resize=1024%2C1536&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Tenet-scaled.jpg?resize=1365%2C2048&amp;ssl=1 1365w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/12/Tenet-scaled.jpg?w=1707&amp;ssl=1 1707w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1013 " src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518-300x72.png?resize=104%2C25" alt="" width="104" height="25" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?resize=300%2C72&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2017/12/4-e1514384021518.png?w=648&amp;ssl=1 648w" sizes="auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px" /><br />
Film-Genre: Action | Thriller<br />
Kino-Start: 26. August 2020<br />
Regie: Christopher Nolan<br />
</strong>Der Protagonist (John David Washington), ein CIA-Agent wird nach einem Einsatz bei einem Terroranschlag auf die Kiewer Oper enttarnt. Selbst unter Folter weigert er sich jedoch, seine Kollegen zu verraten und nimmt sich selbst das Leben – oder glaubt das zumindest. In Wahrheit hat er so einen ultimativen Test bestanden und dadurch Zugang zu einer geheimen Organisation gewonnen, die versucht, den Dritten Weltkrieg zu verhindern. Die Mitarbeiter stoßen immer wieder auf mysteriöse Gegenstände aus der Zukunft, die sich rückwärts in der Zeit bewegen – die sogenannte Inversion. Offenbar handelt es sich dabei um eine Kriegserklärung aus der Zukunft, deren Mittelsmann der russische Waffenhändler Andrei Sator (Kenneth Branagh) ist. Gemeinsam mit seinem neuen Partner Neil (Robert Pattinson) versucht der Protagonist, Zugang zu Sator zu erhalten und den Krieg der Zeiten zu verhindern. Eine Möglichkeit scheint Sators Ehefrau Kat (Elizabeth Debicki) zu sein…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kurzrezension: </strong><em>Tenet</em> ist der wohl meistdiskutierte Kinofilm des Jahres. Als solcher wurde er zwar äußerst gemischt aufgenommen, unter anderem weil die Handlung des Films sehr komplex ist. Sobald man als Zuschauer jedoch die ihm zu Grunde liegende Dynamik verstanden hat, eröffnen sich interessante Interpretationsmöglichkeiten – auch wenn dafür eventuell mehrere Anläufe erforderlich sind. Denn in <em>Tenet</em> soll in der Gegenwart verhindert werden, was in der Zukunft schon geschehen ist. Wem drängt sich da nicht das virulente Problem des Klimawandels auf? Somit gelingt Christopher Nolan ein äußerst bildgewaltiger Science-Fiction-Film mit Spionage-Elementen, der sich im Übrigen aufgrund seines Zeitkonzepts optimal in dessen kinematographisches Gesamtwerk einfügt. Mit Sicherheit keine leichte Kost für zwischendurch, aber jedenfalls ein einzigartiges Kino-Erlebnis!</p>
<hr />
<h3>Honorable Mentions:</h3>
<p><em>Freies Land, Ein verborgenes Leben, Der Fall Richard Jewell, Bombshell – Das Ende des Schweigens, Königin, Da 5 Bloods, Gretel &amp; Hänsel: Ein Märchen neu erzählt, Exit, Das Dilemma mit den sozialen Medien, Das Handwerk des Teufels, David Attenborough: Mein Leben auf unserem Planeten, Mank, Louis van Beethoven<br />
</em></p>
<hr />
<h3>Filme, die ich 2020 sonst noch gesehen habe:</h3>
<p><em>Narziss und Goldmund, Crescendo, Jojo Rabbit, Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn, Curiosa: Die Kunst der Verführung, Die Känguru-Chroniken, Superman: Red Son, Die Getriebenen, 365 Days, Hamilton, Edison – Ein Leben voller Licht, Mulan, The New Mutants, Enola Holmes, Rebecca, Borat-Anschluss-Moviefilm, Holidate, Ökozid, Gott von Ferdinand von Schirach</em></p>
<div class="speaker-mute footnotes_reference_container"> <div class="footnote_container_prepare"><p><span role="button" tabindex="0" class="footnote_reference_container_label pointer" onclick="footnote_expand_collapse_reference_container_2286_18();">Referenzen</span><span role="button" tabindex="0" class="footnote_reference_container_collapse_button" style="" onclick="footnote_expand_collapse_reference_container_2286_18();">[<a id="footnote_reference_container_collapse_button_2286_18">+</a>]</span></p></div> <div id="footnote_references_container_2286_18" style="display: none;"><table class="footnotes_table footnote-reference-container"><caption class="accessibility">Referenzen</caption> <tbody> 

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2286_18('footnote_plugin_tooltip_2286_18_1');"><a id="footnote_plugin_reference_2286_18_1" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>1</a></th> <td class="footnote_plugin_text">KRACAUER, Siegfried, <em>Die kleinen Ladenmädchen gehen ins Kino</em>, in: ders., Das Ornament der Masse. Essays. Frankfurt am Main, 1977, S. 279-294.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2286_18('footnote_plugin_tooltip_2286_18_2');"><a id="footnote_plugin_reference_2286_18_2" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>2</a></th> <td class="footnote_plugin_text">GRAEBER, David, <em>Bullshit-Jobs: Vom wahren Wert der Arbeit</em>, New York 2018.</td></tr>

 </tbody> </table> </div></div><script type="text/javascript"> function footnote_expand_reference_container_2286_18() { jQuery('#footnote_references_container_2286_18').show(); jQuery('#footnote_reference_container_collapse_button_2286_18').text('−'); } function footnote_collapse_reference_container_2286_18() { jQuery('#footnote_references_container_2286_18').hide(); jQuery('#footnote_reference_container_collapse_button_2286_18').text('+'); } function footnote_expand_collapse_reference_container_2286_18() { if (jQuery('#footnote_references_container_2286_18').is(':hidden')) { footnote_expand_reference_container_2286_18(); } else { footnote_collapse_reference_container_2286_18(); } } function footnote_moveToReference_2286_18(p_str_TargetID) { footnote_expand_reference_container_2286_18(); var l_obj_Target = jQuery('#' + p_str_TargetID); if (l_obj_Target.length) { jQuery( 'html, body' ).delay( 0 ); jQuery('html, body').animate({ scrollTop: l_obj_Target.offset().top - window.innerHeight * 0.2 }, 380); } } function footnote_moveToAnchor_2286_18(p_str_TargetID) { footnote_expand_reference_container_2286_18(); var l_obj_Target = jQuery('#' + p_str_TargetID); if (l_obj_Target.length) { jQuery( 'html, body' ).delay( 0 ); jQuery('html, body').animate({ scrollTop: l_obj_Target.offset().top - window.innerHeight * 0.2 }, 380); } }</script><p>Der Beitrag <a href="https://matthias-elbert.de/kultur/kino-filme-2020/">Kino während der Covid19-Pandemie – Die besten Filme des Jahres 2020</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthias-elbert.de">Standpunkte</a>.</p>
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		<title>Versuch über einen neuen, differenzierten Umgang mit der AfD</title>
		<link>https://matthias-elbert.de/politik/ueber-einen-neuen-umgang-mit-der-afd/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Matthias Elbert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2020 17:36:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[AfD]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit der Bundestagswahl 2017 beansprucht mit der AfD erstmals eine in Teilen rechtsextreme Partei die Oppositionsführerschaft in einem bundesdeutschen Parlament. Der Umgang mit der AfD gestaltet sich jedoch schwierig. Zumindest in den sozialmedialen Echokammern ersetzen vielfach populistische Schlagworte und pauschale Verunglimpfungen das sachliche Argument: Im Zweifel wird der AfD eine Nähe zum Nationalsozialismus unterstellt. Ob [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://matthias-elbert.de/politik/ueber-einen-neuen-umgang-mit-der-afd/">Versuch über einen neuen, differenzierten Umgang mit der AfD</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthias-elbert.de">Standpunkte</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Seit der Bundestagswahl 2017 beansprucht mit der AfD erstmals eine in Teilen rechtsextreme Partei die Oppositionsführerschaft in einem bundesdeutschen Parlament. Der Umgang mit der AfD gestaltet sich jedoch schwierig. Zumindest in den sozialmedialen Echokammern ersetzen vielfach populistische Schlagworte und pauschale Verunglimpfungen das sachliche Argument: Im Zweifel wird der AfD eine Nähe zum Nationalsozialismus unterstellt. Ob völlige Unkenntnis oder bewusste Bequemlichkeit, im Folgenden soll die These entwickelt werden, dass der liberalen Demokratie mit diesem Aktionismus ein Bärendienst erwiesen und in der Konsequenz sogar der Agenda der AfD Vorschub geleistet wird. Hierzu ist es allerdings unumgänglich, sich zunächst mit den geistigen Fundamenten der Neuen Rechten, in deren Umfeld sich die AfD zumindest in Teilen verortet, zu befassen. Wer dies ablehnt, weil er die Vertreter*innen der Neuen Rechten für gefährlich und faschistoid hält, mag sich angewidert abwenden. Im Grunde genommen weiß er jedoch nichts und wer nichts weiß, wird auch keine konstruktive Gegenstrategie entwickeln können.</p>
