Magister Thesis

Magister Thesis - Titelblatt

Magister Thesis | © Matthias Elbert

Mich für das Funktionieren der Gesellschaft und für die Aufrechterhaltung unseres Gemeinwesens einzusetzen, ist mir ein persönliches Anliegen. Dazu ist es meines Erachtens notwendig, den vielfältigen Herausforderungen eines modernen Staates mit einem interdisziplinären Ansatz zu begegnen. Um die zugrundeliegenden politischen Organisationsstrukturen und Prozesse verstehen und analysieren zu können, habe ich Politikwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München studiert. Durch die Wahl meiner Nebenfächer – den Rechtswissenschaften mit dem Schwerpunkt Öffentliches Recht und der Volkswirtschaftslehre – konnte ich zudem einen staatswissenschaftlichen Schwerpunkt setzen. Meine Magister Thesis habe ich demzufolge auch am Lehrstuhl für Global Governance and Public Policy des Geschwister-Scholl-Instituts der LMU geschrieben. Das Thema der Abschlussarbeit lautet: „Der Umgang der USA mit den Rising Powers. Eine Analyse des Verhaltens gegenüber Brasilien, Indien und China in internationalen Institutionen.“

Vor dem Hintergrund einer progressiven internationalen Zivilgesellschaft, einer stärkeren Interdependenz von Industriestaaten, Entwicklungs- und Schwellenländern in Rahmen der Globalisierung sowie einer ansteigenden Komplexität vieler Probleme, wie dem Klimawandel oder den Wirtschafts- und Finanzkrisen der letzten Jahre, hat der inter- und supranationale Prozess der Global Governance ebenfalls in der Realität einen immer höheren Stellenwert in der internationalen Politik erlangt.

Zugleich führte der ökonomische Aufschwung der letzten Jahrzehnte zu einer Verschiebung der Machtverhältnisse im internationalen System. Das seit dem Zusammenbruch der UDSSR unipolare Hegemonialsystem der Vereinigten Staaten wird auf diese Weise vor neue Herausforderungen gestellt. Sinnbildlich hierfür ist die in der Literatur vielfach beschriebene strategische Fokussierung der USA auf den asiatischen Pazifikraum, der mit Japan, China und Indien drei Rivalen um die Vormachtstellung in dieser Region beheimatet. Hinzu kommt, dass in vielen Bereichen der globale Führungsanspruch der Vereinigten Staaten von einigen aufstrebenden Staaten zunehmend infrage gestellt wird. Interessant ist diese Entwicklung vor allem vor dem Hintergrund der Behauptung einiger Autoren, bei dem neuen Machtbewusstsein der aufstrebenden Staaten handle es sich um eine Führungsschwäche des Hegemons USA im Zuge des als America Decline1)CALLEO, David P. (2010): American Decline Revisited, Survival: Global Politics and Strategy 52 (4): S. 215 – 227.2)LAYNE, Christopher (2006): The Unipolar Illusion Revisited: The Coming End of the United States‘ Unipolar Moment. International Security 31 (2): S. 7 – 41. bezeichneten Abstiegs der westlichen Führungsmacht.

Ebendiese beiden beschriebenen Entwicklungen in der internationalen Politik, die Suche globaler Problemlösungen auf supra- und internationaler Ebene sowie der Aufstieg bedeutender Schwellenländer, führen in Kombination schließlich zu der Mutmaßung, dass auch in internationalen Institutionen globale Machtverschiebungen sichtbar und in deren Folge ein Wechsel von einem uni- zu einem bi- oder multipolaren System zu beobachten sein müsse.

Der geneigte Leser findet nachfolgend das Abstract meiner Magister Thesis. Darüberhinaus steht die komplette Arbeit per Klick auf das Titelblatt zum Download im .pdf-Format bereit.


Abstract

Der Niedergang der UDSSR Anfang der 1990er Jahre und das Ende des Konflikts zwischen Ost und West markieren einen Wendepunkt in der internationalen Politik. Erstmals seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das internationale System wieder von einer einzigen Supermacht dominiert: den Vereinigten Staaten. Der Führungsanspruch der USA wird jedoch von einigen Staaten zunehmend in Frage gestellt. Besonders die Rising Powers China, Indien und Brasilien fordern stärkeren Einfluss und weitergehende Mitspracherechte auf internationaler Ebene ein. In der vorliegenden Thesis wird zunächst empirisch untersucht, wie die Vereinigten Staaten in internationalen Institutionen auf diese Herausforderung reagieren. Um eine ganzheitliche Analyse zu ermöglichen, werden sowohl Institutionen der Security Governance, als auch der Financial & Economic Governance in die empirische Beobachtung einbezogen. Anschließend wird das Verhalten der USA auf Basis des strukturellen Realismus und des Konstruktivismus nach Alexander Wendt erklärt.

Referenzen   [ + ]

1. CALLEO, David P. (2010): American Decline Revisited, Survival: Global Politics and Strategy 52 (4): S. 215 – 227.
2. LAYNE, Christopher (2006): The Unipolar Illusion Revisited: The Coming End of the United States‘ Unipolar Moment. International Security 31 (2): S. 7 – 41.