<p style="text-align: justify;"><span id="more-2099"></span></p>
<h3>Die Reaktion: Von der Konservativen Revolution&#8230;</h3>
<blockquote><p>„Wir werden sie jagen. Wir werden Frau Merkel oder wen auch immer jagen. Und wir werden uns unser Land und unser Volk zurückholen.“</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Dieses Zitat von Alexander Gauland am Abend der Bundestagswahl 2017, als die AfD erstmals mit 12,7 Prozent in den Deutschen Bundestag eingezogen war, stellt nicht nur eine Zäsur im Parteiensystem der Bundesrepublik dar. Vielmehr kann darin eine unmittelbare Anknüpfung an das sog. Freund-Feind-Theorem gesehen werden, wie es der Staatsrechtler Carl Schmitt entwickelte. Schmitt, selbst durch Katholizismus und Kaiserreich geprägt, dachte seine Staatstheorie konsequent vom Ausnahmezustand<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_1');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_1');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_1" class="footnote_plugin_tooltip_text">1</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_1" class="footnote_tooltip">vgl. hierzu SCHMITT, Carl<em>, Politische Theologie </em>–<em> Vier Kapitel zur Lehre von der Souveränität</em>, Berlin 1922, S. 9.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_1').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_1', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> her, also von Krise und Krieg:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">„Der Begriff des Staates setzt den Begriff des Politischen voraus. […] Die spezifisch politische Unterscheidung, auf welche sich die politischen Handlungen und Motive zurückführen lassen, ist die Unterscheidung von Freund und Feind.“<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_2');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_2');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_2" class="footnote_plugin_tooltip_text">2</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_2" class="footnote_tooltip">SCHMITT, Carl, <em>Der Begriff des Politischen</em>, Berlin 1932, Ausgabe aus 2015, S. 19 &amp; 25.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_2').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_2', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script></p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Eine Welt ohne die Unterscheidung von Freund und Feind wäre für Schmitt eine Welt ohne Politik. Somit begreift jenes Freund-Feind-Theorem Politik – aber in letzter Konsequenz auch das Leben selbst – als ein Kampf um das Dasein.</p>
<figure id="attachment_2125" aria-describedby="caption-attachment-2125" style="width: 219px" class="wp-caption alignright"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2125" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/04/Carl_Schmitt.jpg?resize=219%2C290&#038;ssl=1" alt="" width="219" height="290" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/04/Carl_Schmitt.jpg?resize=772%2C1024&amp;ssl=1 772w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/04/Carl_Schmitt.jpg?resize=226%2C300&amp;ssl=1 226w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/04/Carl_Schmitt.jpg?resize=768%2C1018&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/04/Carl_Schmitt.jpg?w=780&amp;ssl=1 780w" sizes="auto, (max-width: 219px) 100vw, 219px" /><figcaption id="caption-attachment-2125" class="wp-caption-text">Carl Schmitt</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Gaulands wahlabendliche Reminiszenz verwundert nicht, gilt Carl Schmitt neben Ernst Jünger, Arthur Moeller van den Bruck und Edgar Julius Jung doch als zentrale Figur der Konservativen Revolution, einer geistig-politischen Strömung der deutschen Rechten in der Zeit der Weimarer Republik. Auf diese Konservative Revolution beziehen sich wiederum zahlreiche Vertreter*innen der sog. Neuen Rechten; Armin Mohler, der <em>spiritus rector</em> des neuen rechten Denkens in Deutschland, bezeichnete sich sogar ausdrücklich als Schüler Carl Schmitts.<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_3');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_3');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_3" class="footnote_plugin_tooltip_text">3</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_3" class="footnote_tooltip">MOHLER, Armin (Hrsg.), <em>Carl Schmitt – Briefwechsel mit einem seiner Schüler</em>, Berlin 2019.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_3').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_3', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> Die Konservative Revolution bildete sich damals heraus aus dem reaktionären Widerstand gegen die erste liberale Demokratie auf deutschem Boden: Mit der Monarchie war eine viele Jahrhunderte geübte, autoritäre und streng hierarchische Gesellschaftsordnung im Zuge der Deutschen Revolution 1918/19 plötzlich verschwunden. An ihre Stelle trat eine offene Gesellschaft mit Parlamentarismus und Pluralismus. Damit ward aber auch die Nemesis der Neuen Rechten geboren: Denn nicht etwa die Linke ist der Feind der Konservativen Revolution, sondern der Liberale:</p>
<blockquote><p>„Der Liberalismus hat Kulturen untergraben. Er hat Religionen vernichtet. Er hat Vaterländer zerstört. Er war die Selbstauflösung der Menschheit.“<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_4');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_4');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_4" class="footnote_plugin_tooltip_text">4</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_4" class="footnote_tooltip">MOELLER VAN DEN BRUCK, Arthur, <em>Das Dritte Reich</em>, Berlin 1923, S. 19.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_4').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_4', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script></p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Das Verhältnis der Neuen Rechten zum Nationalsozialismus ist hingegen ambivalent. Vertreter wie Arthur Moeller van den Bruck und Oswald Spengler sprachen sich etwa für eine in sich homogene, organisch gewachsene <em>„Volksgemeinschaft“</em> aus, mit ständestaatlichen Strukturen unter elitär-autoritärer Staatsleitung. Auch wenn sich somit einige ideologische Gemeinsamkeiten mit dem Nationalsozialismus ausmachen lassen, finden sich auch einige zentrale Unterschiede. Denn schon im Deutschen Kaiserreich existierte keine homogene rechtsextreme Szene, sondern eine Vielzahl an unterschiedlichen nationalistischen, völkischen, antisemitischen, neoaristokratischen und imperialistischen Bewegungen. Diese Heterogenität führte dazu, dass sich die NSDAP nach ihrer Neugründung im Jahr 1925 zielgerichtet von den anderen völkischen Bewegungen abgrenzte.<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_5');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_5');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_5" class="footnote_plugin_tooltip_text">5</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_5" class="footnote_tooltip">BREUER, Stefan, <em>Die radikale Rechte in Deutschland 1871 – 1945</em>, Stuttgart 2010, S. 266 f.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_5').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_5', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script></p>
<p style="text-align: justify;">Gleichfalls wollten die damaligen elitären Intellektuellen der Konservativen Revolution mit den geistig eher schlichten NSDAP-Massenorganisation wenig zu tun haben. Armin Mohler etwa, später Redenschreiber und Berater von Franz-Josef Strauß, beschrieb das intellektuelle Verhältnis von Nationalsozialismus zur Konservativen Revolution wie das einer <em>„relativ unbeweglichen Massenpartei“</em> zu einem<em> „kleineren regerem Kreise“</em>.<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_6');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_6');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_6" class="footnote_plugin_tooltip_text">6</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_6" class="footnote_tooltip">MOHLER, Armin, <em>Die konservative Revolution in Deutschland 1918-1932</em>, 6. Auflage, Graz 2005, S. 12 ff.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_6').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_6', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> In Adolf Hitler erblickten sie mitnichten die Lichtgestalt der völkischen Bewegung, sondern vielmehr einen selbstsüchtigen Demagogen der Massen:<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_7');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_7');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_7" class="footnote_plugin_tooltip_text">7</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_7" class="footnote_tooltip">PFAHL-TRAUGBER, Armin, <em>Was die „Neue Rechte“ ist – und was nicht. Definition und Erscheinungsformen einer rechtsextremistischen Intellektuellengruppe</em>, APuZ Januar 2019.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_7').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_7', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> Moeller van den Bruck zufolge sei Hitler an seiner proletarischen Primitivität gescheitert. Er habe es nicht verstanden, den Nationalsozialismus geistig zu unterbauen.<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_8');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_8');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_8" class="footnote_plugin_tooltip_text">8</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_8" class="footnote_tooltip">MOELLER VAN DEN BRUCK, <em>Kritik der Presse</em>. In: Gewissen, 5. Jg., Nr. 45</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_8').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_8', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script></p>
<p style="text-align: justify;">Die sog. Machtergreifung der Nationalsozialisten führte im Umfeld der Konservativen Revolution sodann zu unterschiedlichen Reaktionen: Deren Bandbreite reichte von ausdrücklicher Zustimmung, über den Rückzug ins Privatleben im Falle Friedrich Hielschers, vorsichtiger Distanzierung (Oswald Spengler)<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_9');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_9');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_9" class="footnote_plugin_tooltip_text">9</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_9" class="footnote_tooltip">ROTERMUND-EHRKE, Heidrun; ROTERMUND, Erwin, <em>Zwischenreiche und Gegenwelten – Texte und Vorstudien zur „Verdeckten Schreibweise“ im Dritten Reich</em>, S. 513-520.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_9').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_9', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> und Emigration (Otto Strasser) bis hin zu offenem Widerstand. Edgar Julius Jung wurde sogar im Zuge der als <em>„Röhm-Putsch“</em> bekanntgewordenen Säuberungswelle ermordet.<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_10');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_10');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_10" class="footnote_plugin_tooltip_text">10</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_10" class="footnote_tooltip">BENZ, <span class="reference-text">Wolfgang; PEHLE, Walter, <i> Lexikon des deutschen Widerstandes, Edgar-Jung Kreis.</i> S. 204-207.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_10').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_10', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script></span></p>
<h3>&#8230;zur Neuen Rechten</h3>
<p style="text-align: justify;">Die Vertreter*innen der Neuen Rechten knüpfen an dieses intellektuelle Erbe an. Ihre eigene Strategie ist allerdings auf die lange Frist angelegt: Sie beabsichtigen den deutschen Verfassungsstaat und das damit verbundene liberale Wertesystem zu delegitimieren und durch ein autoritäres politisches System zu ersetzen.<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_11');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_11');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_11" class="footnote_plugin_tooltip_text">11</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_11" class="footnote_tooltip">KEẞLER, Patrick, <em>Die Neue Rechte in der Grauzone zwischen Rechtsextremismus und Konservativismus? Protagonisten, Programmatik und Positionierungsbewegungen</em>, Münster 2018, S. 283.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_11').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_11', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> Dabei sehen sich die Protagonisten der Neuen Rechten selbst als Influencer, die im metapolitischen Sinne auf die Begriffs- und Themenbildung sowie den Sprachgestus des öffentlichen Diskurses einwirken und mithin dessen kulturelle Hegemonie<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_12');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_12');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_12" class="footnote_plugin_tooltip_text">12</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_12" class="footnote_tooltip">vgl. GRAMSCI, Antonio, <em>Gefängnishefte: Kritische Gesamtausgabe in 10 Bänden.</em> <em>Heft 11, </em>2. Auflage, Hamburg 2019, § 12.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_12').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_12', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> zu gewinnen:</p>
<blockquote><p>„Unser Ziel ist nicht die Beteiligung am Diskurs, sondern sein Ende als Konsensform, nicht ein Mitreden, sondern eine andere Sprache, nicht der Stehplatz im Salon, sondern die Beendigung der Party.“<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_13');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_13');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_13" class="footnote_plugin_tooltip_text">13</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_13" class="footnote_tooltip">KUBITSCHEK, Götz, <em>Provokation!</em> Sezession 12, Januar 2006, S. 22, 24.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_13').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_13', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script></p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Damit die Berührungsängste des Bürgertums mit dem rechten Rand abgebaut werden, bedarf es aus Sicht der Neuen Rechten also eines Vehikels, auf dessen Rücken eigene Theorien, Positionen und Begriffe in die Mitte der Gesellschaft transportiert werden. Wenig überraschend ist es vor diesem Hintergrund, dass der von Neuen Rechten gern bemühte Mythos<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_14');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_14');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_14" class="footnote_plugin_tooltip_text">14</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_14" class="footnote_tooltip">WEIẞ, Volker, <em>Die Autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes</em>, Stuttgart 2017, S. 155 ff.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_14').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_14', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> vom „Untergang des Abendlandes“ schon zu Zeiten der Konservativen Revolution in aller Munde war.<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_15');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_15');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_15" class="footnote_plugin_tooltip_text">15</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_15" class="footnote_tooltip">vgl. SPENGLER, Oswald, <em>Der Untergang des Abendlandes. Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte</em>, München 1922.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_15').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_15', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> Die Entscheidung Angela Merkels, im September 2015 die Grenzen nicht zu schließen, und der damit verbundene Mythos vom Rechtsbruch<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_16');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_16');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_16" class="footnote_plugin_tooltip_text">16</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_16" class="footnote_tooltip">DETJEN, Stephan; STEINBEIS, Maximilian, <em>Die Zauberlehrlinge. Der Streit um die Flüchtlingspolitik und der Mythos vom Rechtsbruch</em>, Stuttgart 2019.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_16').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_16', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> sind weitere solche Vehikel. Im Zuge der damaligen Flüchtlingsbewegungen verfolgten Theoretiker der Neuen Rechten das Ziel, Verschwörungstheorien wie die des Großen Austauschs<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_17');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_17');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_17" class="footnote_plugin_tooltip_text">17</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_17" class="footnote_tooltip">vgl. dazu die Analyse der Version von Eva Herman in: BUTTER, Michael, <em>„Nichts ist, wie es scheint&#8220;. Über Verschwörungstheorien</em>, Berlin 2018, S. 23 ff.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_17').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_17', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> in der Mitte der bürgerlichen Gesellschaft zu etablieren: Dem Vordenker des französischen Front National Renaud Camus zufolge würden die technokratischen Eliten der europäischen Staaten auf Kosten der eigenen Identität zielgerichtet muslimische Einwanderer ins Land holen, um die sinkende Reproduktionsrate der dortigen Bevölkerung auszugleichen. Als Antwort auf diesen angeblichen Bevölkerungsaustausch ruft die Neue Rechte zum Widerstand auf, der zugleich ein Aufruf zur Verteidigung des Eigenen gegen das Fremde ist.<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_18');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_18');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_18" class="footnote_plugin_tooltip_text">18</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_18" class="footnote_tooltip">CAMUS, Renaud, <em>Revolte gegen den Großen Austausch</em>, Schnellroda 2016.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_18').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_18', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script></p>
<figure id="attachment_2170" aria-describedby="caption-attachment-2170" style="width: 665px" class="wp-caption aligncenter"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2170 size-large" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/04/WhatsApp-Image-2020-04-19-at-14.50.14.jpeg?resize=665%2C249&#038;ssl=1" alt="" width="665" height="249" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/04/WhatsApp-Image-2020-04-19-at-14.50.14.jpeg?resize=1024%2C383&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/04/WhatsApp-Image-2020-04-19-at-14.50.14.jpeg?resize=300%2C112&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/04/WhatsApp-Image-2020-04-19-at-14.50.14.jpeg?resize=768%2C288&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/04/WhatsApp-Image-2020-04-19-at-14.50.14.jpeg?resize=1536%2C575&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/04/WhatsApp-Image-2020-04-19-at-14.50.14.jpeg?w=1600&amp;ssl=1 1600w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/04/WhatsApp-Image-2020-04-19-at-14.50.14.jpeg?w=1330&amp;ssl=1 1330w" sizes="auto, (max-width: 665px) 100vw, 665px" /><figcaption id="caption-attachment-2170" class="wp-caption-text">Höcke als neuer Hitler: Historisch aus mehreren Gründen nicht korrekt</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Statt von der imperialen Eroberung ausländischen Territoriums im Sinne der Blut-und-Boden-Ideologie handelt das neurechte Narrativ also von der Rückeroberung des eigenen Terrains. Das ist indes das Gegenteil dessen, was der Nationalsozialismus intendierte: eine aggressiv-kriegerische Lebensraumerweiterung nach Osten im Namen eines arischen Imperialismus, der zur Vernichtung all dessen führte, was der Überlegenheit der germanischen Rasse im Wege stand. Folglich spricht sich Camus ausdrücklich sowohl gegen Neonazis als auch gegen die totalitäre Ideologie des Faschismus aus, die kein bisschen besser sei als jene des Islam.<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_19');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_19');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_19" class="footnote_plugin_tooltip_text">19</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_19" class="footnote_tooltip">MEISTER, Marina, <em>Der Erfinder der „rassistischen Verschwörungstheorie“</em>, DIE WELT vom 23. Mai 2019.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_19').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_19', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script></p>
<p style="text-align: justify;">Natürlich mag man in der Neuen Rechten den allzu offensichtlichen Versuch sehen, sich nachträglich vom Nationalsozialismus zu distanzieren und zugleich antiliberalem Gedankengut eine neue Perspektive zu bereiten. Dennoch ist die Bezeichnung von Vertretern der Neuen Rechten und solchen der Konservativen Revolution als <em>„Nazi“</em> – also Nationalsozialist im eigentliche Sinne – aus den genannten Gründen verfehlt. Treffender ist die Klassifizierung als &#8222;rechtsextrem&#8220;.</p>
<h3>Das offene Messer der AfD</h3>
<p style="text-align: justify;">Nun könnte angebracht werden, dies sei nur pedantische Wortklauberei und sowieso habe sich die linguistische Bedeutung des Begriffs <em>„Nazi“</em> im Laufe der letzten Jahrzehnte gewandelt. Warum erscheint mir eine sachliche Differenzierung dennoch so wichtig? Hierzu möchte ich zunächst den Blick auf zwei Ereignisse im Herbst des Jahres 2019 lenken:</p>
<p style="text-align: justify;">(1) Bernd Lucke, Mitbegründer und mittlerweile nurmehr ehemaliges Mitglied der AfD, <a href="https://www.sueddeutsche.de/bildung/lucke-uni-hamburg-reaktionen-1.4644342">kehrte zum Wintersemester 2019/20 wieder an seinen Lehrstuhl für Makroökonomie an der Universität Hamburg zurück</a>. Daraufhin wurde der Volkswirt wiederholt an der Durchführung der Vorlesung gehindert, als <em>„Nazi-Schwein“</em> tituliert und aus dem Hörsaal vertrieben. Lucke ist ein nationalliberaler Ökonom, der es sich wohl zur Lebensaufgabe gemacht hatte, die damalige Euro-Rettungspolitik der deutschen Bundesregierung zu kritisieren. Das mag kritikwürdig sein und sicherlich bediente sich Lucke auch damals schon rechtspopulistischer Ressentiments, ein Ausdruck einer rechtsextremen oder gar nationalsozialistischen Auffassung ist dies jedoch nicht.</p>
<p style="text-align: justify;">(2) Am 26. September 2019 entschied das <a href="http://www.thovg.thueringen.de/webthfj/webthfj.nsf/CA8D0148CC67A0D5C125848600482F6C/$File/19-2E-01194-B-A.pdf?OpenElement">VG Meiningen im Eilverfahren (2 E 1194/19 Me)</a>, dass die Behauptung, der AfD-Vorsitzende Thüringens Björn Höcke sei ein Faschist<em> „(…) nicht aus der Luft gegriffen ist, sondern auf einer überprüfbaren Tatsachenbehauptung beruht“</em>. Daraufhin war im öffentlichen Raum vielfach die Rede davon, es sei gerichtlich festgestellt worden, Höcke sei ein Faschist – mit fatalen Folgen. Jene Äußerung untersagte das LG Hamburg etwa Sebastian Czaja, dem Vorsitzenden der FDP-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, unter Androhung eines Ordnungsgeldes in Höhe von 250.000 Euro (Az. 324 0 103/20). Wiederum mag man sich denken, dies sei lediglich Wortklauberei, quasi eine juristische Spitzfindigkeit. Mich hingegen ärgert es, dass sich Björn Höcke ob des gelungenen Coups ins Fäustchen lacht und bei der nächsten Unachtsamkeit gar über einen Geldregen in Höhe von 250.000 Euro freut.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Deutschen Bundestag hingegen herrscht zwischen den übrigen Fraktionen der Konsens, Initiativen der AfD weitestgehend zu ignorieren. Jedenfalls scheitern beispielsweise deren Kandidat*innen für einen Sitz im Bundestagspräsidium regelmäßig an der dafür zumindest im dritten Wahlgang erforderlichen relativen Mehrheit, obgleich ihr nach § 2 Abs. 1 S. 2 GOBT ein solcher Vizepräsidentenposten zwingend zusteht. Juristisch ist dies nach allgemeiner Auffassung deshalb nicht zu beanstanden, da der Grundsatz des freien Mandats gem. Art. 38 Abs. 1 S. 2 GG dem Abgeordneten das Recht zusichert, seine parlamentarische Tätigkeit frei von Beeinträchtigungen durch Dritte auszuüben. Mit anderen Worten: Kein Abgeordneter im Deutschen Bundestag kann gezwungen werden, einem Wahlvorschlag der AfD zuzustimmen. Zu Recht.</p>
<p style="text-align: justify;">In der Gesellschaft gestaltet sich der Umgang allerdings anders: Zumindest in den sozialen Medien ist es mittlerweile etabliert, Wähler*innen, Parteimitglieder*innen und Politiker*innen der AfD gleichermaßen als Nazis zu bezeichnen. Beflissene Antifaschisten führen den <a href="https://twitter.com/search?q=noafd">Hashtag #NoAfD</a> ins Feld, wenn sie über die AfD twittern. Und Björn heißt eigentlich Bernd, haha, <em>He-Who-Must-Not-Be-Named</em>. Daneben müssen sich <a href="https://de.euronews.com/2020/02/09/spiegel-cover-erregt-weiter-die-gemuter-neonazi-auf-dem-titel">Nachrichtenmagazine regelmäßig rechtfertigen</a>, wenn sie ausführlich über die Neue Rechte berichten. Immerhin böte das Titelcover der AfD eine weitere Bühne für deren Ideologie. Der eigentliche Inhalt des Artikels wird hingegen regelmäßig nicht rezipiert. Andernorts wurde <a href="https://www.rowohlt.de/news/stellungname-margarete-stokowski">anlässlich einer Lesung die Bühne gar verlassen</a>, denn im dortigen Bücherregal stand auch neurechte Literatur.</p>
<figure id="attachment_2102" aria-describedby="caption-attachment-2102" style="width: 219px" class="wp-caption alignleft"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2102" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/04/ezgif.com-webp-to-png.png?resize=219%2C292&#038;ssl=1" alt="" width="219" height="292" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/04/ezgif.com-webp-to-png.png?w=700&amp;ssl=1 700w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/04/ezgif.com-webp-to-png.png?resize=225%2C300&amp;ssl=1 225w" sizes="auto, (max-width: 219px) 100vw, 219px" /><figcaption id="caption-attachment-2102" class="wp-caption-text">He-Who-Must-Not-Be-Named</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Die Entscheidung über den Umgang mit der AfD und der Neuen Rechten ist natürlich jedem selbst überlassen. Fraglich ist jedoch, warum viele so wenig Zutrauen in die eigenen Argumente haben. Müsste man nicht vielmehr die unmittelbare Konfrontation mit rechten Gedanken suchen und ihre teilweise trivialen Argumentationsmuster entlarven?<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_20');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_20');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_20" class="footnote_plugin_tooltip_text">20</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_20" class="footnote_tooltip">vgl. LEO, Per; STEINBEIS, Maximilian; ZORN, Daniel-Pascal, <em>Mit Rechten reden. Ein Leitfaden, Stuttgart 2017</em>, S. 133 ff.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_20').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_20', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> Gelegentlich entsteht somit zum einen der Eindruck, der alleinige Zweck dieser Abgrenzung ist es, sich seiner eigenen moralischen Integrität zu versichern. Sie besitzt quasi kathartische Wirkung. Zum anderen scheint sie auf einer subtilen Angst vor dem Erstarken des rechten Lagers begründet sein. Eine mangelnde Differenzierung leistet jedoch sogar einer Relativierung nationalsozialistischer Verbrechen Vorschub. Wenn schon eine revisionistische Geschichtsauffassung oder eine reaktionäre Familienpolitik nazistisch sind – was sind dann erst Holocaust und Angriffskrieg?<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_21');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_21');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_21" class="footnote_plugin_tooltip_text">21</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_21" class="footnote_tooltip">BADURA, Leander F., <em>Wer ist hier der Nazi? </em><a href="https://www.freitag.de/autoren/lfb/wer-ist-hier-der-nazi">Zuletzt abgerufen am 22. April 2020</a>.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_21').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_21', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> Wie Akteure der Neuen Rechten selbst mit dem Nazi-Vorwurf umgehen, lässt sich beispielhaft <a href="https://sezession.de/50575/gregor-gysi-zum-glueck-sterben-die-deutschen-aus">an diesem Artikel von Martin Lichtmesz</a> zeigen: Wenn sie sich denn überhaupt angesprochen fühlen, sehen sie sich im Zweifel als Opfer, berufen sich auf die wahre Demokratie und diffamieren die Gegenseite als antidemokratisch. Klar, dies ist letztlich nicht mehr als ein bekanntes Muster.<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_22');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_22');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_22" class="footnote_plugin_tooltip_text">22</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_22" class="footnote_tooltip">s. ADORNO, Theodor W., <em>Aspekte des neuen Rechtsradikalismus. Ein Vortrag</em>, 5. Auflage, Berlin 2019, S. 37.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_22').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_22', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> Die Gräben zu denjenigen Wählern aber, die für die Ideen des Liberalismus und Parlamentarismus im Grunde noch weiter empfänglich sind (und um die muss es doch gehen), werden so noch tiefer. Eine linke Alternative zum Status Quo darf sich daher nicht mehr nur darauf beschränken, die immergleiche Moral zu verkünden, sondern muss tragfähige und realistische Konzepte zur Lösung der Probleme unserer Zeit anbieten.</p>
<h3>Die Wähler*innen der AfD und der progressive Neoliberalismus</h3>
<p style="text-align: justify;">Unbestritten stellt die Neue Rechte eine große Gefahr für die liberale Demokratie dar, denn sie macht rechtsextreme Positionen bis hin in die bürgerlichen Milieus anschlussfähig. Somit sollte sich antifaschistische Politik primär fragen, wie es gelingen kann, dass die AfD wieder aus den Parlamenten verschwindet. Die zentrale Fragestellung muss daher die nach den Gründen für den rasanten Aufstieg der Neuen Rechten in ganz Europa sein. Denn die Politiker*innen der AfD sind das eine, deren Wählerinnen und Wähler das andere. Rassistische, antisemitische, völkische, homophobe und antiliberale Aussagen sind nur schwer zu ertragen und dürfen nicht unwidersprochen bleiben. Die Wahl der AfD lässt sich jedoch nicht allein mit einem großen Anteil rassistischer Einstellungen in Ostdeutschland erklären.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Cornelia</em> <em>Koppetsch</em> vertritt die These, die Popularisierung rechter Positionen sei eine unmittelbare Folge der Globalisierung<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_23');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_23');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_23" class="footnote_plugin_tooltip_text">23</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_23" class="footnote_tooltip">KOPPETSCH, Cornelia, <em>Die Gesellschaft des Zorns. Rechtspopulismus im globalen Zeitalter</em>, Bielefeld 2019, S. 23.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_23').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_23', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> und der damit verbundenen Privilegierung kosmopolitischer Kultur- und Lebensstile. Demnach sei der globale Aufstieg des Rechtspopulismus eine Art kollektiver Reflex auf die fundamentalen gesellschaftlichen Veränderungen, die in <a href="https://matthias-elbert.de/politik/kritik-des-neoliberalismus/">der neoliberalen Revolution seit 1980</a> und <a href="https://matthias-elbert.de/der-umgang-der-usa-mit-den-rising-powers/">der globalen Transformation seit 1989</a> begründet sind.<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_24');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_24');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_24" class="footnote_plugin_tooltip_text">24</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_24" class="footnote_tooltip">BROWN, Wendy, <em>Die schleichende Revolution. Wie der Neoliberalismus die Demokratie zerstört</em>, Berlin 2015.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_24').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_24', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> Innerhalb westlicher Gesellschaften käme es somit zur Herausbildung einer neuen politischen Konfliktlinie – National vs. Postnational – zwischen Nativisten und Globalisten, also <em>„zwischen Menschen, die die Welt von überall her, als von jedem beliebigen Ort aus betrachten und solchen, die sie von einem bestimmten Ort, ihrem Herkunftsort, ihrer Region oder ihrer Nation sehen.“</em><span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_25');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_25');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_25" class="footnote_plugin_tooltip_text">25</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_25" class="footnote_tooltip">KOPPETSCH, Cornelia, S. 70.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_25').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_25', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> Die globale Entgrenzung von Ökonomie, Kultur und Lohnarbeit führe zur Entstandardisierung von Lebensläufen, zur Transnationalisierung von Wertschöpfungsketten und zum Zurückweichen nationalstaatlicher Souveränität in allen Bereichen, während kosmopolitischen Lebensstilen eine zentrale Bedeutung bei der Entfaltung des wissensbasierten Kapitalismus zukommt.<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_26');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_26');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_26" class="footnote_plugin_tooltip_text">26</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_26" class="footnote_tooltip">Ebd., S. 119.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_26').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_26', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script></p>
<figure id="attachment_2173" aria-describedby="caption-attachment-2173" style="width: 219px" class="wp-caption alignright"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2173" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/04/48279.jpg?resize=219%2C297&#038;ssl=1" alt="" width="219" height="297" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/04/48279.jpg?w=755&amp;ssl=1 755w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/04/48279.jpg?resize=221%2C300&amp;ssl=1 221w" sizes="auto, (max-width: 219px) 100vw, 219px" /><figcaption id="caption-attachment-2173" class="wp-caption-text">Willy Brandt</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Hinzu tritt eine schon geraume Zeit andauernde Identitätskrise von Teilen der gesellschaftlichen Linken: Diese sind derzeit nicht in der Lage, progressive Gesellschaftsentwürfe und plausible Lösungsangebote in Bezug auf die Folgen und Gefahren für moderne Gesellschaften, die aus den Öffnungs- und Transnationalisierungsprozessen hervorgehen, vorzuweisen. Indes sind postmaterialistische Themen in den Vordergrund gerückt, vielfach zulasten von traditionellen sozialen und wirtschaftlichen Inhalten. Zum Maßstab der Emanzipation avancierte folglich der Aufstieg von Frauen und Minderheiten in der kommerziellen <em>„Winner-take-all&#8220;</em>-Hierarchie – und nicht mehr deren Abschaffung. Die egalitären, klassenbewussten und antikapitalistischen Auffassungen von Emanzipation der 1960er und 1970er Jahre traten hinter die modernern liberal-individualistischen Fortschrittsvorstellungen zurück. So wird beispielsweise ein Doppelverdiener-Haushalt pauschalisierend als Fortschritt präsentiert, obwohl dieser unter Umständen für viele nicht privilegierte Frauen vermehrt soziale Unsicherheiten bedeutet und schließlich vielfach nur akademisch gebildeten Frauen nützt.<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_27');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_27');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_27" class="footnote_plugin_tooltip_text">27</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_27" class="footnote_tooltip">Ebd., S. 89.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_27').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_27', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script></p>
<p style="text-align: justify;">Der postmaterialistische Linksliberalismus ist jedoch selbst tief im kosmopolitischen Sozialraum verwurzelt und propagiert insbesondere in den urbanen Regionen einen kapitalistischen Lebensstil, in Zuge dessen Arbeit, Konsum, der Markt, Toleranz und die Vielfalt der Kulturen eine Synthese eingehen.<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_28');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_28');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_28" class="footnote_plugin_tooltip_text">28</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_28" class="footnote_tooltip">Ebd., S. 84.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_28').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_28', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> Dies hat allerdings mit dem Kampf für eine aufgeklärte Gesellschaft, wie ihn etwa Willy Brandt führte, nichts mehr gemein. Offensichtlich wird dies, wenn Vertreter der neuen emanzipatorischen Bewegungen eine unkritische Allianz mit den Unternehmen des Plattformkapitalismus bilden – etwa als <a href="https://www.startnext.com/12062020">ein Berliner Start-Up via Crowd-Funding zum Demokratiefestival ins Olympiastadion nach Berlin einlud</a>. Eine Verbindung zum traditionellen linken Wählermilieu der Arbeiter*innen und &#8222;kleinen Leute&#8220; lässt sich da nur schwer konstruieren. Im Gegenteil gehen Werte wie Vielfalt und Emanzipation eine Allianz mit dem Neoliberalismus ein und dienen mithin als Deckmantel einer Entwicklung, die zur Zerstörung von Teilen des produzierenden Sektors und damit zum sozioökonomischen Abstieg weiter Teile der Mittelschicht geführt hat.<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_29');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_29');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_29" class="footnote_plugin_tooltip_text">29</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_29" class="footnote_tooltip">FRASER, Nancy, <em>Für eine neue Linke oder: Das Ende des progressiven Neoliberalismus</em>, Blätter für deutsche und internationale Politik, Februar 2017.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_29').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_29', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script></p>
<div class="mceTemp"></div>
<figure id="attachment_2194" aria-describedby="caption-attachment-2194" style="width: 733px" class="wp-caption aligncenter"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-2194" src="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/04/Sinus-Milieus-2017.png?resize=665%2C631&#038;ssl=1" alt="" width="665" height="631" srcset="https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/04/Sinus-Milieus-2017.png?w=733&amp;ssl=1 733w, https://i0.wp.com/matthias-elbert.de/wp-content/uploads/2020/04/Sinus-Milieus-2017.png?resize=300%2C285&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 665px) 100vw, 665px" /><figcaption id="caption-attachment-2194" class="wp-caption-text">Sinus-Milieus© – Verteilung aller Wahlberechtigten<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_30');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_30');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_30" class="footnote_plugin_tooltip_text">30</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_30" class="footnote_tooltip">VEHRKAMP, Robert; WEGSCHAIDER Klaudia, <em>Populäre Wahlen. Mobilisierung und Gegenmobilisierung der sozialen Milieus bei der Bundestagswahl 2017</em>, Gütersloh 2017, S. 15.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_30').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_30', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script></figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Die Vernachlässigung der klassischen Mittelschicht auf der einen und die identitätspolitische Fokussierung auf Minderheiten<span class="footnote_referrer"><a role="button" tabindex="0" onclick="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_31');" onkeypress="footnote_moveToReference_2099_20('footnote_plugin_reference_2099_20_31');" ><sup id="footnote_plugin_tooltip_2099_20_31" class="footnote_plugin_tooltip_text">31</sup></a><span id="footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_31" class="footnote_tooltip">vgl. STEGEMANN, Bernd, <em>Die Moralfalle. Für eine Befreiung linker Politik</em>, Berlin 2018, S. 97.</span></span><script type="text/javascript"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_2099_20_31').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_2099_20_31', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top right', relative: true, offset: [0, 10], });</script> auf der anderen Seite, haben auch in Deutschland dazu geführt, dass sich zahlreiche Wähler insbesondere von der Sozialdemokratie abgewendet haben. Da nimmt es nicht wunder, dass die <a href="https://www.welt.de/politik/deutschland/video194243711/AfD-Chef-Gauland-Die-Gruenen-werden-dieses-Land-zerstoeren.html">AfD-Parteispitze um Alexander Gauland im politischen Raum nunmehr zwei Blöcke identifiziert hat</a>, deren Antagonismus die Zukunft Deutschlands entscheiden werde: Auf der einen Seite stünden die <em>„antideutschen grünen Multikulturalisten“</em>, auf der anderen <em>„der blaue Block“</em>, also jener der <em>„bürgerlichen Patrioten von der AfD.“</em> Von den anderen Parteien ist da schon keine Rede mehr.</p>
<p style="text-align: justify;">Die liberale Gesellschaft kann diese Entwicklung noch aufhalten. Aber dazu müsste sich die gesellschaftliche Linke wieder auf ihre traditionellen Werte besinnen und sich weniger auf ihre postmaterialistische Agenda konzentrieren. Nur dann lassen wir uns nicht vor den Karren der Neuen Rechten spannen. Sämtliche gesellschaftlichen Kräfte müssen also ihre Rolle hinterfragen: Klare Kante gegen Rechts? Unbedingt, aber am besten, indem wir die neurechte Freund-Feind-Ideologie nicht kopieren, sondern ihr endlich aktiv entgegentreten!</p>
<div class="speaker-mute footnotes_reference_container"> <div class="footnote_container_prepare"><p><span role="button" tabindex="0" class="footnote_reference_container_label pointer" onclick="footnote_expand_collapse_reference_container_2099_20();">Referenzen</span><span role="button" tabindex="0" class="footnote_reference_container_collapse_button" style="" onclick="footnote_expand_collapse_reference_container_2099_20();">[<a id="footnote_reference_container_collapse_button_2099_20">+</a>]</span></p></div> <div id="footnote_references_container_2099_20" style="display: none;"><table class="footnotes_table footnote-reference-container"><caption class="accessibility">Referenzen</caption> <tbody> 

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_1');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_1" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>1</a></th> <td class="footnote_plugin_text">vgl. hierzu SCHMITT, Carl<em>, Politische Theologie </em>–<em> Vier Kapitel zur Lehre von der Souveränität</em>, Berlin 1922, S. 9.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_2');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_2" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>2</a></th> <td class="footnote_plugin_text">SCHMITT, Carl, <em>Der Begriff des Politischen</em>, Berlin 1932, Ausgabe aus 2015, S. 19 &amp; 25.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_3');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_3" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>3</a></th> <td class="footnote_plugin_text">MOHLER, Armin (Hrsg.), <em>Carl Schmitt – Briefwechsel mit einem seiner Schüler</em>, Berlin 2019.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_4');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_4" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>4</a></th> <td class="footnote_plugin_text">MOELLER VAN DEN BRUCK, Arthur, <em>Das Dritte Reich</em>, Berlin 1923, S. 19.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_5');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_5" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>5</a></th> <td class="footnote_plugin_text">BREUER, Stefan, <em>Die radikale Rechte in Deutschland 1871 – 1945</em>, Stuttgart 2010, S. 266 f.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_6');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_6" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>6</a></th> <td class="footnote_plugin_text">MOHLER, Armin, <em>Die konservative Revolution in Deutschland 1918-1932</em>, 6. Auflage, Graz 2005, S. 12 ff.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_7');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_7" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>7</a></th> <td class="footnote_plugin_text">PFAHL-TRAUGBER, Armin, <em>Was die „Neue Rechte“ ist – und was nicht. Definition und Erscheinungsformen einer rechtsextremistischen Intellektuellengruppe</em>, APuZ Januar 2019.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_8');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_8" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>8</a></th> <td class="footnote_plugin_text">MOELLER VAN DEN BRUCK, <em>Kritik der Presse</em>. In: Gewissen, 5. Jg., Nr. 45</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_9');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_9" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>9</a></th> <td class="footnote_plugin_text">ROTERMUND-EHRKE, Heidrun; ROTERMUND, Erwin, <em>Zwischenreiche und Gegenwelten – Texte und Vorstudien zur „Verdeckten Schreibweise“ im Dritten Reich</em>, S. 513-520.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_10');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_10" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>10</a></th> <td class="footnote_plugin_text">BENZ, <span class="reference-text">Wolfgang; PEHLE, Walter, <i> Lexikon des deutschen Widerstandes, Edgar-Jung Kreis.</i> S. 204-207.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_11');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_11" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>11</a></th> <td class="footnote_plugin_text">KEẞLER, Patrick, <em>Die Neue Rechte in der Grauzone zwischen Rechtsextremismus und Konservativismus? Protagonisten, Programmatik und Positionierungsbewegungen</em>, Münster 2018, S. 283.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_12');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_12" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>12</a></th> <td class="footnote_plugin_text">vgl. GRAMSCI, Antonio, <em>Gefängnishefte: Kritische Gesamtausgabe in 10 Bänden.</em> <em>Heft 11, </em>2. Auflage, Hamburg 2019, § 12.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_13');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_13" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>13</a></th> <td class="footnote_plugin_text">KUBITSCHEK, Götz, <em>Provokation!</em> Sezession 12, Januar 2006, S. 22, 24.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_14');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_14" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>14</a></th> <td class="footnote_plugin_text">WEIẞ, Volker, <em>Die Autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes</em>, Stuttgart 2017, S. 155 ff.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_15');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_15" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>15</a></th> <td class="footnote_plugin_text">vgl. SPENGLER, Oswald, <em>Der Untergang des Abendlandes. Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte</em>, München 1922.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_16');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_16" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>16</a></th> <td class="footnote_plugin_text">DETJEN, Stephan; STEINBEIS, Maximilian, <em>Die Zauberlehrlinge. Der Streit um die Flüchtlingspolitik und der Mythos vom Rechtsbruch</em>, Stuttgart 2019.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_17');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_17" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>17</a></th> <td class="footnote_plugin_text">vgl. dazu die Analyse der Version von Eva Herman in: BUTTER, Michael, <em>„Nichts ist, wie es scheint&#8220;. Über Verschwörungstheorien</em>, Berlin 2018, S. 23 ff.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_18');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_18" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>18</a></th> <td class="footnote_plugin_text">CAMUS, Renaud, <em>Revolte gegen den Großen Austausch</em>, Schnellroda 2016.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_19');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_19" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>19</a></th> <td class="footnote_plugin_text">MEISTER, Marina, <em>Der Erfinder der „rassistischen Verschwörungstheorie“</em>, DIE WELT vom 23. Mai 2019.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_20');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_20" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>20</a></th> <td class="footnote_plugin_text">vgl. LEO, Per; STEINBEIS, Maximilian; ZORN, Daniel-Pascal, <em>Mit Rechten reden. Ein Leitfaden, Stuttgart 2017</em>, S. 133 ff.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_21');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_21" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>21</a></th> <td class="footnote_plugin_text">BADURA, Leander F., <em>Wer ist hier der Nazi? </em><a href="https://www.freitag.de/autoren/lfb/wer-ist-hier-der-nazi">Zuletzt abgerufen am 22. April 2020</a>.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_22');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_22" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>22</a></th> <td class="footnote_plugin_text">s. ADORNO, Theodor W., <em>Aspekte des neuen Rechtsradikalismus. Ein Vortrag</em>, 5. Auflage, Berlin 2019, S. 37.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_23');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_23" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>23</a></th> <td class="footnote_plugin_text">KOPPETSCH, Cornelia, <em>Die Gesellschaft des Zorns. Rechtspopulismus im globalen Zeitalter</em>, Bielefeld 2019, S. 23.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_24');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_24" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>24</a></th> <td class="footnote_plugin_text">BROWN, Wendy, <em>Die schleichende Revolution. Wie der Neoliberalismus die Demokratie zerstört</em>, Berlin 2015.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_25');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_25" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>25</a></th> <td class="footnote_plugin_text">KOPPETSCH, Cornelia, S. 70.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_26');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_26" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>26</a></th> <td class="footnote_plugin_text">Ebd., S. 119.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_27');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_27" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>27</a></th> <td class="footnote_plugin_text">Ebd., S. 89.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_28');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_28" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>28</a></th> <td class="footnote_plugin_text">Ebd., S. 84.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_29');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_29" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>29</a></th> <td class="footnote_plugin_text">FRASER, Nancy, <em>Für eine neue Linke oder: Das Ende des progressiven Neoliberalismus</em>, Blätter für deutsche und internationale Politik, Februar 2017.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_30');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_30" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>30</a></th> <td class="footnote_plugin_text">VEHRKAMP, Robert; WEGSCHAIDER Klaudia, <em>Populäre Wahlen. Mobilisierung und Gegenmobilisierung der sozialen Milieus bei der Bundestagswahl 2017</em>, Gütersloh 2017, S. 15.</td></tr>

<tr class="footnotes_plugin_reference_row"> <th scope="row" class="footnote_plugin_index_combi pointer"  onclick="footnote_moveToAnchor_2099_20('footnote_plugin_tooltip_2099_20_31');"><a id="footnote_plugin_reference_2099_20_31" class="footnote_backlink"><span class="footnote_index_arrow">&#8593;</span>31</a></th> <td class="footnote_plugin_text">vgl. STEGEMANN, Bernd, <em>Die Moralfalle. Für eine Befreiung linker Politik</em>, Berlin 2018, S. 97.</td></tr>

 </tbody> </table> </div></div><script type="text/javascript"> function footnote_expand_reference_container_2099_20() { jQuery('#footnote_references_container_2099_20').show(); jQuery('#footnote_reference_container_collapse_button_2099_20').text('−'); } function footnote_collapse_reference_container_2099_20() { jQuery('#footnote_references_container_2099_20').hide(); jQuery('#footnote_reference_container_collapse_button_2099_20').text('+'); } function footnote_expand_collapse_reference_container_2099_20() { if (jQuery('#footnote_references_container_2099_20').is(':hidden')) { footnote_expand_reference_container_2099_20(); } else { footnote_collapse_reference_container_2099_20(); } } function footnote_moveToReference_2099_20(p_str_TargetID) { footnote_expand_reference_container_2099_20(); var l_obj_Target = jQuery('#' + p_str_TargetID); if (l_obj_Target.length) { jQuery( 'html, body' ).delay( 0 ); jQuery('html, body').animate({ scrollTop: l_obj_Target.offset().top - window.innerHeight * 0.2 }, 380); } } function footnote_moveToAnchor_2099_20(p_str_TargetID) { footnote_expand_reference_container_2099_20(); var l_obj_Target = jQuery('#' + p_str_TargetID); if (l_obj_Target.length) { jQuery( 'html, body' ).delay( 0 ); jQuery('html, body').animate({ scrollTop: l_obj_Target.offset().top - window.innerHeight * 0.2 }, 380); } }</script><p>Der Beitrag <a href="https://matthias-elbert.de/politik/ueber-einen-neuen-umgang-mit-der-afd/">Versuch über einen neuen, differenzierten Umgang mit der AfD</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthias-elbert.de">Standpunkte</a>.</p>
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